BR Volleys

BR Volleys sind dem elften Meistertitel sehr nah

| Lesedauer: 4 Minuten
Dietmar Wenck
Anton Brehme (M.) punktet zielsicher: Den Berlinern gelang im zweiten Finale so gut wie alles.

Anton Brehme (M.) punktet zielsicher: Den Berlinern gelang im zweiten Finale so gut wie alles.

Foto: nordphoto GmbH / Engler / picture alliance / nordphoto GmbH / Engler

Die BR Volleys stehen dicht vor dem Gewinn ihres elften Meistertitels. In der Finalserie gegen Friedrichshafen führen sie 2:0.

Berlin. Niemand bei den BR Volleys kann nach einem gelungenen Schmetterschlag die Augen im Jubel so weit aufreißen und sich so schön freuen wie Cody Kessel. Im zweiten Finale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft hatte der Amerikaner in Diensten der BR Volleys dazu allen Grund. Denn sein Team, das sich im ersten Spiel beim 3:2 in Friedrichshafen noch so quälte, gewann diesmal souverän 3:0 (25:22, 25:17, 25:23). Damit führen die Berliner in der Finalserie nach dem Modus „Best of five“ 2:0. Gewinnen sie auch am Donnerstag (18 Uhr, Sport1) am Bodensee, sind sie zum elften Mal deutscher Meister.

„Das wird noch mal eine heiße Nummer“, warnt Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand allerdings. Auch der Berliner Diagonalangreifer Benjamin Patch stellte klar: „Du darfst nicht vergessen, wer Friedrichshafen ist. Die haben ein sehr starkes Team, und du weißt nie, wie das nächste Spiel endet.“ Mittelblocker Anton Brehme ist sicher: „Der VfB wird am Donnerstag nach Kräften dagegenhalten. Die haben nichts zu verlieren.“ Der 22-Jährige meint aber auch: „Wir haben jetzt ein großes Selbstvertrauen. Wir müssen einfach so weitermachen.“

Aufschlag und Annahme fast perfekt bei BR Volleys

Am Sonntag sah alles so spielerisch leicht aus. Grund war, dass die Basiselemente fast traumhaft funktionierten. „Aufschlag und Annahme sind die Schlüssel, damit gewinnt es sich leichter“, sagte Trainer Cédric Énard. Die Schlüssel passten diesmal sehr gut, so wie in den letzten drei Sätzen im ersten Spiel. Patch, Samuele Tuia, Éder Carbonera oder Sergej Grankin übten mit ihrem Service so viel Druck aus, dass die Gäste nie in einen Rhythmus fanden.

Énard hatte anders als im ersten Finale gleich Cody Kessel anstelle des unter leichten Knieproblemen leidenden Franzosen Timothée Carle in die Startformation beordert – ein kluger Schachzug, Kessel (elf Punkte) sammelte neben Patch (15) und Éder (12) die meisten direkten Punkte. Doch ein weiterer Profi ragte heraus, fand Niroomand: „Ich hebe nicht gern jemanden hervor, aber was Sergej Grankin heute zugespielt hat, das war weltklasse, eine Delikatesse für Volleyball-Ästheten.“

Die Gäste, die in der regulären Saison so dominant aufgetreten waren und auch Berlin zweimal bezwungen hatten, wirkten ratlos, hilflos. Fünf Sätze in Folge haben sie nun verloren, was nicht gerade eine aufbauende Serie ist. „Wir brauchen schon einen perfekten Tag, um Berlin zu schlagen“, sagte VfB-Trainer Michael Warm, „im ersten Spiel haben wir den zwei Sätze lang gehabt. Dann ist das Momentum gekippt.“

BR Volleys haben nun schon zwei Statements abgegeben

Im ersten Satz des zweiten Finales war die Partie noch über weite Strecken ausgeglichen. Ein Ass von Patch zum 21:19 brachte den entscheidenden kleinen Vorteil, der im Satzgewinn mündete. In Durchgang zwei lief die Angriffsmaschine der Gastgeber noch besser. Warm wechselte viel, versuchte alles, doch nichts half. Sein Topangreifer Linus Weber (12 Punkte) blieb klar unter seinen Möglichkeiten. Auch sonst spielte sich niemand in den Vordergrund.

Und so nahm das Schicksal für Friedrichshafen seinen Lauf. Ein erstes starkes Statement hatten die BR Volleys drei Tage zuvor am Bodensee gegeben, als sie einen 0:2-Satzrückstand aufholten. Ihr zweites, vielleicht noch stärkes Statement lieferten sie nun. Der dritte Satz war nur am Ende knapp, zuvor hatten die Berliner schon 23:17 geführt und die Zügel kurz schleifen lassen. Friedrichshafen nutzte das nicht. Trainer Warm hielt für sich die Hoffnung am Leben, als er sagte: „Bekanntlich muss man drei Spiele gewinnen, um Meister zu werden.“ Im Moment ist das bei den BR Volleys allerdings viel leichter vorstellbar als bei seiner Mannschaft.

Mehr über die BR Volleys lesen Sie hier.