Volleyball

Diesmal soll es für die BR Volleys mit dem Pokalsieg klappen

Der deutsche Pokal ist für Serienmeister BR Volleys kompliziertes Terrain. Doch diesmal soll der fünfte Cupsieg gelingen.

Diese Volleys-Mannschaft gewann 2016 Meisterschaft, CEV-Cup und deutschen Pokal. Dabei war Nicolas Le Goff (obere Reihe, Vierter von rechts).

Diese Volleys-Mannschaft gewann 2016 Meisterschaft, CEV-Cup und deutschen Pokal. Dabei war Nicolas Le Goff (obere Reihe, Vierter von rechts).

Foto: imago sportfotodienst / imago/Matthias Koch

Berlin. Georg Klein erinnert sich noch gut an einen besonderen Januartag anno 2017. Als er den deutschen Volleyball-Pokal in die Höhe stemmen durfte, vor mehr als 10.000 Zuschauern in der Mannheimer SAP-Arena. „Ich denke gern daran zurück“, sagt der Mittelblocker der BR Volleys, „alles ist noch sehr präsent. Schließlich war das mein erster großer nationaler Titel. Die Atmosphäre war großartig.“ Als Pokalsieger steht er nicht allein, viele in seinem aktuellen Team haben schon einen nationalen Cup gewonnen. Allerdings kaum einer mit den BR Volleys. Klein feierte damals im Trikot des VfB Friedrichshafen nach dem 3:1-Finalsieg gegen Berlin.

BR Volleys waren im Pokal bisher oft eine Enttäuschung

Dieser Wettbewerb ist wahrlich nicht der stärkste des dominierenden deutschen Volleyballklubs aus der Hauptstadt. Zehn Mal Meister, vier Mal Cupgewinner, so lautet das Missverhältnis aus Sicht der BR Volleys. In nahezu jeder Pressekonferenz vor Saisonbeginn fallen deshalb in dieser oder ähnlicher Formulierung die Worte von Geschäftsführer Kaweh Niroomand: „Und dann wollen wir endlich wieder den deutschen Pokal gewinnen.“

Zuletzt gelang das 2016 im Finale gegen den TV Bühl, doch von den 13 aktuellen Volleys-Spielern war nur Nicolas Le Goff dabei. Aber natürlich keiner im Jahr 2000, beim vorletzten Cup-Triumph. Diesmal wollen sie alle dabei sein, und selten schienen die Vorzeichen so günstig. Im Halbfinale empfängt die Mannschaft von Trainer Cédric Enard an diesem Sonntag (15 Uhr, Schmeling-Halle) die Volleys Herrsching, den Tabellenfünften der Bundesliga. Der Sieger der Partie trifft im Endspiel am 16. Februar auf den Gewinner des zweiten Halbfinales zwischen den Powervolleys Düren und dem TV Rottenburg.

Schlechte Erinnerungen an Herrsching

Nun könnten Skeptiker unken: ausgerechnet Herrsching. Ihr letztes Pokalspiel vor heimischem Publikum trugen die Berliner nämlich gegen diesen Kontrahenten aus. Das war vor genau 743 Tagen im Viertelfinale, der Gastgeber führte 2:0, die Welt war schön. Auch daran ist die Erinnerung bei Georg Klein, im Sommer 2017 von Friedrichshafen nach Berlin gewechselt, sehr lebendig. „Wir haben die Führung noch hergegeben, das war ein bitterer Tag für uns“, sagt er.

Und kein Einzelfall. Vergangene Saison führten die Berliner im Halbfinale 2:0 in Lüneburg und verloren ebenfalls 2:3. Mit solchen Rückschlägen soll jetzt Schluss sein. „Jedem im Team ist bewusst, dass so etwas nicht noch mal passieren darf“, sagt Klein, „wir sind sehr fokussiert, gerade zu Hause.“ Gewarnt vermutlich auch, denn das Team aus Bayern, das sich selbst als den „geilsten Club der Welt“ bezeichnet, hat zuletzt daheim den VfB Friedrichshafen im Punktspiel 3:2 besiegt. Doch was soll’s: Den BR Volleys ist das in dieser Saison schon zweimal mit 3:0 gelungen, im Spiel um den Supercup und im Pokal-Viertelfinale sogar am Bodensee. Insgesamt haben sie in 14 Saisonspielen 14 Siege gefeiert und dabei erst drei Sätze abgegeben.

Der K.-o.-Modus kommt den BR Volleys nicht zugute

Dementsprechend selbstbewusst gehen die Berliner die Sache an. Warum es überhaupt ausgerechnet im Pokal so oft Probleme gegeben hat, erklärt sich Georg Klein so: „In einer Play-off-Serie, wie sie in der Meisterschaft gespielt wird, setzt sich eher die Qualität durch. Im Pokal gibt es eben den K.-o.-Modus. Einen schlechten Tag kann jeder mal haben und dann ausrutschen.“ Hinzu kommt, dass der Cupwettbewerb schon früh entschieden wird. Das Finale ist im Februar, das Halbfinale im Dezember, das Viertelfinale im November. Da waren die BR Volleys in den seltensten Fällen in Topform.

Das ist diesmal ganz anders, die obengenannte Bilanz sagt alles darüber aus. „Teamintern läuft es super“, beschreibt Klein die Situation. Ein Großteil des Teams ist zusammengeblieben. Ein Zugang wie Pierre Pujol hat bereits eine Saison in Berlin gespielt; auch Julian Zenger oder Cody Kessel sind ja keine Unbekannten, sondern waren bisher Bundesligagegner. Man kennt sich und hat ein gemeinsames Ziel: Schon bald in gemeinsamen Erinnerungen schwelgen zu können. Vom Pokalsieg mit den BR Volleys.

Mehr über die BR Volleys finden Sie hier.