Eishockey

Konkurrenzdruck bei Eisbären stärkt das Team

Die Niederlagen sind Vergangenheit. Der EHC spielt wieder hochklassiges Eishockey und das freut Trainer Don Jackson. Denn Spieler, die eher selten in Erscheinung traten, fallen verstärkt auf. Gegen Ingolstadt soll das Niveau gehalten werden.

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Don Jackson klingt entspannt, er lacht sogar. Wie sich die Stimmung doch wandeln kann innerhalb weniger Tage. Noch vor kurzem wurde dem EHC Eisbären hartnäckig eine schwere Krise eingeredet, obwohl die Berliner in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) den dritten Platz einnehmen. Und Jackson sah nicht so aus, als hätten ihn die ganzen negativen Schwingungen um ihn herum kalt gelassen. Inzwischen hat der EHC vier Spiele in Folge gewonnen, sogar Platz eins ist greifbar heute Abend bei den Panthern in Ingolstadt. Von wegen Krise.

Zufrieden war allerdings auch der Trainer nicht mit dem, was seine Mannschaft bis zum Ende des vergangenen Jahres ab und zu gezeigt hat. Mittlerweile redet er wieder mehr darüber, was seine Spieler gut machen als darüber, was sie alles nicht gut machen. „Alle sind besser geworden. Wir haben mehr Tore in Überzahl erzielt, in Unterzahl sicherer gespielt“, sagt der US-Amerikaner. All das führte zu einer positiven Konstanz, wie sie in dieser Saison mit einer kleinen Ausnahme zu Beginn nicht zu sehen war.

Ein Grund dafür ist, dass mehr von dem umgesetzt wird, was Jackson fordert. Spieler, die bislang eher selten in Erscheinung getreten sind, fallen derzeit verstärkt auf. Verteidiger Jim Sharrow punktete zuletzt ebenso regelmäßig wie Abwehrkollege Frank Hördler oder Stürmer Chris Hahn. Verteidiger Dominik Bielke blüht als Stürmer plötzlich auf, erobert und behauptet mit seinem kräftigen Körper Pucks und erfreut damit den Trainer. „Alle übernehmen mehr Verantwortung, so wie ich es mir vorstelle“, erzählt der Trainer.

Mit der gestiegenen Verantwortung geht etwas einher, was der Coach in den vergangenen Monaten öfter vermisst hat: Der interne Konkurrenzdruck nimmt zu. „Wir haben gerade einen sehr guten Wettkampf um die Positionen“, so Jackson. Hahn und Mads Christensen werden etwa heute mit Tyson Mulock die dritte Reihe bilden und die Weiß-Brüder in die vierte verdrängen. Von denen wiederum erwartet Jackson eine entsprechende Reaktion.

Aber keine solche wie von Marvin Degon. Der fühlte sich nicht wohl bei den Eisbären und verließ den Klub im Sommer trotz laufenden Vertrags nach nur einer Saison in Richtung Ingolstadt. Gegen die Berliner auflaufen wird der US-Amerikaner heute allerdings nicht. Er wurde Weihnachten aus dem Kader des Zehnten gestrichen, weil „er nicht nach Ingolstadt gepasst hat“, wie Sportdirektor Jim Boni sagte. Der Abwärtstrend des Verteidigers fand dadurch ein vorläufiges und überraschendes Ende.

Als der 27-Jährige 2008 in Wolfsburg anheuerte, war er sofort einer der besten Abwehrspieler der Hauptrunde mit 40 Punkten. Der vermeintliche Karrieresprung zum Branchenführer nach Berlin erwies sich jedoch schon als Rückschritt (23 Punkte). „Er ist ein anständiger Spieler. Aber er war hier nicht glücklich, weil er nicht genug Powerplay spielte. Und das Powerplay war alles für ihn“, sagt Jackson. Ingolstadt sollte der Ausweg sein aus dem Dilemma, entpuppte sich jedoch nur als Sackgasse (9 Punkte). Nun spielt Marvin Degon vorerst gar nicht mehr.