Eishockey

202 Minuten ohne ein Eisbären-Tor

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Nach dem 0:3 in Straubing dauert die Flaute bei den Berlinern nun schon über drei Spiele an. In der Tabelle bleiben sie dennoch Zweiter. Und den Klubrekord der torlosen Minuten haben die Berliner auch noch nicht gebrochen.

Drei Niederlagen in Folge können mal passieren. Vor Weihnachten erging es dem EHC Eisbären so in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), erst zum zweiten Mal überhaupt in der vierten Saison unter Trainer Don Jackson. Zum zweiten Mal aber auch in dieser Saison. Nun passierte es zum dritten Mal. Diesmal allerdings in einer für das Eishockey äußerst ungewöhnlichen Form. In Straubing beim 0:3 (0:1, 0:1, 0:1) erzielten die Berliner schon zum dritten Mal hintereinander keinen Treffer. In der Tabelle bleiben sie dennoch Zweiter.

Gerade 121 Sekunden waren gespielt in Straubing, da geriet der Plan der Eisbären schon durcheinander. In Überzahl wurde Stürmer Denis Pederson vom Straubinger Michael Bakos attackiert und blieb auf dem Eis liegen. Offenbar wurde das rechte Knie des Kanadiers schwer getroffen, nur gestützt konnte er das Spielfeld verlassen, um für nähere Untersuchungen direkt ins Krankenhaus gebracht zu werden.

Dem ersten Anblick nach zu urteilen, wird Pederson vorläufig nicht mehr dabei sein. Vielleicht war es diese Vermutung, welche die Berliner lähmte. Sie sahen geschockt aus. Die ganze Woche über hatten sie sich darauf vorbereitet, ihre Torflaute zu durchbrechen. Pederson sollte dabei zur zentralen Figur werden, so wie er es immer gewesen war in all den Jahren bei den Eisbären. Und dann das Foul.

Dabei waren die Berliner schon mit genug personellen Sorgen nach Bayern gereist. Fünf Profis fehlten, darunter mit Steve Walker (Knie) ein Schlüsselspieler im Powerplay, mit Derrick Walser der Punktbeste des EHC und in André Rankel einer der gefährlichsten Stürmer. Nun erwischte es also auch noch Pederson, womit die drei besten Torschützen bei den Eisbären nicht dabei waren.

Es hieß für Trainer Don Jackson also wieder, die Reihen zu verändern und damit auch Unruhe in das Team zu bringen. Wie so oft schon in dieser Saison, denn nichts blieb den Berlinern so treu wie das Verletzungspech. Gute Voraussetzungen, Selbstvertrauen und Sicherheit vor dem Tor zurückzugewinnen, hatten die Eisbären in Straubing also nicht. Und so spielten sie dann auch, vorsichtig und passiv, mit vielen Fehlern. Weil Straubing, ebenso wie die Berliner mit sieben torlosen Dritteln in die Partie gegangen, es nicht viel anders machte, war das Spiel schwach. Bis zum verwandelten Penalty von Carl Corazzini (20.), denn nach dem Treffer der Gastgeber wurde es lebhafter.

Da ergaben sich dann auch Chancen für die Eisbären, einige gute sogar. Doch während die Straubinger ein Überzahlspiel zum 2:0 durch Adrian Foster nutzten (34.), versagten den Berlinern ein ums andere Mal die Nerven. Selbige zeigte dann auch Manager Peter John Lee. Als Florian Busch nach einem Check kurzzeitig in die Kabine musste, sprang Lee auf die Spielerbank – was er sonst nie tut – und beschwerte sich lauthals.

Seine Aufregung entstand wohl auch unter dem befremdlichen Eindruck einer für eine Eishockey-Mannschaft immer Besorgnis erregender werdenden Torflaute. Constantin Braun traf lediglich den Innenpfosten (46.), während der Ex-Berliner Tobias Draxinger für Straubing das 3:0 erzielte (55.). Mit der Niederlage weitete sich die torlose Zeit kurz vor dem Play-off auf zehn Drittel aus oder auf 202 Minuten. Der traurige Klub-Rekord der Eisbären liegt bei 235 Minuten.

( BMO )