Eishockey

Eisbären in Straubing – Duell der Torverweigerer

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Marcel Stein

Foto: Bongarts/Getty Images

Seit sieben Dritteln haben die Berliner kein Tor mehr geschossen – ebenso wie der nächste Gegner Straubing Tigers. Eisbären-Trainer Don Jackson tippt deshalb auf einen seltsamen Spielausgang.

In diesem Fall muss man wohl wirklich einmal sagen: Ein Glück, dass es in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nach jedem Spiel auch einen Sieger gibt. Ein Tor ist also mindestens garantiert. Und das ist auch gut so. Denn ansonsten wäre es nicht auszuschließen, dass der Freitagabend im Straubinger Eisstadion am Pulverturm eine ziemlich langweilige Angelegenheit werden könnte. Die Gastgeber, die Tigers, und ihre Gäste, die Eisbären aus Berlin, eint ein schwerwiegendes Problem: Beide Mannschaften treffen das Tor nicht mehr. Seit sieben Dritteln geht das bei beiden nun schon so, sowohl Straubing als auch der EHC verloren zuletzt jeweils 0:2 und 0:1. Aber mindestens für einen wird diese dunkle und schwere Zeit ja Freitagabend beendet sein.

Wenn es nach Don Jackson geht, wird sie für Straubing anhalten. „Wir sollten 1:0 gewinnen“, sagt der Trainer der Eisbären. Wenn es vorn nicht läuft, müsse eben auch mal ein Treffer genügen, um zu gewinnen, meint er. Jackson hat mit seinen Spielern darüber geredet, wie das gehen soll. „Wir müssen einfach und schlau spielen“, fasste der Trainer das zusammen.

Im Einzelnen führte der US-Amerikaner einige Punkte auf, die er den Spielern mit auf den Weg gab. Viele Kleinigkeiten waren das, die allerdings eine große Wirkung hervorbringen sollen. Zum Beispiel forderte Jackson dazu auf, darauf zu achten, dass die Links- und Rechtsschützen auf den für sie besten Schusspositionen schießen und entsprechend eingesetzt werden von den Kollegen. Er erinnerte daran, wie man im Spiel gegen Hamburg (6:0) zu Weihnachten sein Glück nach zuvor drei Niederlagen erzwungen habe. „Mit schnellen Schüssen“, sagt Jackson, habe man Hamburg überrascht. Es wurde nicht viel herumgespielt, sondern aus einer sicheren Defensive unkompliziert nach vorn gespielt. So soll es nun auch in Straubing sein. Ein bisschen mehr kämpfen wäre auch schön, so Jackson, etwa so, wie die Mannschaften, die verbissen um den Einzug in das Play-off ringen. Wie Straubing.

Bei den Eisbären selbst ist das Thema Play-off keines, das Sorge bereitet – die Qualifikation sollte selbstverständlich sein. Aber: Der Klub liegt nur auf Rang zwei, die Verfolger nahen und es fielen eben zuletzt keine Tore. Der daraus resultierende Effekt freut Peter John Lee durchaus. „Die Spieler sind sehr konzentriert, sie hören sehr aufmerksam zu und machen sich Gedanken“, sagt der Manager. Vergangene Saison war das anders durch den riesigen Vorsprung, da sei nicht viel bei den Spielern angekommen. Wer hört schon auf Kritik, wenn am Ende dauernd Siege stehen? Im Viertelfinale wurde den Berlinern das zum Verhängnis.

Hinderlich ist nur, dass den Eisbären fünf Profis fehlen. Darunter in André Rankel (Gehirnerschütterung) und Derrick Walser (gesperrt) zwei der besten Torschützen sowie Stammtorhüter Rob Zepp. Dafür kommt Ersatzmann Kevin Nastiuk zum Einsatz. Der blieb übrigens in seinen bisherigen sieben Spielen nie ohne Gegentreffer. Für den torhungrigen Zuschauer hört sich das sicher gut an, aber auch danach, als stünde Jacksons Plan mit dem 1:0 auf sehr wackligen Beinen.