Eishockey

Eisbären verlieren in Nürnberg Kontakt zur Spitze

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Für die Eisbären Berlin rückt die Tabellenspitze in immer weitere Ferne. Der viermalige deutsche Meister aus der Hauptstadt setzte seine Serie der schwachen Auswärtsresultate fort und unterlag bei den Ice Tigers mit 0:2.

Einen Namen gemacht hat sich der EHC Eisbären in den vergangenen Jahren vor allem mit seiner offensiven Spielweise, kaum eine anderen Mannschaft in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) versteht es, die Zuschauer mit ihrem Stil so mitzureißen wie die Berliner. Schließlich sorgen sie oft genug für torreiche Spektakel. Und ein Blick auf die Tabelle verbietet es auch eigentlich, den Eisbären ausgerechnet ein Problem mit dem Toreschießen anzudichten. Denn nur drei Teams in der DEL haben öfter getroffen als das Team von Trainer Don Jackson mit seinen 143 Treffern.

Langsam allerdings dürfte sich Jackson so seine Gedanken machen. Zwar sind die Berliner weiterhin Zweiter und müssen sich keine Sorgen um das Erreichen des Play-off machen. Die aktuelle Tendenz wirft jedoch Fragen auf. Zum zweiten Mal in Folge verlor der EHC und erzielte dabei keinen einzigen Treffer. Dem 0:1 in Düsseldorf am Mittwoch folgte am Sonntagabend ein 0:2 (0:1, 0:1, 0:0) bei den Nürnberg Ice Tigers. Insgesamt sind die Berliner nun schon seit sieben Dritteln ohne Torerfolg.

So freundlich die Daten in der Tabelle auch aussehen, ihr Potenzial vor dem Tor konnten die Berliner in dieser Spielzeit nicht immer abrufen. Gerade zu Beginn der Hauptrunde zeigten sie dort deutliche Defizite und nicht selten beschwerte sich Trainer Jackson, dass viele seiner Profis vor dem Tor nicht hart genug arbeiten würden. Eigentlich jedoch schien dieses Problem mit der Zeit überwunden, im Schlussspurt allerdings – sechs Partien haben die Eisbären vor dem Play-off-Start noch zu absolvieren – taucht es nun wieder auf. Zwei Spiele in Folge ohne Treffer gab es seit Jahren nicht bei den Berlinern.

Immerhin, verlernt, nach vorn zu spielen, haben die Eisbären nicht. Die Statistik liest sich gut, im letzten Drittel rannten die Berliner an und schossen zwölf Mal auf das Tor der Nürnberger. Selbst kam der Gastgeber zu lediglich drei Schüssen. Auch insgesamt sprach das Verhältnis mit 29:22 Schüssen deutlich für die Berliner, bei denen in Steve Walker (Knieprobleme), Sven Felski (Bauchmuskelzerrung) und André Rankel (Gehirnerschütterung) drei wichtige Stürmer fehlten. Die Intensität der Nürnberger erreichten die Eisbären aber nur selten, vor allem in den ersten 30 Minuten. „Wir waren am Anfang nicht bereit und haben nicht hart genug gespielt“, befand Don Jackson, „ab dem Mitteldrittel waren wir besser.“ Allerdings nicht gut genug, um die Treffer von Thomas Kemp (8.) und Greg Leeb (26./Überzahl) zu egalisieren.

Damit dreht sich nun ein Trend für die Eisbären. Lange waren ihnen Auswärtsspiele lieber, daheim taten sie sich schwer. Mittlerweile aber klappt es zu Hause sehr gut, während die Auswärtssiege selten geworden sind. In den vergangenen sieben Spielen in der Fremde konnten die Berliner nun fünf Punkte sammeln. Folglich sollte es den Eisbären entgegenkommen, dass die Hälfte der letzten sechs Hauptrundenpartien in Berlin stattfindet. Zuvor müssen sie allerdings am Freitag bei den Straubing Tigers antreten. Was gut sein sollte für die Berliner, um ihre Torschusspanik zu lindern, denn Straubing hat bislang die meisten Gegentreffer in der Liga kassiert.

( BMO )