Volleyball

BR Volleys mit großen Zielen gegen den Olympia-Frust

Nach der gescheiterten Olympia-Qualifikation greifen die Volleyball-Nationalspieler Reichert und Zenger jetzt mit den BR Volleys an.

Julian Zenger (M.) und Moritz Reichert (r.) kämpfen mit den BR Volleys um Meisterschaft und Pokalsieg.

Julian Zenger (M.) und Moritz Reichert (r.) kämpfen mit den BR Volleys um Meisterschaft und Pokalsieg.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Berlin. Die verpasste Olympia-Chance ist noch in den Köpfen. Das sagen die Volleyball-Profis Moritz Reichert und Julian Zenger wie aus einem Munde. Schließlich ist es erst sechs Tage her, dass beide mit der deutschen Nationalmannschaft im Finale des Qualifikationsturniers in Berlin mit 0:3 an Frankreich gescheitert sind. „Das wird auch eine Weile dort oben bleiben“, ist sich Reichert sicher, der Kapitän der Berlin Recycling Volleys. „Es ist immer noch bitter“, fügt Libero Zenger hinzu, „wenn man sich bewusst macht, was für eine Chance wir hatten.“

BR Volleys empfangen am Donnerstag im Derby die Netzhoppers

Einig sind sie sich, dass die deutsche Mannschaft insgesamt bei dem Turnier sehr gute Leistungen geboten hat, besonders im Halbfinale gegen Bulgarien. Im Endspiel war dann ein anderes Team stärker, das kommt vor im Sport. „Frankreich war an dem Tag einfach besser“, gibt Reichert zu. „Sie haben sehr gut aufgeschlagen und auch in der Annahme fast jeden Ball gut nach vorn gebracht“, bestätigt Zenger. Auf der anderen Seite des Netzes spielte mit Nicolas Le Goff ihr Teamkollege von den BR Volleys, der vermutlich mit ganz anderem Schwung an die nächsten Aufgaben herangeht. Ab nun sind sie wieder gemeinsam unterwegs, zuerst an diesem Donnerstag (19 Uhr, Sport1) im Bundesliga-Derby gegen die Netzhoppers KW-Bestensee in der Max-Schmeling-Halle.

„Jetzt konzentrieren wir uns wieder ganz auf Berlin“, kündigt Julian Zenger an, „wir wollen möglichst an die Leistungen in der Hinrunde anknüpfen.“ Da gelangen den BR Volleys in zwölf Partien zwölf Siege in der Bundesliga, nur sieben Satzverluste mussten sie hinnehmen. Auch im DVV-Pokal hielten sie sich schadlos, stehen im Finale am 16. Februar in Mannheim gegen Düren. Ihr letztes Spiel bestritten die BR Volleys am 22. Dezember, „eine ungewöhnlich lange Pause“, wie Reichert findet, „es wird wichtig sein, schnell wieder in den Wettkampfmodus zu kommen, schnell als Team wieder zusammenzufinden“.

Meistertitel und Pokalsieg sind die beiden großen Ziele

Und den Fokus auf die Liga zu legen. So lässt sich auch der Olympia-Frust besser verarbeiten, ist Reichert überzeugt. Es gibt immer noch einiges zu gewinnen: den Pokal etwa. Und zu verteidigen: erst die Tabellenspitze, dann die Meisterschaft. „Wir wollen ungeschlagen bleiben“, erklärt Zenger, „legen unsere volle Konzentration darauf, von Platz eins ins Play-off zu starten, um die beste Ausgangslage zu haben.“ Die Blicke gehen nach vorn, sogar in der Champions League, wo die Aussichten nach der Hinrunde mit nur einem Sieg und zwei Niederlagen allerdings trübe sind. „Eine gewisse Hoffnung ist noch da“, beharrt Libero Zenger, „wir müssen versuchen, alle Spiele zu gewinnen.“ Ein hoher Anspruch, vor allem gegen die russischen Topteams aus Kemerowo und Nowy Urengoy.

BR Volleys gewannen die ersten beiden Spiele gegen die Netzhoppers

Sich darüber Gedanken zu machen, hatten Reichert, Zenger, aber auch Le Goff etwas Zeit, denn ihr Trainer Cédric Enard hatte ihnen ein paar Tage frei gegeben. „Es war insbesondere mental für alle Teams eine intensive Woche. Da bedurfte es der nötigen Erholung“, erläuterte der Franzose. Gegen die Netzhoppers werden voraussichtlich Benjamin Patch nach seinem Achillessehnenanriss und Samuel Tuia (Muskelfaserriss) noch geschont. Auch wenn der Lokalrivale nicht unterschätzt wird, wollen die Berliner jedes Risiko vermeiden. Beide werden bald für schwierigere Spiele dringender gebraucht.

Zenger und Reichert dagegen wollen schnell wieder spielen. Es ist das dritte Aufeinandertreffen mit den Netzhoppers in dieser Saison; im Pokal und in der Liga wurde jeweils auswärts gewonnen. „Man muss immer vorsichtig sein“, sagt Kapitän Reichert. Aber die Gefahr, dass erneut ein Gegner auf der anderen Seite des Netzes steht, der so gut aufschlägt und annimmt wie die Franzosen, sie ist doch sehr gering.