Volleyball

BR Volleys: Ein bisschen Hoffnung oder nichts

Die BR Volleys müssen am Dienstag gegen Nowy Urengoy gewinnen. Sonst wird das Viertelfinale der Champions League für sie unerreichbar.

Wird in der Ballannahme und wegen seiner Vorbildrolle als Kämpfer bei den BR Volleys gebraucht: Samuel Tuia glaubt an einen Sieg gegen Nowy Urengoy.

Wird in der Ballannahme und wegen seiner Vorbildrolle als Kämpfer bei den BR Volleys gebraucht: Samuel Tuia glaubt an einen Sieg gegen Nowy Urengoy.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Wenigstens ist die Lage nicht kompliziert. Es muss gewonnen werden, klar und deutlich. „Wir wollen zeigen, dass wir Champions sind. Wir haben es immer noch in unserer eigenen Hand“, sagt Außenangreifer Samuel Tuia. Sein Klub, die Berlin Recycling Volleys, sollten in der Volleyball-Champions League aber jetzt endlich beginnen, ihre Trümpfe auszuspielen. An diesem Dienstag (19.30 Uhr) in der Schmeling-Halle gegen Fakel Nowy Urengoy hilft nur ein klarer Sieg weiter, ein 3:0 oder ein 3:1. Sonst ist das Viertelfinale praktisch nicht mehr zu erreichen.

Niroomand spricht vom „letzten Strohhalm“

Vom „letzten Strohhalm“ spricht Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand. „Damit könnten wir uns den Weg in die nächste Runde zumindest theoretisch noch offenhalten.“ Der erfahrene Manager gibt sich skeptisch, zu stark ist die Gruppe mit Russlands Meister Kuzbass Kemerovo (siegte 3:1 im Hinspiel in Berlin), Russlands Nummer drei Nowy Urengoy (gewann zu Hause 3:0 gegen Berlin) und Sloweniens Serienchampion Ach Ljubljana (verlor 0:3 in der Schmeling-Halle). Die Sieger der fünf Gruppen sind sicher im Viertelfinale, drei der fünf Tabellenzweiten erreichen dieses Ziel ebenfalls. Kemerovo (7 Punkte) führt in Gruppe B die Tabelle an, dicht gefolgt von Nowy Urengoy (6), mit etwas Abstand folgen Berlin (3) und Ljubljana (2).

Den Gastgebern ist klar: Auch wenn die Generalprobe am vergangenen Donnerstag gegen die Alpenvolleys Haching beim 3:1 gelang, auch wenn die wochenlang verletzten Tuia (Muskelverletzung) und Benjamin Patch (Achillessehnenanriss) in jenem Spiel ihre Comebacks gaben, auch wenn der Hallenvorteil für die BR Volleys spricht – es muss am Dienstag schon alles passen, um die Partie zu gewinnen. Die größte Stärke der Russen ist ihre Athletik. Ihre Art, Volleyball zu spielen, ist einfach, aber erfolgreich. „Die haben eine ganz andere Blockhöhe“, zieht Niroomand einen Vergleich zu den Bundesligarivalen, „eine sehr hohe Schlagstärke. Und wir müssen es schaffen, ihrem Aufschlagdruck Widerstand entgegenzusetzen.“

Heimvorteil muss den BR Volleys helfen

Manchmal mit raffinierten Angriffsbällen, immer mit guten Aufschlägen, aber zunächst mit einer fast fehlerfreien Annahme. Doch auch auf dem Gebiet hat die Mannschaft aus Sibirien zumindest einen Experten in ihren Reihen, der in Berlin aus seiner Zeit von 2014 bis 2016 noch gut bekannt ist: Erik Shoji, erster Libero der US-Nationalmannschaft. „Erik ist Weltklasse“, sagt Niroomand, „es wird ein sehr schweres Spiel. Letztes Wochenende haben die Zenit Kasan 3:1 geschlagen, das sagt alles.“ Den sechsmaligen Champions-League-Sieger.

Das war vor den eigenen Fans. In der Fremde treten russische Teams nicht immer so nervenstark auf. „Die Unterstützung des Publikums kann uns sehr helfen“, hofft der Volleys-Geschäftsführer, „Fakel hat die Anreise in den Knochen und spielt in einer fremden Umgebung. Aber ganz wichtig für uns ist: Wir treten unsere zurückgekehrten Spieler auf?“

Mentalität ist nicht das Problem von Samuel Tuia

Benjamin Patch klang nach seinen ersten Minuten gegen Haching noch eher verhalten: „Ich darf nicht zu euphorisch werden und muss weiterhin auf meinen Körper hören.“ Tuia dagegen strotzt schon wieder vor Tatendrang. „Jeder wird gegen Fakel 100 Prozent geben“, kündigt der Franzose an, „wir müssen wie Champions auftreten. Darum sind wir in Berlin.“ 100 Prozent? Und die Verletzung, die ihn immerhin seit dem vierten Advent gequält hatte? „Alle im Volleys-Staff haben gut gearbeitet“, antwortet der 33-Jährige, „ich bin physisch topfit.“ Für einen Spieler, der nach einer Verletzung zurückkommen wolle, sei die Physis das Wichtigste. „Und dann musst du im Spiel die richtige Mentalität zeigen.“ Das jedenfalls war noch nie das Problem von Samuel Tuia.