Eishockey

Eisbären-Trainer Don Jackson verlängert Vertrag

Das wird nicht nur die Fans freuen. Der dreifache Meistertrainer Don Jackson wird zwei weitere Jahre bei den Berliner Eisbären bleiben. Ein Angebot der NHL würde er trotzdem nicht ausschlagen.

Man kann es sehen, wie man möchte. Für die einen mag es lange gedauert haben, bis Peter John Lee und Don Jackson endlich an dem Punkt angelangt waren, an dem sie beide am Vertragsentwurf nichts mehr auszusetzen hatten und ihn unterzeichneten. Denn eine Woche zog ins Land, seitdem der EHC Eisbären den Meistertitel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) errang. Bei der zeitlichen Einschätzung aber pflegt Lee sein eigenes Maß. Der Manager weiß ja, wie es ist, mit dem Trainer zu verhandeln. „Don überlegt gewöhnlich lange“, sagt Lee. Diese eine Woche empfand Lee, der den Kontrakt mit dem Trainer um zwei Jahre verlängerte, daher als sehr kurz für Jacksons Verhältnisse, „er hat sich diesmal relativ schnell entschieden“.

Viel zu besprechen gab es dennoch zwischen den beiden. Drei Titel in den vier Jahren, in denen Jackson bei den Berlinern arbeitet, stellen eine besondere Leistung dar. Was auch Jackson so sieht. Es bewog ihn dazu, sich ein paar Gedanken zu machen. „Er wollte wissen, was sich für ihn für Möglichkeiten ergeben mit dieser Bilanz“, sagt Lee. Viel bessere als in Berlin können es nicht gewesen sein, sonst wäre der Trainer gestern früh ohne Rückflugticket in die Heimat nach Wichita geflogen.

Wenig überraschend bekunden nun alle Seiten, wie glücklich sie sind mit der Übereinkunft. Auch in der Mannschaft wurde die Nachricht gut aufgenommen. „Das ist sehr gut für uns alle, gerade auch menschlich“, sagt Verteidiger Jens Baxmann. Dass es zu dieser Verlängerung des Vertrages kommen würde, daran hatte Baxmann zwischenzeitlich allerdings Zweifel.

Den Laden zusammengehalten

Hinter allen liegt nicht nur der Meistertitel, sondern auch schwierige Wochen mussten überstanden werden. „Don hat auch dort gezeigt, dass er der richtige Coach ist für unser Team. Er hat seine Rolle gespielt“, sagt Lee. Dass es eine gute war, fanden manche damals nicht. Jackson, der unnahbare, oft in sich gekehrte Trainer, der für kritische Situationen nicht gemacht zu sein scheint, wirkte, als würde ihm die Kontrolle entgleiten, als es eng wurde. Als die Punkte nur noch spärlich flossen, die Tore ausblieben. „Da haben alle Fehler gemacht. Aber am Ende hat Don den Laden zusammengehalten. Das spricht für ihn“, so Baxmann.

Dass die Krise überwunden wurde, nimmt Jackson nicht für sich persönlich in Anspruch. „Ich bin sehr stolz auf unsere Spieler, dass wir uns als Team so durch die Herausforderungen zusammengefunden haben“, sagt er, „ich weiß, dass jeder noch mehr über sich selbst und die Kraft von Teamwork dazugelernt hat.“ Er selbst erlebte dazu noch Dinge auf einer anderen Ebene, die sich zuvor nicht ergeben haben. Das musste Jackson erst einmal verdauen. Es ließ ihn nachdenken über den Sinn eines weiteren Engagements bei den Eisbären. Denn in dieser Phase der Sorgen passierten Dinge, die durchaus die Loyalität seines Arbeitgebers in Frage stellten. Weil die Eisbären sich mit Alternativen auf dem Trainerposten beschäftigten. Lee beteuerte, dass die Kontakte nur oberflächlich waren. „Don hat mir geglaubt“, sagt der Manager. Zweifel an der Aufrichtigkeit des Klubs seitens des Trainers, geschürt durch diese Episode, habe er nicht gespürt.

Diskussionspunkte waren eher Kleinigkeiten, etwa die Vertragsdauer. Lieber wäre den Berlinern wohl ein Jahr gewesen. Doch Jackson wollte eine längerfristige Perspektive. Um das Finanzielle ging es natürlich auch, doch es war kein Poker. Die Berliner zahlen wohl etwas mehr, als sie ursprünglich vorhatten, aber nicht viel mehr als vorher. „Don war immer sehr ehrlich“, sagt Lee. Auch damit, dass ein Angebot aus der Heimat, sprich der NHL, für ihn eines wäre, das er kaum ausschlagen könnte. Für diesen Fall enthält sein Vertrag eine Ausstiegsklausel.

Noch genügend Aufgaben

Ob er davon Gebrauch machen kann, ist eine andere Sache. Die DEL steht in Nordamerika nicht im Fokus, Berlin in der DEL dagegen schon. Auch bei Jackson. „Er fühlt sich wohl hier“, sagt Manager Peter John Lee. Und Aufgaben gibt es trotz der großartigen Bilanz auch für Jackson noch genug. „Wir wollen uns natürlich auf einigen Gebieten noch verbessern“ sagt er. In dieser Hinsicht bot die vergangene Saison einige Angriffspunkte. Obwohl sie letztlich mit dem Meistertitel und langen Feierlichkeiten endete.