BR Volleys

BR Volleys brauchen einen Sieg gegen die Katerstimmung

Im Spiel der BR Volleys gegen den VC Olympia Berlin geht es um Wiedergutmachung. Der gute Bundesligastart soll nicht verspielt werden.

Für BR-Volleys-Libero Julian Zenger hat der Jahrgang des VC Olympia großes Potenzial.

Für BR-Volleys-Libero Julian Zenger hat der Jahrgang des VC Olympia großes Potenzial.

Foto: Andreas Gora

Berlin. Eigentlich sind die Rollen klar verteilt in diesem Stadt-Derby am Mittwochabend (19 Uhr, Livestream über sporttotal.tv). Auf der einen Seite steht mit den BR Volleys der deutsche Meister und Favorit im Sportforum Hohenschönhausen, auf der anderen mit den Nachwuchs-Volleyballern des VC Olympia der zweitklassige Underdog.

Und doch sind die Töne vom großen Stadt-Nachbarn aus Charlottenburg, der aufgrund seiner Qualität und des Alters- und Erfahrungsunterschieds auf einen leichten Sieg hoffen dürfte, erstaunlich verhalten. So betont etwa BR-Volleys-Libero Julian Zenger (23), in der Saison 2016/2017 selbst für den VCO aktiv, viel lieber das Potenzial des Jahrgangs 2001/2002: „Beim VCO sind einige Jungs dabei, die mit Sicherheit den Sprung in den Profisport schaffen werden.“

BR Volleys sollen Gegner nicht mehr unterschätzen

Ein Grund für die Zurückhaltung ist wohl auch eine Lehre aus der bitteren Niederlage gegen die Volleyball Bisons Bühl am vergangenen Sonnabend: den Gegner bloß nicht mehr zu unterschätzen. Tief sitzen sie nämlich, der Frust, der Schock und vor allem die Wut über diese erste, unerwartete Pleite der BR Volleys in einer nationalen Volleyball-Partie seit rund eineinhalb Jahren. „Jede Serie kann reißen, aber nicht so“, sagte Trainer Cédric Énard nach dem 1:3 (22:25, 18:25, 28:26, 22:25) im Schwarzwald sichtlich verärgert.

Manager Kaweh Niroomand versuchte sich derweil in Schadensbegrenzung: „Natürlich darf das nicht passieren. Aber davon stürzt nicht gleich das ganze Haus ein. Unsere Spieler sind nun mal keine Übermenschen.“

BR Volleys wollen Pleite in Hohenschönhausen ausbügeln

Dass die BR Volleys keine Übermenschen sind, aber dennoch in der Lage, das Hausfundament zu sichern, können sie nun vier Tage später in ihrer Heimatstadt unter Beweis stellen. Und für Niroomand ist klar, dass die BR Volleys auch liefern müssen: „Keine Frage: da müssen wir gewinnen, sonst wird meine Gemütslage eine andere.“

Ein Sieg muss her, ein schneller Sieg gegen die Katerstimmung nach dem so fulminant geglückten Bundesligastart und der rekordverdächtigen Siegesserie in Liga, Pokal und Supercup. Der gute Saisonbeginn soll nicht so früh durch gedämpfte Laune wieder verspielt werden.

VC Olympia gibt sich gegenüber den BR Volleys demütig

Hierfür ist der VC Olympia eigentlich ein mehr als dankbarer Gegner. Der Bundesstützpunkt für Nachwuchsvolleyballer, der nahezu identisch mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft ist, nimmt in dieser Saison wie alle zwei Jahre mit einem Sonderspielrecht an der Bundesligarunde teil.

Weil sich sechs Spieler des VCO bei der U20-EM in Tschechien mit dem Coronavirus infiziert hatten, startet die Mannschaft jedoch erst jetzt in die Spielzeit. Entsprechend demütig geben sich die jungen Volleyballer um Trainer John Daniel. „Es ist eine Ehre für uns alle, gegen große Namen und Vorbilder spielen zu können“, so der Außenangreifer Erik Röhrs (19).

BR Volleys müssen sich erst entwickeln

Trotz der beiden deutlichen Bundesliga-Siege zu Beginn der Saison gegen Düren (3:0) und Unterhaching (3:0) betonen die BR Volleys nun nach ihrem Dämpfer in Bühl, dass dass Team nach einem halben Jahr Pflichtspielpause noch in einer Entwicklungsphase sei.

„Wir haben einen neuen Kader mit einigen klangvollen Namen“, sagte Niroomand, „aber das Ganze muss jetzt nach und nach erst einmal zur Mannschaft geformt werden.“ Immerhin sechs Positionen musste Énard im Vergleich zum Vorjahr verändern.

Nicht mit dabei sein wird am Mittwoch hingegen Mittelblocker Anton Brehme. Der 21-jährige Nationalspieler soll nach seiner Knieverletzung in dieser Woche erst vorsichtig wieder ans Mannschaftstraining herangeführt werden.

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