Eisbären

Vier EHC-Profis für WM in der Slowakei nominiert

Nach dem Gewinn der Meisterschaft steht für einige EHC-Profis die WM-Vorbereitung in Köln an. Abflug ist nach dem Autokorso. Gespräche zum verbleib von Trainer Jackson laufen.

In den vergangen Tagen haben Peter John Lee und Don Jackson eine Menge Zeit miteinander verbracht. Wahrscheinlich deutlich mehr sogar, als es die tägliche Routine in der gerade ausgelaufenen Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ohnehin schon erforderte. Doch die Feierei nach dem fünften Meistertitel zieht sich eben hin, und außerdem haben der Manager und der Trainer des EHC Eisbären einiges zu bereden. Das geht beim Feiern schlecht.

Beim Golfen schon eher. Also verabredeten sich beide am Donnerstag auf neun Löcher, um ein bisschen über die Zukunft zu sinnieren. Am Freitag wurde das Gespräch ganz ohne Ablenkung fortgeführt. Wird die Zukunft von Jackson und den Eisbären nun eine gemeinsame? Geht der Trainer seiner Wege nach drei Meisterschaften in vier Jahren? Endgültige Antworten darauf sind noch nicht gefunden.

Manchmal scheint es, als würde Jackson durchaus daran denken, seinen Marktwert zu testen und sich umzuschauen. Er bedankt sich für die gute Zusammenarbeit, erzählt, dass jeder seinen Job zu erledigen hätte. Alles fast ein bisschen verdächtig, denn sonst tat der Trainer das nie in dieser Form. Es wird sogar gemunkelt, dass der 54-jährige US-Amerikaner bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei (29. April bis 15. Mai) vorbeischauen will. Bislang ward er noch nie in seiner Zeit bei den Eisbären auf diesem Turnier gesichtet, das eine Kontaktbörse ist und wo sich viel Geschäftliches anbahnt.

Sicherer als das Auftauchen Jacksons in Bratislava ist aber das anderer Berliner. Zum einen wird Mads Christensen mit Dänemark seine fünfte WM spielen. Zum anderen sind Stürmer André Rankel sowie die Verteidiger Frank Hördler und Constantin Braun für die deutsche Auswahl nominiert. Vorgesehen war ursprünglich auch Torhüter Rob Zepp, doch wegen des Todes seiner Oma wird er nicht an dem Turnier teilnehmen. „Das war heftiger für ihn, als es viele mitbekommen haben“, erzählt Lee.

Abflug nach dem Autokorso

Den Abschluss der Meister-Feiertage können die WM-Fahrer der Eisbären auf jeden Fall noch mitmachen. Erst heute Abend, also nach dem Autokorso durch die Stadt, reisen die deutschen Nationalspieler zur Mannschaft nach Köln, wo am Ostermontag der letzte Test gegen Weißrussland stattfindet (16.15 Uhr, Sport1).

Mit dem, was bevorsteht, haben sich die Berliner noch nicht befasst. Zwar wurde mit angezogener Handbremse gefeiert, denn „im Hinterkopf ist ja drin, dass die Saison noch nicht vorbei ist“, sagt Hördler. Ansonsten aber war die WM noch weit weg. „Man will nach dem Play-off ja auch erst einmal alles genießen und wieder etwas von der Familie haben“, so Rankel. Erst wenn er beim Team ist, wird die WM auch im Kopf präsent sein.

Sorge, ihren Platz im Team zu finden, sollten nach dem starken Play-off gerade Rankel und Hördler nicht haben. „Normal müssen beide eine große Rolle spielen in der Mannschaft“, sagt Lee. Rankel war mit neun Toren bester deutscher Schütze im Play-off der DEL und Hördler der wohl sicherste Verteidiger. Dass beide aber tatsächlich exponierte Positionen bekommen, erscheint eher fraglich.

Nicht erst seit kurzem ist Krupp ein Freund einer Mannschaft, die sich lange einspielen kann. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich letztlich wirklich dabei bin“, sagt Hördler. Krupp muss noch Spieler aus dem Aufgebot streichen. Und vergangenes Jahr bei der Heim-WM stand Hördler, obwohl er im Kader war und die lange Vorbereitung mitmachte, keine Sekunde auf dem Eis.

Andererseits gelten die Spieler, die nach dem Finale hinzugeholt werden, als feste Kandidaten für die Mannschaft, die zunächst gegen Russland, die Slowakei und Slowenien antritt. Dass das lange Play-off zu kraftraubend war, glaubt Rankel nicht. „Bis es losgeht, ist noch eine Woche Zeit zur Erholung“, sagt er. Für den Stürmer steht ein anderer Effekt im Vordergrund, seine Tore und Vorlagen „sind sehr gut für das Selbstvertrauen“. Schaden kann es Rankel nicht, denn obwohl er bei den Eisbären stets einer der wichtigsten Profis ist, kam er im Nationalteam bislang nie so zum Zug wie bei den Berlinern.

Ob sich das diesmal ändert, wird EHC-Manager Lee zunächst nur im Fernsehen verfolgen. Zu viel Arbeit wartet noch bei den Eisbären. Denn außer mit Jackson muss er auch noch mit anderen reden. Torhüter Kevin Nastiuk soll sich bereits für eine weitere Saison in Berlin entschieden haben. Jeff Friesen wird wohl aufhören, Chris Hahn ebenso gehen wie Alexander Weiß (Köln) und Derrick Walser (Rapperswil/Schweiz). Mit Don Jackson trifft sich Manager Lee aber weiterhin. Sein Interesse, den US-Amerikaner beim EHC zu halten, ist hoch. Eine Entscheidung könnte schon in den nächsten Tagen fallen.