Volleyball

Deutsche Volleyballer glauben fest an ihre Olympia-Chance

Kapitän Lukas Kampa spricht von einer Herkulesaufgabe. Doch die deutschen Volleyballer wollen es schaffen: über Berlin nach Tokio.

Bundestrainer Andrea Giani soll die deutschen Volleyballer nach Tokio führen. Nach EM-Silber 2017 wäre es sein zweiter großer Erfolg.

Bundestrainer Andrea Giani soll die deutschen Volleyballer nach Tokio führen. Nach EM-Silber 2017 wäre es sein zweiter großer Erfolg.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Berlin. Andrea Giani wartete ewig auf den Fahrstuhl, der Lift im Mannschaftshotel kam einfach nicht. Endlich öffneten sich die Türen, doch der Weg nach oben blieb für den Bundestrainer beschwerlich, denn an fast jedem Stockwerk wollte noch jemand aus den anderen Mannschaften zusteigen.

Auslosung kommt den Deutschen entgegen

Es war schon einmal ein Vorgeschmack auf das, was die deutschen Volleyballer ab Sonntag bei der Olympia-Qualifikation in Berlin erwartet. Auch dort wollen acht Teams ganz nach oben und das eine begehrte Ticket für Tokio lösen. „Wir wissen, dass es schwer wird, glauben aber an unsere Chance“, sagte Giani. Zum Auftakt trifft der Gastgeber am Sonntagabend (19.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) zunächst auf Tschechien, danach geht es in den weiteren Gruppenspielen gegen Belgien (Montag) und Slowenien (Dienstag). Nur die beiden Gruppenersten erreichen das Halbfinale und spielen dann am Donnerstag (9.1.) und Freitag (10.1.) um den Turniersieg.

„Das Turnier als gesamtes ist eine Herkulesaufgabe. Wenn wir aber die einzelnen Spiele als separate Hürden betrachten und isoliert angehen, dann werden wir in jedem Match eine Siegchance haben“, sagt Deutschlands Kapitän Lukas Kampa. Die Auslosung kommt seiner Mannschaft entgegen: „Wir haben mit Tschechien einen Auftaktgegner, der für uns schlagbar sein muss und es auch ist. Diese Begegnung bietet uns die Möglichkeit, mit einem guten Gefühl in den Wettbewerb zu starten.“

Zwei Berliner gehören zum deutschen Team

Gleichzeitig ist die Anspannung groß, als Gastgeber die letzte Olympia-Chance nicht zu vergeigen. Es werde deshalb womöglich einige Ballwechsel brauchen, ehe sein Team so richtig im Turnier angekommen ist, sagt Zuspieler Kampa. „Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das erste Match genau dafür gut nutzen können. Wir wollen in unseren Rhythmus kommen, unser druckvolles Spiel finden und dementsprechend mit einem Sieg ins Turnier starten.“

Der Spielführer appelliert dafür auch an das Berliner Publikum: „Wir müssen es hinbekommen, dass in der Max-Schmeling-Halle wieder diese besondere Atmosphäre entsteht, für die sie bekannt ist. Wenn wir das hinbekommen, können wir auch im Halbfinale und Finale bestehen.“

Zwei Testspiele gegen Australien gewonnen

Mit Außenangreifer Moritz Reichert und Libero Julian Zenger stehen zwei Spieler der BR Volleys im DVV-Kader; dagegen wurde Mittelblocker Noah Baxpöhler (Toulouse) am Sonnabend als letzter Spieler noch aus dem Aufgebot gestrichen. Zuvor hatte Deutschland die beiden letzten Testspiele gegen Australien mit 3:2 beziehungsweise 3:1 gewonnen. „Wir sind bereit“, sagt Andrea Giani. Dass sie bei den Europameisterschaften im September zuletzt hinter den Erwartungen zurückblieben, schreckt die Deutschen nicht. Diesmal wollen sie den anderen Nationen wirklich nur am Fahrstuhl den Vortritt lassen.