Eishockey

Eisbären droht im Play-Off-Viertelfinale das Aus

Titelverteidiger Eisbären Berlin steht im Play-off der DEL mit dem Rücken zur Wand. Ihm droht nach einer 3:5-Heimpleite gegen die Augsburger Panther am Ostermontag sensationell das Aus. Den Berlinern wurde ein katastrophales Mitteldrittel zum Verhängnis.

Die Fassungslosigkeit auf den Rängen steigerte sich von Minute zu Minute. Mancher Fan des EHC Eisbären konnte nicht glauben, was sich da vor seinen Augen zutrug. Verzweifelte Rufe kamen auf, erst zaghaft, dann immer lauter: „Wir wollen die Eisbären sehen.“ Sie waren natürlich da, körperlich zumindest, aber mit der Mannschaft, die die Fans kennen, hatte die Truppe unten auf dem Eis für einige Minuten im zweiten Drittel nur wenig zu tun. Hilflos rutschte der Titelverteidiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) umher, kassierte vier Gegentore. Das noch zu korrigieren, dazu waren die Eisbären nicht mehr in der Lage und verloren am Samstag daheim die dritte Viertelfinalpartie gegen den Außenseiter Augsburger Panther 3:5 (0:0, 0:4, 3:1).

In der „Best of five“-Serie liegen die Berliner nun 1:2 zurück – und könnten am Montag in Augsburg ein jähes Saisonende erleben. So wie die DEG Metro Stars, die in Wolfsburg 1:3 und die Serie 0:3 verloren. Nürnberg hingegen erzwang in Hannover mit einem 5:2 (Serie 1:2) ein viertes Spiel.

Vom dritten Spiel einer maximal über fünf Partien gehenden Serie heißt es, dass es ein besonders wichtiges sei. Vor allem, wenn die Serie unentschieden steht. Unangenehm war also die Situation für den Titelverteidiger. Die Leichtigkeit, mit der er die Hauptrunde absolviert hatte, ist abhanden gekommen. Ausgerecht zum Start des Play-off entwickelten sie Probleme, die vorher undenkbar schienen. Sie kommen nicht mehr recht in die Zweikämpfe, die Abstimmung funktioniert nur noch leidlich, vor dem Tor fehlt Durchsetzungskraft.

All das führte dazu, dass die Mannschaft, die als beste in die K.o.-Runden eingezogen ist, gegen die mit der schlechtesten Ausgangsposition unter einen unerwarteten Druck geriet. Nur mit großer Mühe gelang den Eisbären ein 2:1 im ersten Viertelfinal-Duell, das zweite wurde 1:2 verloren. Dass es so weitergehen könnte für den Meister, daran mochte niemand recht glauben. Dass es noch schlimmer kam, gleicht einer mittleren Katastrophe. „Wir stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand“, sagte EHC-Stürmer Stefan Ustorf.

Sie wollten eigentlich härter arbeiten, endlich in den gewohnten Rhythmus finden. Stattdessen gelang es den Berlinern nicht, die beiden ersten Partien gedanklich abzustreifen. „Wir haben probiert und probiert, aber nicht gradlinig genug, zu umständlich“, so Ustorf. Wieder starteten sie mühsam, ließen sich von den selbstbewussten Augsburgern, die zuvor in allen vier Partien in der O2 World sieglos waren, in die Defensive drängen.

Die Augsburger spürten die Unsicherheit der Berliner, spielten schnell und unbekümmert nach vorn in der Hoffnung, den Meister mit einem frühen Tor zu schocken. Dieses Tor fiel dann auch, zwar nicht früh, dafür mit einer umso schlimmeren Wirkung. Nach dem 0:1, erzielt von Jeff Likens (27.), brachen die Eisbären auseinander. Chris Collins (31.) und Brett Engelhardt (36./40.) erhöhten auf 4:0 für Augsburg. Ein Treffer gelang den Gästen sogar in Unterzahl.

Zwar kam noch einmal kurzzeitig Hoffnung auf, Jens Baxmann (49.) und Denis Pederson (50.) verkürzten auf 2:4. Aber das eher theoretische Aufholszenario wurde durch den fünften Panther-Treffer von Thomas Kemp schnell relativiert (53.). Den Berlinern verschaffte das einen überaus ungemütlichen Ostersonntag. Sie müssen nach Mitteln und Wegen suchen, ein fünftes Spiel am Mittwoch in Berlin zu erzwingen. „Wir müssen das Gute aus dem letzten Drittel mitnehmen“, sagte Ustorf. Den dritten Abschnitt hatten die Berliner durch einen Treffer von Florian Busch (60.) mit 3:1 gewonnen. „Augsburg hat getan, was nötig ist, um eine Serie zu gewinnen. Jetzt müssen wir das tun“, sagte Trainer Don Jackson.

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