Eishockey

Siegesserie der Eisbären reißt in Ingolstadt

Der EHC Eisbären hat auswärts gegen den ERC Ingolstadt mit 1:4 verloren. Der Gegner nutzte vor allem die sich häufenden Strafmandate gegen die Berliner.

Wenn es immer danach gehen würde, was vor Saisonbeginn über eine Mannschaft erzählt wird, dann müsste es dem ERC Ingolstadt eigentlich blendend gehen. Einige Trainer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) sahen in den Oberbayern nämlich einen der heißesten Kandidaten auf den diesjährigen Titelgewinn. Warum, das ließ sich ein paar Wochen später nicht mehr ganz sicher sagen. Die Mannschaft wurde immer schlechter und entfernte sich weit von den Play-off-Plätzen. Sogar von denen Rängen, mit denen man sich für das Pre-Play-off qualifiziert.

Letztere haben die Ingolstädter inzwischen wieder erreicht. Auf Platz zehn rangieren sie nun dank vier Siegen aus den vergangenen fünf Spielen. Ihr jüngster Erfolg gelang den Süddeutschen am Mittwoch daheim gegen den Tabellendritten EHC Eisbären, für den mit dem 1:4 (0:0, 1:2, 0:2) eine Siegesserie von vier Partien endete.

Vielleicht hatten sie die Punkte gegen die Berliner ja schon vorher eingeplant. Bis vor kurzem galt nämlich, dass wenn die Ingolstädter in dieser Saison einen der seltenen Tage erwischten, an denen sie gut aussahen, die Eisbären der Gegner waren. Zwei Partien wurden vorher gespielt in diesem Duell, zweimal siegte der ERC.

Motzko trifft drei Mal

Auf Dauer war das natürlich zu wenig und die Ingolstädter bemerkten, dass ihr Kader nicht den Anforderungen eines Spitzenteams entspricht. Der neue Trainer Rich Chernomaz, der einst Köln und Frankfurt zur Meisterschaft führte, sortierte daher zuletzt etwas aus. Der im Sommer aus Berlin gekommene Verteidiger Marvin Degon wurde Weihnachten durch Bryce Lampman ersetzt. Gegen die Eisbären gab Stürmer Wyatt Smith, der auf 216 Einsätze in der nordamerikanischen Profiliga NHL zurückblicken kann, sein Debüt in der DEL.

Jener Smith führte sich dann auch gleich gut ein und war mit zwei Chancen einer der auffälligeren Spieler im eher mäßigen ersten Durchgang. In dem waren die Eisbären zwar das bessere Team, legten allerdings nicht viel Entschlossenheit im Vorwärtsgang an den Tag. So blieb es dann auch Smith vorbehalten, den ersten Treffer des Abends vorzubereiten – in Überzahl bediente er Joe Motzko (30.). Dieser Motzko wiederum beanspruchte fortan die Rolle des auffälligsten Akteurs für sich. Zwar ließ er zunächst Denis Pederson ebenfalls im Powerplay ausgleichen (35.) und Jakub Ficenec wieder mit einem Mann mehr auf dem Eis die erneute Führung für den ERC erzielen (38.). Dann aber schlug Motzko doppelt zu. Er nutzte die sich häufenden Strafmandate gegen die Berliner zu Beginn des letzten Drittels so konsequent, dass das Spiel damit auch gleich seinen Sieger gefunden hatte. Erst traf Motzko in doppelter (41.), dann in einfacher Überzahl (42.).

Hatte Trainer Don Jackson zuvor noch die Verbesserungen seiner Eisbären im Über- und Unterzahlspiel als einen der entscheidenden Faktoren für die zuletzt guten Auftritte ausgemacht, so waren grobe Versäumnisse in beiden Kategorien am Mittwoch wieder einmal in dieser Saison der Grund, warum die Berliner, die am Freitag die Augsburger Panther empfangen (20.20 Uhr, O2 World und Sky live), als Verlierer vom Eis gingen.