Volleyball

BR Volleys: "Im Halbfinale auszuscheiden, wäre ein Desaster"

| Lesedauer: 3 Minuten
dpa
Ein Volleyball-Spiel.

Ein Volleyball-Spiel.

Foto: dpa

Jetzt droht den BR Volleys nicht nur das schnelle Halbfinal-Aus, sondern auch eine Champions-League-Pause. Die Berliner müssen gegen Kontrahent Düren die nächsten zwei Spiele gewinnen, um das "Desaster" zu verhindern, wie ihr Manager den möglichen K.o. einstuft.

Berlin. Bei den Berlin Volleys herrscht Ernüchterung. "Es wäre sportlich ein Desaster, wenn wir nicht ins Endspiel kämen und damit dann ein Jahr lang nicht in der Champions League spielen könnten", sagte Manager Kaweh Niroomand der Deutschen Presse Agentur. Die BR Volleys hatten zuvor im ersten Playoff-Halbfinale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft bei den SWD powervolleys Düren 1:3 (17:25, 18:25, 25:20, 21:25) verloren - und das verdient.

Die letzte Chance der BR Volleys, das Unheil abzuwenden, besteht darin, die beiden restlichen Spiele in der Halbfinal-Serie "Best of three" gegen die Rheinländer zu gewinnen. Am Mittwoch geht es in der Max-Schmeling-Halle zunächst darum, nach Siegen gleichzuziehen. Ob dann tatsächlich wie angekündigt 800 Zuschauer dabei sein werden, ist in Anbetracht steigender Inzidenzzahlen fraglich. "Wir haben alle Vorkehrungen getroffen", erklärte Niroomand, "aber wenn die Politik uns sagt, es geht nicht, dann geht's eben nicht."

Die BR Volleys möchten mit der Wiederzulassung von Zuschauern "ein Signal der Zuversicht für den gesamten deutschen Sport setzen", erklärt Niroomand. Der Volleys-Manager sagt: "Wir wollen den Menschen mit diesem Spiel eine Perspektive für eine schrittweise Rückkehr zur Normalität, auch im Sport, geben." Allerdings sei das Vorhaben auch mit hohen Kosten verbunden. Durch die ganze Logistik und die Corona-Tests bei den Zuschauern entstünde dem Verein ein Minus im fünfstelligen Bereich.

Sollte Düren in Berlin gewinnen, fände am kommenden Samstag bei den Rheinländern ein alles entscheidendes drittes Spiel statt. Wie schwer es dort ist, sich zu behaupten, erfuhren die BR Volleys im ersten Playoff-Halbfinale gerade in den ersten beiden Sätzen auf leidvolle Weise. "Da waren wir gar nicht anwesend", ärgerte sich Niroomand.

Der Manager vermisste insbesondere ein selbstbewussteres Auftreten der eigenen Mannschaft. "Ich habe in die Gesichter unserer Spieler geschaut. Da war selbst bei den routinierten Leuten Anspannung und zum Teil Nervosität zu sehen", berichtete er.

Die Dürener gingen nach einem relativ einfachen Prinzip vor. "Du musst die BR Volleys mit Aufschlägen bombardieren, um sie vom Netz fernzuhalten", sagte ihr Zuspieler Tomas Kocian. Diese Methode praktizierte der Chilene Sebastian Gevert äußerst erfolgreich. Sieben von insgesamt 13 Assen gingen auf sein Konto. Kocian indes betonte: "Das war eine unglaublich gute Teamleistung von uns."

Eines der hohen Ziele der BR Volleys ist es, fester Bestandteil der Champions League zu werden. Deshalb würde ein Aus im Halbfinale den Verein hart treffen. Aus der Bundesliga qualifizieren sich nur die beiden Endspielteilnehmer für die Königsklasse. "Noch ist die Zeit ja nicht gekommen", sagte Niroomand, "aber wenn das passieren sollte, dann kommen wir darüber auch hinweg".

© dpa-infocom, dpa:210320-99-903552/4

( dpa )