Eishockey

Eisbären gewinnen zweites Spiel in Ingolstadt 4:3

Die Eisbären Berlin sind in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) auf Halbfinalkurs. Sie besiegten Ingolstadt im zweiten Play-off-Viertelfinalspiel mit 4:3 und benötigen nur noch einen Sieg, um die Runde der besten Vier zu erreichen.

Eine wichtige Entscheidung stand bereits vor dem Spiel am Freitagabend an. Durfte André Rankel nun mitmachen beim EHC Eisbären oder würde er zuschauen müssen, war die Frage. Denn der Gegner der Berliner, der ERC Ingolstadt, hatte bei der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) beantragt, den Nationalspieler nachträglich zu bestrafen.

Im ersten Spiel der Viertelfinalserie in Berlin (5:3) erlitt ERC-Verteidiger Bruno St. Jacques eine Gehirnerschütterung, nachdem er von Rankel gecheckt worden war. DEL-Einzelrichter Jörg Mayr stellte das Verfahren allerdings wenige Stunden vor der Partie ein. Rankel durfte also mitmachen.

Es war der erste Sieg der Berliner an diesem Tag, der zweite folgte am Abend. Da setzten sich die Eisbären mit 4:3 (2:1, 2:1, 0:1) durch und gingen in der „Best of five“-Serie mit 2:0 in Führung. Nur noch ein Sieg ist damit das Halbfinale für den vierfachen Meister entfernt.

Die Diskussionen um Rankel hatten vor dem Spiel für viel Aufregung gesorgt. Klar war, dass die Ingolstädter nach der Entscheidung der Liga mit noch mehr Adrenalin in die Partie gehen würden als ohnehin schon. Trainer Rich Chernomaz hatte angekündigt, aggressiver spielen zu wollen als im ersten Match, um die Eisbären noch mehr unter Druck zu setzen. Die Berliner wiederum ließen sich von der Marschrichtung der Bayern nicht beeindrucken. Stattdessen hielten sie dagegen, sodass sich ein äußerst intensives Spiel entwickelte.

Erstaunlich war neben der Härte vor allem das Tempo. Zeit zum Durchatmen blieb auf dem Eis kaum, beide Mannschaften ließen sich fast keinen Raum, griffen den Scheibenführenden früh an. Schon zur zweiten Pause sprach Eisbären-Verteidiger Jens Baxmann von „einem fantastischen Spiel für die Zuschauer“. Allerdings dürfte den meisten Anwesenden in der Ingolstädter Arena kaum gefallen haben, wie sich die Partie vom Resultat her entwickelte. Baxmann selbst leitete mit einem Schuss, den Mads Christensen zur Führung ins Tor lenkte (3.), den Sieg der Berliner ein.

Der Vorteil war jedoch schnell aufgebraucht, die Gastgeber legten in den Zweikämpfen zu und drängten die Berliner immer weiter in die Defensive. Thomas Greilinger gelang dabei der Ausgleich (10.). Allerdings hatten die Eisbären an diesem Tag ein gutes Gespür für den richtigen Zeitpunkt. Kurz vor Ende des ersten Drittels erzielte Travis James Mulock sein drittes Play-off-Tor (19.) und Richie Regehr erhöhte bald auf 3:1 (26.).

Danach gerieten die Berliner durch mehrere Strafzeiten jedoch enorm unter Druck, ließen aber nur einen Treffer von Christoph Gawlik (27.) zu. Als Ingolstadt dem Ausgleich nah war, stellte Christensen nach einem Konter den alten Abstand wieder her (32.).

Dieser Treffer führte zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Ian Gordon, der ERC-Torhüter und Dauerspieler, wurde für Markus Janka ausgetauscht, der bislang erst sieben Einsätze in der Saison hatte. Gehofft hatten die Ingolstädter, die Fehler des EHC-Goalies Rob Zepp, die dieser im ersten Spiel gezeigt hatte, mit vielen Schüssen erneut zu provozieren. Zepp aber steigerte sich deutlich, musste allerdings auch den dritten Gegentreffer durch Rick Girard hinnehmen (51.). In den Schlussminuten erhöhten die Gastgeber noch einmal den Druck, verpassten jedoch den Ausgleich.

Für die Berliner hielt damit eine Serie, es war insgesamt ihre vierte Play-off-Partie in Ingolstadt, alle gewannen die Eisbären.

Eine andere Serie riss dagegen. Im dritten Versuch konnten sich die Berliner erstmals gegen ein von Chernomaz trainiertes Team im zweiten Spiel einer Serie durchsetzen. Diese würden sie nun auch gern beenden. „Wir brauchen noch einen Sieg, den wollen wir versuchen in Berlin zu holen“, sagte Stürmer Sven Felski. Die Gelegenheit bietet sich schon am Sonntag (14.35 Uhr, O2 World).