BR Volleys

Anton Brehme: Eine neue Größe im deutschen Volleyball

Anton Brehme beeindruckt bei den BR Volleys mit seinem Spiel und seiner Einstellung. Von dem 21-Jährigen wird auch noch viel erwartet.

Jung, unbekümmert, erfolgreich: Anton Brehme hat im Team des zehnmaligen deutschen Meisters schnell Fuß gefasst.

Jung, unbekümmert, erfolgreich: Anton Brehme hat im Team des zehnmaligen deutschen Meisters schnell Fuß gefasst.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Berlin. Der 2,06 Meter große, junge Mann freute sich riesig. Nach dem 3:0 in der Volleyball-Bundesliga gegen Unterhaching war Anton Brehme (21) gerade zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt worden. Zum ersten Mal, seit er das Trikot der BR Volleys trägt. Ein weiteres Indiz, dass es mit ihm immer weiter aufwärts geht.

An diesem Sonnabend (16 Uhr) begegnet er einem Teil seiner eigenen sportlichen Geschichte, der jetzt schon Ewigkeiten zurückzuliegen scheint. Da tritt er mit dem zehnmaligen deutschen Meister im Sportforum Hohenschönhausen an, der Heimstatt des VC Olympia. In der Halle am Weißenseer Weg hat er selbst vier Jahre lang trainiert und gespielt, noch bis Sommer 2019. Dort hat seine Karriere Fahrt aufgenommen. Inzwischen verläuft sie so rasant, dass manche Experten in dem Mittelblocker eines der prägenden Gesichter in der Zukunft dieser Sportart sehen.

Anton Brehme überzeugt seine Chefs bei den BR Volleys

„Anton ist unbekümmert, unkompliziert, und er will vorankommen. Er hat einen positiven Ehrgeiz und ist trotzdem sehr bescheiden“, fasst Kaweh Niroomand zusammen. Der Geschäftsführer der BR Volleys glaubt sogar: „Seine Ausstrahlung ist für einen so jungen Mann ungewöhnlich. Er bringt alle Attribute mit, ein ganz Großer zu werden.“ Umso zufriedener ist er, dass sich Anton Brehme im vergangenen Sommer für Berlin entschieden hat.

Eine Saison lang hatte Brehme in der Bundesliga für Lüneburg gespielt. „Es war cool zurückzukehren“, sagt der gebürtige Leipziger. Schon zu seinen Olympia-Zeiten hatte er ein Zweitstartrecht für den deutschen Top-Verein und mit den Profis trainiert. Er könne hier noch professioneller werden, sich technisch und athletisch verbessern, auf Top-Niveau arbeiten, glaubt er, aber dem Blondschopf mit dem freundlichen Lächeln ist gleichwohl bewusst: „Ich muss mich natürlich auch durchsetzen.“

Die Konkurrenz bei den BR Volleys ist riesig

Was beim Blick auf seine Mannschaft als eine Riesenaufgabe erscheint. Da spielt mit Éder Carbonera (37) ein Olympiasieger auf seiner Position. Mit dessen Landsmann Renan Michelucci (27), der in der vergangenen Saison mit Volei Taubate brasilianischer Meister wurde, fordert ein weiterer erfahrener Mann Einsatzzeit. Und dann wurde im Dezember auch noch Kévin Le Roux (31) nachträglich verpflichtet, ein Franzose, der mit seinem Nationalteam die Weltliga gewonnen und sich für die Olympischen Spiele qualifiziert hat. Einer, der in Italien, Russland, China und Brasilien mit Volleyball sein Geld verdiente. Was soll ein 21-Jähriger da ausrichten? Macht er sich keine Sorgen?

Macht er nicht, sagt Brehme. „Ich bin jung, ich muss in jedem Training Vollgas geben, um vorwärts zu kommen. Ich will ja vor allem besser werden.“ Konkurrenz belebt da nur das Geschäft. Ihn habe die Personalie gefreut, zumal Le Roux für ihn nicht nur irgendein Mitspieler ist. „Er war früher auch mein Vorbild.“ Die Herausforderung belaste ihn nicht sonderlich. Bei Éder ist es genauso. „Es ist cool, mit ihm zu spielen und zu trainieren. Ich lerne viel von ihm.“ Brehme wäre allerdings nicht Brehme, würde er nicht zugeben: „Ihn im Training mal zu blocken, ist eine Extra-Motivation für mich.“

Brehme stellt sich der Herausforderung im Training

Bisher hat der junge Mann auch viel Einsatzzeit bekommen. Das liegt unter anderem daran, dass der Olympiasieger Éder in Berlin seine Bestform noch nicht erreicht hat und Le Roux nach wie vor von Rückenschmerzen geplagt wird. Brehme sagt: „Wer im Training besser ist, wird spielen.“ Vermutlich imponiert Trainer Cédric Énard neben seinen Leistungen diese positive Einstellung. „Wir kannten ihn ja schon und wussten, dass wir ein Riesentalent verpflichten“, sagt Niroomand, „wenn er gesund und fleißig bleibt, kann Anton einer der Besten auf seiner Position werden.“

Und wenn er sich seine Lockerheit bewahrt. Brehme genießt das Leben in Berlin, hat mit seiner Freundin „eine schöne Wohnung mit Balkon gefunden. Und wenn wir Meister würden, wäre das für mich schon ein kleiner Traum“, sagt er, „ich bin ja erst 21.“ Damit ist er der Jüngste in der Mannschaft. Er ist deshalb der Musikbeauftragte, der beim Training eine entspannte Atmosphäre schaffen soll. Sein eigener Geschmack, Deutsch-Rap, kommt dabei nicht so an, hat er festgestellt, eher schon die Techno- und House-Musik, die Benjamin Patch gern hört. Der Versuch, Sergej Grankin mit russischen Klängen zu erfreuen, war ein Schlag ins Wasser. „Deshalb hören wir oft einfach Musik aus den Charts“, aus den gängigen Hitlisten also. Sind eben doch einige etwas ältere Herrschaften in einer Mannschaft internationalen Formats. Anton Brehme ist auf dem besten Weg, dort seinen Platz zu finden.

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