Volleyball

Bitter: BR Volleys werden kein deutscher Meister

Kehrtwende in der Volleyball-Bundesliga: Die Hauptrunde wird nun doch abgebrochen. Es gibt keinen Meister und auch keine Absteiger.

Den Pokalsieg immerhin haben die BR Volleys sicher. Wie es in der Meisterschaft weitergeht, war am Donnerstag noch unklar.

Den Pokalsieg immerhin haben die BR Volleys sicher. Wie es in der Meisterschaft weitergeht, war am Donnerstag noch unklar.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Berlin. Die Volleyball-Bundesliga (VBL) hat ihre Pläne innerhalb weniger Stunden revidiert und beendet wegen der Coronakrise nun doch die Saison bei Frauen und Männern. Grund dafür sei die „sich rasant verändernde Situation“, hieß es in einer Mitteilung am Donnerstagabend. Am Nachmittag hatte die VBL noch verkündet, die Hauptrunde beenden zu wollen.

Durch die Entscheidung werden in diesem Jahr keine Meistertitel vergeben. Das trifft Tabellenführer BR Volleys besonders hart. Außerdem entschied der Vorstand, dass es aufgrund der außergewöhnlichen Situation keine Regelabsteiger aus der 1. Bundesliga geben wird. Über die Vergabe der Startplätze im Europacup soll eine Regelung entscheiden, die mit dem Deutschen Volleyball-Verband (DVV) erarbeitet wird.

Die Maßnahme sorge dafür, dass „zusätzliche Reisen und damit verbundene erhöhte Risiken der Ansteckung im Sinne der Gesundheit der Spielerinnen und Spieler“ vermieden werden. Zudem haben laut VBL ausländische Spieler darum gebeten, in ihre Heimatländer zurückkehren zu dürfen, solange Reisen aus Deutschland noch möglich sind.

Niroomand will Verhandlungen über Einnahmeverluste abwarten

„Der Abbruch der Saison trifft viele Vereine hart, weil besonders die Play-offs die Phase der Saison sind, in der erwartungsgemäß die meisten Zuschauereinnahmen generiert werden“, sagte VBL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung. Die Liga werde sich „auf politischer Ebene dafür einsetzen, dass ihre Teams – die alle Wirtschaftsunternehmen sind – Chancen auf Ausgleichszahlungen erhalten, wie sie in anderen Wirtschaftszweigen möglich oder angedacht sind.“

Auf sofortige Ausgleichszahlungen seitens der Politik hatten die BR Volleys nicht beharrt. „Das ist jetzt einfach nicht der richtige Zeitpunkt, um Forderungen wegen der Einnahmeverluste zu stellen“, sagte Geschäftsführer Kaweh Niroomand. „Wir warten jetzt erst einmal ab, und wenn die Sache mit dem Coronavirus hoffentlich bald vorbei ist, werden wir das mit betreffenden Stellen in der Politik in aller Ruhe besprechen.“