Eishockey

Eisbären bereits der achte DEL-Tabellenführer

So eng war es selten: Nach dem 5:4 in München sind die Berliner Eisbären der achte Tabellenführer der bisherigen Saison. Grund für die Ausgeglichenheit ist der schrumpfende finanzielle Spielraum vieler Topklubs.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Nach einem Sieg über München stehen die Eisbären an der Tabellenspitze. Am Freitag erwarten die Berliner im Spitzenspiel den Zweiten EHC Wolfsburg.

Video: BMO
Beschreibung anzeigen

Vergangene Saison ist lange Zeit nicht viel passiert an der Spitze. Da wurde die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) zwei Drittel der Hauptrunde vom EHC Eisbären dominiert. In dieser Saison allerdings gibt die Liga ein ganz anderes Bild ab. Oben wechselten sich die Klubs öfter ab als gewohnt, sogar Aufsteiger München belegte zweimal den ersten Platz, den nun erstmals in dieser Saison die Eisbären innehaben, nachdem sie sich in München am Sonntag mit 5:4 nach Penaltyschießen durchgesetzt haben.

Dem Spannungsfaktor der Liga tut gestiegene Unberechenbarkeit sicher gut. Allein aus Zufall entspringt dies derweil nicht. „Ich habe erwartet, dass es oben mehr Veränderungen gibt in dieser Saison“, sagte EHC-Manager Peter John Lee. Wie stark der Konkurrenzdruck in der DEL geworden ist, zeigt auch, dass in Mannheim, Hannover und Iserlohn schon drei Teams an der Spitze standen, die gerade weit hinten zu finden sind. Hannover hielt sich immerhin 14 Spieltage und damit am längsten von allen acht bisherigen Tabellenführern auf Platz eins.

Ein Grund für die größere Ausgeglichenheit ist der enger gewordene finanzielle Spielraum vieler Topklubs. „Augsburg und Straubing bieten Spielern das gleiche Geld wie wir“, sagt etwa Jeff Tomlinson, der mit den DEG Metro Stars selbst drei Spieltage lang die Tabelle anführte. Klubs mit insgesamt kleinen Etats leisten sich kaum Ausgaben für Infrastruktur wie Nachwuchs oder Marketing. Das dadurch gesparte Geld wird zudem gezielter als früher ausgegeben. „Es wird immer mehr nach guten talentierten Spielern gesucht, die wirklich zu diesen Vereinen kommen wollen“, hat EHC-Verteidiger Derrick Walser festgestellt. Überdies gelingen auch den Topklubs nur noch selten echte Transfercoups mit signifikant besseren Ausländern.

Was dazu führt, dass die Titelfrage in dieser Saison recht schwer zu beantworten ist. „Wenn ich mir die Liga anschaue, kann ich nicht sagen, ob Straubing oder sonst wer Meister wird“, so Tomlinson. Den Berlinern jedenfalls kam es nicht ganz ungelegen, diesmal einen deutlich härteren Weg durch die Hauptrunde nehmen zu müssen nach der Erfahrung der Vorsaison, die mit dem überraschenden Viertelfinal-Aus endete. Sie hatten viele Probleme, mit denen sie sich auseinandersetzen mussten. „Das ist vielleicht besser so“, sagt Lee, dessen Mannschaft nun die Chance hat, sich oben festzusetzen. Denn am Freitag folgt das Spitzenspiel gegen den Zweiten aus Wolfsburg.