Eishockey

Berliner Eisbären schlagen Nürnberg Ice Tigers

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Marcel Stein

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Die Eisbären haben den siebten Heimsieg in Folge gefeiert. Sie gewannen in der O2 World mit 4:1 gegen die Nürnberg Ice Tigers. Allerdings gab es bei den Berlinern auch einige Unzulänglichkeiten.

Der Zeitpunkt war schlecht. Ausgerechnet in der 29. Spielminute saßen zwei Profis des EHC Eisbären auf der Strafbank. Was blieb also anderes übrig, als die Mannschaft in diesen schweren Momenten in höchstem Maße konzentriert zu unterstützen. Zumal die Nürnberg Ice Tigers am Dienstagabend ein Schuss-Feuerwerk im Sekundentakt veranstalteten.

Die Pucks flogen nur so durch die Gegend, das war aufregend. So sehr, dass die Fankurve ihr großes Ritual vergaß. Eigentlich ertönt das bekannte „Ost, Ost, Ost-Berlin“ ja genau in der 30. Minute. Diesmal aber waren alle viel zu beschäftigt mit dem Mitfiebern. Erst als die Gefahr gebannt war, kam der Ruf – mit einer Minute Verspätung. Und hörte sich an wie das Siegesgeschrei nach einer gewonnenen Schlacht. Die letztlich auch an ihre Mannschaft ging, die Eisbären setzten sich mit 4:1 (1:0, 2:1, 1:0) durch und sicherten ihren zweiten Platz in der Deutschen Eishockey-Liga.

Don Jackson muss improvisieren

In der DEL ist die Hauptrunde ja lang genug, dass einzelne Partien schnell in Vergessenheit geraten. Manche Spiele aber bleiben auch über längere Zeit präsent, etwa das zwischen den Eisbären und Nürnberg Anfang November. Die Berliner waren gut. Doch dann wurde sieben Sekunden vor dem Ende aus dem 3:1 noch ein 3:3, im Penaltyschießen fehlte anschließend auch noch das Glück.

Ein solches Maß an finaler Dramatik blieb die Eisbären und ihren Fans diesmal erspart. Wahrscheinlich wird das zweite Aufeinandertreffen vor 13.200 Zuschauern in der O2 World daher auch weit weniger in der Erinnerung haften als das erste. Obwohl es durchaus einiges zu bieten hatte, besonders ein konstant hohes Tempo.

Andererseits gab es auch einige Unzulänglichkeiten. Bei den Eisbären sicher dadurch bedingt, das Trainer Don Jackson improvisieren musste. Vier Spieler fehlten ihm (Friesen, Walker, Busch, Christensen), und die neu formierten Sturmreihen hatten das eine oder andere Problem mit der Abstimmung. Was die Eisbären aber nicht davon abhielt, den Gegner gut zu beschäftigen und durch Laurin Braun (4.), André Rankel (25.) sowie Sven Felski (34.) mit 3:0 in Führung zu gehen.

Gerade bei den ersten beiden Treffern profitierten die Eisbären von der Mithilfe des Nürnberger Torhüters Patrick Ehelechner. EHC-Goalie Rob Zepp, zuletzt in Iserlohn (3:4) kritisiert, agierte deutlich sicherer. Beim Schuss von Sean Blanchard zum 1:3 war er aber machtlos (38.). Theoretisch bestand nun zwar die Möglichkeit, dass die Partie einen ähnlichen Verlauf nimmt wie vor drei Monaten. Damals aber waren die Berliner auf der Suche nach ihrer Form. Inzwischen haben sie die gefunden, und so nahm Jim Sharrow mit dem 4:1 die Spannung aus dem Spiel (57.). Da saßen gerade zwei Nürnberger auf der Strafbank und die EHC-Fans ließen die Welle durch die Arena kreisen.