Volleyball

BR Volleys bleiben eine Macht

Die BR Volleys haben auch ihr letztes Spiel des Jahres gegen Frankfurt gewonnen und bleiben gegen nationale Konkurrenten unbesiegt.

Sergej Grankin (l.) und seine Volleys-Kollegen bejubeln ein erfolgreiches Jahr.

Sergej Grankin (l.) und seine Volleys-Kollegen bejubeln ein erfolgreiches Jahr.

Foto: Andreas Gora / picture alliance/dpa

Berlin. Zum ersten Mal in dieser Volleyball-Saison musste die Haupttribüne der Max-Schmeling-Halle geöffnet werden. 5898 Zuschauer wollten sich den letzten Auftritt der BR Volleys in diesem Jahr nicht entgehen lassen. Sie sollten ihr Kommen nicht bereuen, sahen allerdings nicht den gewohnten Spaziergang der Hausherren, sondern eine überaus spannende Begegnung. Die Mannschaft von Trainer Cédric Enard gewann das Bundesliga-Spitzenspiel gegen den Tabellenfünften United Volleys Frankfurt mit 3:2 (27:25, 20:25, 25:20, 21:25, 15:9). Sie musste an ihre Grenzen gehen. „Wir haben aus dem letzten Loch gepfiffen“, sagte Manager Kaweh Niroomand.

BR Volleys geben im achten Heimspiel erstmals Punkte ab

Im achten Heimspiel gegen einen nationalen Konkurrenten bedeutete das 3:2 den achten Sieg, zum ersten Mal wurden vor den eigenen Fans Sätze abgegeben. In der Tabelle führt der Titelverteidiger dennoch nun mit acht Punkten Vorsprung vor dem ewigen Rivalen VfB Friedrichshafen, der in den vergangenen Wochen im Supercup, im deutschen Pokalwettbewerb und in der Bundesliga auch schon dreimal bezwungen wurde. Am 16. Februar stehen die Berliner im Cupfinale gegen Düren. Gefühlt und in Ergebnissen könnte die Dominanz des zehnmaligen deutschen Meisters kaum größer sein. „Das ist makellos. Besser geht’s nicht“, sagte Niroomand.

Die Frankfurter haben wie immer in den vergangenen Jahren eine konkurrenzfähige Truppe zusammen. Eine, die selbst den Branchenführer ordentlich ärgern kann, wie sich zeigte. In der Schmeling-Halle holte sie immerhin den einen Punkt. Und sie wehrte sich nach Kräften. Wenn es allerdings darauf ankam, wirkte es, als könnten die BR Volleys immer noch etwas zulegen. Oder Zuspieler Sergej Grankin packte wie im ersten Satz Spielzüge aus, die der Kontrahent noch nie gesehen hatte. Oder Asse im dritten. „Wir können sehr zufrieden sein“, fand Libero Julian Zenger, „wir spielen durchgehend auf sehr hohem Niveau.“

Samuel Tuia wird einige Wochen ausfallen

Obwohl der wegen seines Achillessehnenanrisses nach wie vor nicht einsatzfähige Benjamin Patch fehlte. Ihn vertrat sein US-Landsmann Kyle Ensing. Obwohl schon im ersten Satz Samuel Tuia mit einer Muskelverletzung an der linken Wade ausfiel und wochenlang fehlen wird. Für den Franzosen sprang John T. Hatch in die Bresche. Wenn Grankin ein paar Minuten Pause brauchte, ersetzte den Olympiasieger Pierre Pujol, Europameister von 2015 aus Frankreich. „Man hat gesehen, dass wir einen sehr guten und ausgeglichenen Kader haben“, sagte Zenger. Die Konstellation mit den Ausfällen setzte dem Team zwar zu. Als es aber um Sieg oder Niederlage ging, im Tiebreak, waren die United Volleys chancenlos.

Geschäftsführer Kaweh Niroomand ist es so überzeugend wie lange nicht mehr gelungen, mindestens zwei starke Spieler für jede Position zu verpflichten, das erklärt, dass die BR Volleys der Liga förmlich davonrennen. Dass sie bereits im Sommer den vierten Meistertitel in Folge holten, in diesem Herbst zum ersten Mal den Supercup gewannen. Die einzige Enttäuschung bleibt in diesem ansonsten herausragenden Jahr das Auftreten in der Champions League. Nach Pleiten gegen die russischen Teams Fakel Nowy Urengoi und Kuzbass Kemerowo ist der Viertelfinaleinzug unwahrscheinlich. „Noch ist es drin“, gab sich Zenger kämpferisch, „natürlich müssen wir alle drei restlichen Spiele gewinnen.“

Trainer Enard lobt den Spirit seiner Mannschaft

„Die Einstellung ist großartig, der Teamspirit super“, sagte Trainer Cédric Enard, der vor genau einem Jahr ganz andere Sorgen hatte. Da war seine Mannschaft schon aus dem deutschen Pokal geflogen, in der Champions League so gut wie draußen und lag selbst in der Bundesliga weit zurück. „Damals hatte ich nicht so ein Lächeln im Gesicht wie jetzt“, erinnerte sich der Franzose. „Nun sagte er: „Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Wir können noch Großes von ihnen erwarten.“ Seinen Spielern hat er jetzt frei bis zum 3. Januar gegeben. Amerikaner, Franzosen und der Russe Grankin reisen in die Heimat, um sich dort den Weihnachtsbraten schmecken zu lassen.

Man darf vermuten: In diesem Jahr wird er ihnen noch ein bisschen besser schmecken als üblich.

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