Volleyball

Niroomand kritisiert Volleyball-Bundesliga

BR-Volleys-Manager Kaweh Niroomand bedauert den Rückzug der Alpenvolleys Haching und kritisiert zugleich die Volleyball-Bundesliga.

Kaweh Niroomand ist unzufrieden mit der Entwicklung der Volleyball-Bundesliga.

Kaweh Niroomand ist unzufrieden mit der Entwicklung der Volleyball-Bundesliga.

Foto: nph / Kurth / picture alliance / nordphoto

Berlin. Die nicht enden wollende Zahl der schlechten Nachrichten hat Kaweh Niroomand die Laune verdorben. „Damit verlässt ein Verein die Volleyball-Bundesliga, der ambitioniert war, der Qualität hatte und hinter dem ein Unternehmen stand“, sagt der Manager des zehnmaligen deutschen Meisters BR Volleys im Gespräch mit der Berliner Morgenpost, „das ist ein herber Verlust.“ Gemeint ist der Rückzug der Hypo Tirol Alpenvolleys Haching aus der VBL, die nach dem Lizenzentzug für die insolventen Volleys Eltmann und dem freiwilligen Verzicht des langjährigen Ligamitglieds TV Rottenburg bereits ihren dritten Klub innerhalb weniger Wochen verliert.

Niroomand: Es liegt nicht nur an Corona

In einer wegen des Coronavirus unsicheren Zeit und mit Blick auf eine momentan unklar erscheinende Zukunft ist Niroomands Missmut verständlich. Auch in seinem rund 2,8 Millionen Euro umfassenden Saisonetat für die im März abgebrochene Spielzeit klafft noch eine Lücke im mittleren sechsstelligen Bereich.

Da sind immer neue Rückschläge nicht willkommen. „Dadurch wird die Attraktivität der VBL jedenfalls nicht größer“, sagt er. So viel steht für den Geschäftsführer der BR Volleys jetzt schon fest: „Diese Krise wird dem Volleyball sehr zusetzen. Die Wirtschaftskraft der Vereine nimmt eher ab.“ Das allerdings sei schon vor dem Virus ein Thema gewesen.

Und damit setzt Niroomand zur Kritik an der VBL an. Betrachte man die Verwaltung, die Einhaltung der Vorschriften, die Organisation der Wettbewerbe, werde gute Arbeit von der Liga geleistet. „Daran habe ich nichts auszusetzen. Aber sie ist keine vertriebsorientierte Organisation“, ärgert sich der 67-Jährige, der auch Vizepräsident Wirtschaft und Finanzen im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ist, „das heißt, sie schafft es nicht, Sponsoren an Land zu ziehen.“

Gerüchte ranken sich um weitere Vereine

Das Produkt VBL sei sehr gut, nur wenn man es nicht hinbekomme, dafür Partner zu akquirieren, „dann ist das nicht nur ein Marktproblem“. Eine Breitseite gegen das VBL-Management um den Geschäftsführer Klaus-Peter Jung, das seit Jahren vergeblich nach einem Namenssponsor sucht.

Die Vereine sind größtenteils auf das angewiesen, was sie selbst erwirtschaften. Darum ist es denkbar, dass es nicht bei dem Trio bleiben wird, dass nun aus verschiedenen Gründen ausscheidet. Auch um den TV Bühl, die Netzhoppers KW-Bestensee und die United Volleys Frankfurt ranken sich Rückzugsgerüchte. Was Niroomand nicht bestätigt, er sagt nur: „Ich hoffe, die Alpenvolleys sind der letzte Verein.“ Jung wird in einer Mitteilung der Liga so zitiert: „Wir können Stand heute davon ausgehen, dass wir - einschließlich des Nachwuchsprojekts VCO Berlin, das turnusgemäß in die Liga zurückkehrt - mit zehn Mannschaften in die Saison 2020/21 starten werden, sollten sich die Corona-bedingten Einschränkungen nicht noch länger als erwartet hinziehen.“

Alpenvolleys erreichten ihr Etatziel nicht

Das länderübergreifende Projekt aus Innsbruck und München hat sich nach drei Jahren zurückgezogen, weil sich die ambitionierten Ziele nicht erreichen ließen. Alpenvolleys-Geschäftsführer Hannes Kronthaler, ein Tiroler Bauunternehmer, sagt: „Die Corona-Krise ist nicht der einzige Grund für das Ende. Ziel war es, unser Budget um 30 Prozent auf zwei Millionen Euro zu steigen. Dies ist uns nicht gelungen.“ Aufgrund der Corona-Krise sei es sogar unwahrscheinlich, das bisherige Budget zu halten.

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