Play-off

Berliner Eisbären stürmen ins Halbfinale

Mit einem 4:1 in Ingolstadt haben die Eisbären die nächste Play-off-Runde erreicht. Im Halbfinale kommt es nun zur Neuauflage des Endspiels von 2009 zwischen Düsseldorf und Berlin.

Foto: Bongarts/Getty Images

Vergangenes Jahr war die Enttäuschung groß, als der EHC Eisbären gleich in der ersten Runde des Play-off der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ausschied. Es war eine Schmach, die nicht noch einmal passieren sollte. Wobei der Gegner im diesjährigen Viertelfinale, der ERC Ingolstadt, nach vier Siegen gegen die Berliner in der Hauptrunde als leicht favorisiert galt. Doch dieses Muster blieb letztlich eines ohne Wert, im Play-off setzten sich die Eisbären durch. Nach dem 4:1 (2:0, 0:1, 2:0) in Ingolstadt im vierten Spiel hieß es in der „Best of five“-Serie 3:1 für den EHC. Im Halbfinale treffen die Eisbären nun auf die DEG Metro Stars.

Eisbären-Trainer Don Jackson musste umstellen in Ingolstadt. Im Spiel zuvor hatte sich Jeff Friesen verletzt und konnte diesmal nicht mitwirken. Dafür rückte Alexander Weiß in die dritte Reihe zu Sven Felski und Tyson Mulock. Im Spiel zuvor hatte Weiß nur wenig eingreifen können, da er in der vierten Reihe stand und die von Jackson nur sporadisch auf das Eis gelassen wurde.

Diese Beschränkung auf drei Reihen sahen manche als Grund dafür an, dass den Berlinern daheim die Frische fehlte, um die doppelte Überzahl kurz vor Schluss für sich zu nutzen und letztlich auch dadurch Sekunden vor dem Ende das 2:3 hinnehmen mussten. Dass da einige Fehler passierten, ärgerte auch den Trainer.

Sein Plan in Ingolstadt lautete nun, Geduld zu haben. So sah es dann aber gar nicht aus. Nach nur 29 Sekunden brachte Travis James Mulock auf Vorlage von André Rankel die Berliner in Führung. Anschließend jedoch brauchten die Eisbären gute Nerven. Nach dem Treffer folgten drei Strafzeiten hintereinander gegen Mannschaft von Jackson. Doch sie stand gut in Unterzahl. Überhaupt war das Verhalten in der Defensive insgesamt sehr ordentlich, die Berliner ließen den Gastgebern nur wenige Möglichkeiten. Vorn waren sie ebenso konsequent. Als Ingolstadt kurzzeitig mit zwei Mann weniger auskommen musste, erzielte Florian Busch das 2:0 für den EHC (15.).

Wie in den vorherigen Spielen wurde es auch in der vierten Begegnung eng. Einen Fehler von Alexander Weiß vor dem eigenen Tor verwertete der Ex-Berliner Christoph Gawlik zum Anschluss (22.). Danach wurde es recht schwungvoll, das Geschehen wechselte schneller von der einen Seite zur anderen und es entwickelte sich ein Schlagabtausch, bei dem sich erst die Bayern, später aber die Eisbären etwas mehr Chancen erarbeiteten.

Eine davon zu verwenden, um den alten Abstand wiederherzustellen, war der bislang erfolgreichsten Play-off-Sturmreihe der Berliner vorbehalten. Travis James Mulock bereitete diesmal vor, und Kapitän Stefan Ustorf schloss zum 3:1 ab (44.). Das führte natürlich dazu, dass die Hausherren ihre Bemühungen weiter verstärkten. Torhüter Rob Zepp bekam einiges zu tun. Besonders von Thomas Greilinger, der nun öfter in Erscheinung trat. Bislang hatte der ERC-Top-Stürmer in jedem der vorherigen Spiele getroffen. Diesmal aber verhinderten die Eisbären ein Tor von Greilinger und ließen sich auch von niemand anderem mehr den Einzug ins Halbfinale verderben. Stattdessen erzielten sie sogar noch den vierten Treffer, Ustorf legte Travis Mulock auf (60.).

So kommt es also nun zum Duell von Don Jackson gegen seinen Schüler Jeff Tomlinson, der vor seinem Wechsel auf den Trainerposten in Düsseldorf zehn Jahre bei den Eisbären arbeitete. Tomlinson ist dabei im Vorteil, denn die Serie beginnt wegen der um einen Platz besseren Hauptrundenplatzierung am Sonntag in Düsseldorf.