Volleyball

BR Volleys in gefährlicher Mission

Die BR Volleys sind im Pokalfinale in Mannheim gegen Düren klarer Favorit. So klar, dass es schon gefährlich werden könnte.

Optimistisch, aber nicht zu optimistisch: Die BR Volleys um ihren Trainer Cédric Enard müssen an diesem Sonntag im Pokalfinale gegen Düren hochkonzentriert sein.

Optimistisch, aber nicht zu optimistisch: Die BR Volleys um ihren Trainer Cédric Enard müssen an diesem Sonntag im Pokalfinale gegen Düren hochkonzentriert sein.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Die Chronologie der Vorspiele sagt schon einiges aus über die Konstellation vor dem Volleyball-Pokalfinale an diesem Sonntag (13.45 Uhr, Sport1) in der Mannheimer SAP-Arena. Die BR Volleys, deutscher Meister und Champions-League-Teilnehmer, gewannen am Mittwoch in Ljubljana gegen sehr heimstarke Slowenen mit 3:2, obwohl sie die ersten beiden Sätze verloren hatten. Die Powervolleys Düren unterlagen am selben Tag daheim der grauen Bundesliga-Maus TV Rottenburg mit 2:3, obwohl sie die ersten beiden Sätze gewonnen hatten. Wer setzt noch einen Cent auf den Außenseiter aus dem Rheinland?

Nationalspieler Moritz Reichert, Kapitän der BR Volleys, macht sich darüber keine großen Gedanken, wer der Favorit ist, behauptet er. „Jeder denkt weniger an den Gegner“, sagt der 24-Jährige, „sondern mehr daran, dass wir im Pokalfinale stehen. Einige sind das erste Mal dabei. Alle sind hochmotiviert.“ Er selbst gewann den Cup schon einmal, 2015 mit dem VfB Friedrichshafen. Damals allerdings noch nicht in Mannheim, sondern in Halle/Westfalen und als sogenannter Ergänzungsspieler, nicht als Stammkraft, die er mittlerweile ist.

Dominanz hat auch Tücken für BR Volleys

Ihm ist natürlich bewusst, dass die Berliner Vorgeschichte in dieser Saison ihre Tücken hat. Ohne Satzverlust (jeweils 3:0 bei den Netzhoppers KW, in Friedrichshafen und gegen Herrsching) marschierten die BR Volleys ins Endspiel. In der Bundesliga haben sie alle ihre 18 Partien gewonnen; Platz eins vor dem Play-off ist ihnen nur noch rechnerisch zu nehmen. Doch gerade darin besteht die Chance der Dürener, die sich ganz anders als vor der Saison erwartet Sorgen um das Erreichen der Meisterschaftsrunde machen müssen. „Es läuft nicht doll bei ihnen, das kann sich leicht umkehren in eine Jetzt-erst-recht-Einstellung“, orakelt Reichert. „Sie wollen am Sonntag das Spiel der Saison machen.“ Die Berliner vielleicht nur ganz normal gewinnen, wie immer.

Sein Gegenüber bei den Westdeutschen, Michael Andrei, stützt diese These: „Wir werden das Spiel genießen. Einige bei uns denken im Moment zu viel nach. Vielleicht helfen uns die klaren Vorzeichen, frei aufzuspielen.“ In Reihen der Powervolleys stehen viele Routiniers wie er selbst oder Sebastian Gevert und der von Berlin an Düren ausgeliehene Youngster Egor Bogachev, die mit ihren Aufschlägen an einem guten Tag jeden Kontrahenten in Bedrängnis bringen können. Volles Risiko auf sein Service zu setzen, ist sehr riskant. Aber warum sollte Düren es nicht zumindest versuchen? Noch dem Motto: Wir haben nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Die Qualität hat die Mannschaft, eine große Leistung abzuliefern.

BR Volleys zehn Mal Meister, aber erst vier Mal Cupsieger

Die Umgebung ist dafür wie geschaffen. Das Pokalfinale vor bis zu 12.000 Zuschauern in der Mannheimer Arena ist zumindest eines der Highlights der deutschen Volleyball-Saison, wenn nicht der große Höhepunkt. Das öffentliche Fernsehen überträgt live, das allgemeine Interesse ist selten größer, es ist ein großes Finale. „Der Pokalsieg ist für die Weiterentwicklung unseres Projektes BR Volleys sehr wichtig“, sagt Geschäftsführer Kaweh Niroomand, „für die Marke, für die Reichweite, unseren Bekanntheitsgrad.“ Wer will nach einem solchen Fest mit leeren Händen dastehen?

Jedenfalls nicht der haushohe Favorit. Zumal die Berliner ohnehin ein traditionell gestörtes Verhältnis zum Pokalwettbewerb haben. Der zehnmalige Meister steht erst zum zehnten Mal im Finale, hat die Trophäe erst vier Mal erobert. Diesmal, glaubt jedoch Moritz Reichert, wird es klappen mit dem großen Erfolg an dem großen Tag: „Der ganze Verein hat sich darauf eingeschworen, dass der Pokal gewonnen werden soll. Es ist ein Titel, den wir unbedingt wollen.“ Für jetzt. Und im Mai soll die Meisterschaft folgen.

Mehr über die BR Volleys finden Sie hier.