Volleyball

BR Volleys finden ihren russischen Meister

Das Viertelfinale der Volleyball-Champions-League gerät für die BR Volleys in unerreichbare Ferne. Sie unterliegen Kemerowo mit 1:3.

Aller Widerstand blieb zwecklos: Die Russen fanden immer wieder Wege vorbei am Block der BR Volleys.

Aller Widerstand blieb zwecklos: Die Russen fanden immer wieder Wege vorbei am Block der BR Volleys.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Berlin. In der Volleyball-Bundesliga in elf Spielen unbesiegt, im Pokalwettbewerb ins Finale eingezogen, insgesamt vor eigenem Publikum bis Mittwochabend noch ohne jeden Satzverlust – schöne Zahlen für den deutschen Meister BR Volleys.

Doch als der russische Titelträger Kuzbass Kemerowo vor 4311 Zuschauern in der Schmeling-Halle seine Visitenkarte abgegeben hatte, blieb nicht viel Zählbares übrig. Die Gäste gewannen 3:1 (25:17, 25:23, 19:25, 25:19). Für die Berliner ist der Traum vom Viertelfinale in der Champions League damit schon in fast unerreichbare Ferne gerückt. Die Ausgangslage ist jetzt „schwierig“, wie Geschäftsführer Kaweh Niroomand zugab.

BR Volleys zeigen anfangs zu viel Respekt

Auf der Tribüne beobachtete der verletzte Benjamin Patch mit traurigen Blicken das Spiel seines Teams. Der Diagonalangreifer, wegen eines Achillessehnenanrisses noch einige Wochen außer Gefecht, fehlte seiner Mannschaft, die lange brauchte, ihren Respekt abzulegen. Die Gäste begannen schwungvoll, lagen im kompletten ersten Satz in Führung und bauten ihn locker aus. Sie wirkten in allen Belangen überlegen: technisch, taktisch, athletisch. Unverständlich, wie diese Mannschaft vor einer Woche 2:3 in Ljubljana verlieren konnte.

Was die BR Volleys sich vorgenommen hatten, Kemerowo setzte es in die Tat um. Die Russen schlugen hervorragend auf und setzten die Gastgeber damit von Beginn an unter Druck. Sie griffen variabel an und fanden fast immer einen Weg vorbei am Berliner Block. In der Ballannahme unterliefen ihnen deutlich weniger Fehler.

Das Spiel lief anfangs nur in eine Richtung: zu Punkten für Kuzbass Kemerowo. Weil auf der anderen Seite wenig gelingen wollte. Nicht die kurzen Pässe auf Jeffrey Jendryk, auch der Patch-Vertreter Kyle Ensing erreichte nie die Höhen seines Landsmannes.

Sergej Grankins spezielle Auftritte sind nicht genug

Erste Hoffnung keimte auf im zweiten Satz, als Sergej Grankin einige spezielle Auftritte hatte und die Berliner eine Aufholjagd mit einem Einhandblock ihres herausragenden Russen zum 20:21 krönten. Doch mehr wurde daraus nicht. Souverän brachte Kuzbass den Satz letztlich nach Hause. Anders im dritten Durchgang. Die BR Volleys hatten jetzt endlich in ihr Spiel gefunden, Kemerowo wirkte verunsichert, die Spieler begannen zu hadern. Erst recht, nachdem dieser Satz an die Gastgeber ging.

Und noch mehr, als sie im vierten Abschnitt so weitermachten und sich einen 10:7-Vorsprung erarbeiteten. Die Fans in der Schmeling-Halle feierten nun und freuten sich schon auf einen Tiebreak. Dann jedoch trat Anton Karpuchow zum Service für Kuzbass an. Mit seinen Assen, mal harten, mal kurz platzierten Aufschlägen raubte er den BR Volleys den letzten Nerv, brachte seine Mannschaft mit 14:10 in Führung und entschied damit die Partie. „Das hat uns das Genick gebrochen“, erkannte Niroomand. „Das darf dir nicht passieren, wenn du solch einen Gegner schlagen willst“, sagte Libero Julian Zenger. Die Gastgeber kämpften bis zum Schluss, aber sie waren geschlagen.

Mehr zu den BR Volleys lesen Sie hier.