Eisbären

Eisbären siegen und sind im Viertelfinale

Die Eisbären haben es in das Viertelfinale der DEL geschafft. Die Vorbereitungen gegen den Angstgegner beginnen am Dienstag. Die Spieler freuen sich auf eine Revanche.

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52 absolvierte Spiele, 30 Siege, 90 Punkte, 161 Tore, 138 Gegentore und 924 Strafminuten – all das können die Statistik-Freunde jetzt zu ihren Unterlagen heften. Ab jetzt zählt nur noch, dass am Ende der Hauptrunde der DEL für die Eisbären Platz drei herausgekommen ist. Sie schlugen im letzten Spiel vor dem Play-off die Hamburg Freezers 4:1 (1:0, 0:1, 3:0) und treffen ab dem 23. März (19.35 Uhr, O2 World) im Viertelfinale (Best of 5) auf den Sechsten, den ERC Ingolstadt. Die beiden besten Teams der Vorrunde, Wolfsburg und Düsseldorf warten auf die Sieger der Vor-Play-off-Duelle zwischen Mannheim und Nürnberg sowie Köln und München. Krefeld (4.) trifft auf Hannover (5.). Für Hamburg ist nach der Niederlage in Berlin die Saison beendet.

Die Eisbären gegen Ingolstadt – das war in dieser Saison nicht gerade eine Berliner Erfolgsgeschichte. Alle vier Spiele, zuhause (0:2, 1:4) als auch auswärts (4:7, 1:4) gingen verloren. „Wir hatten gegen Ingolstadt erhebliche Probleme“, räumt Stefan Ustorf auch ein. „Deswegen bin ich umso glücklicher, dass wir noch mal gegen sie spielen. Da können wir das Bild zurechtrücken aber es wird nicht einfach.“

Dass Eisbären-Torwart Rob Zepp gegen Hamburg zügig auf Betriebstemperatur kam, hatte er seinem Stürmer-Kollegen Florian Busch zu verdanken, der in der ersten und in der dritten Minute gleich zweimal auf die Strafbank musste. Aber die Berliner absolvierten diese „Trainingseinheit Unterzahl“ vor dem Play-off ebenso ohne Gegentor wie wenig später die Gäste (8.). Wobei sich dabei beide Teams im Erspielen zwingender Chancen nicht wirklich hervor taten. Dann aber passte Andre Rankel etwas später aus der Ecke hart vor das Hamburger Tor. Den Schuss von T.J. Mulock parierte Gäste-Keeper Daniel Taylor noch, den Nachschuss von Stefan Ustorf nicht – 1:0 (12.). Dabei blieb es vorerst, obwohl die Eisbären noch in Überzahl zweimal die Chance gehabt hätten, nachzubessern. Allerdings verfehlte Colin Murphy auch das leere Tor der Berliner, als Zepp dieses zu einem Ausflug an die Bande verlassen hatte (15.).

Die Freezers, wie auch die Eisbären im Besitz der Anschutz-Gruppe, hatten ja mit einem Sieg in Berlin und einer gleichzeitigen Nürnberger Niederlage gegen Krefeld noch eine Chance auf das Pre-Play-off. Von der Neigung der Berliner, dem hanseatischen Bruderklub mit einer freiwilligen Niederlage ins Play-off zu verhelfen, war aber genauso wenig zu sehen wie von dem Nachweis der Hamburger, dass sie unbedingt dabei sein müssten, wenn es in die entscheidende Saisonphase geht.

Letzteres traf allerdings auch streckenweise auf die Gastgeber zu. Das Überzahlspiel blieb weiterhin schwach und wenig play-off-reif. So schwach, dass Murphy in Hamburger Unterzahl das 1:1 erzielen konnte (27.). Das Mitteldrittel ging dann ohne weitere Höhe- und Tiefpunkte zu Ende. Hamburg habe nichts zu verlieren und sei deshalb aggressiver, fand Steve Walker nach 40 Minuten und forderte. „Wir müssen unsere Schnelligkeit besser ausspielen und öfter auf das Tor schießen.“ Zu diesem Zeitpunkt lag Nürnberg gegen Krefeld mit 0:3 zurück. Die Play-off-Chance der Freezers war also noch in Sichtweite. Aber es schien den Eisbären zu dämmern, dass dies die letzten 20 Minuten vor dem Play-off waren, somit eine Chance, sich noch mal Selbstvertrauen zu holen. Und siehe da: Sie gingen dementsprechend beherzter zu Werke und erarbeiteten sich im wahrsten Sinne des Wortes das 2:1 durch Ustorf (51.). Für das endgültige Saison-Aus des Hamburger Bruder-Teams sorgte dann T.J. Mulock mit einem schönen Handgelenksschlenzer von rechts ins lange Eck (3:1/55.). 43 Sekunden vor dem Ende schob Derrick Walser den Puck zum 4:1 ins leere Tor der Freezers, die ihren Goalie zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis genommen hatten. Die Eisbären haben jetzt vor dem ersten Ingolstadt-Spiel zehn Tage spielfrei. „Wir werden am Dienstag mit der Vorbereitung anfangen“, sagt Florian Busch. „Ein Angstgegner ist das nicht. Ich glaube nicht, dass wir gegen ein Team siebenmal in einer Saison verlieren.“