Volleyball

Jetzt wird es spannend für die Berlin Recycling Volleys

Für die Berlin Recycling Volleys beginnt jetzt die spannendste Saisonphase: Die Champions League beginnt. Ziel ist das Viertelfinale.

Die BR Volleys in Abwehrposition: Sergej Grankin, Jeffrey Jendryk und Moritz Reichert (v.l.) bilden einen unüberwindbar scheinenden Block.

Die BR Volleys in Abwehrposition: Sergej Grankin, Jeffrey Jendryk und Moritz Reichert (v.l.) bilden einen unüberwindbar scheinenden Block.

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. Man könnte erwarten, dass sie bei den BR Volleys beinahe platzen vor Selbstvertrauen. 13 Siege in bisher 13 Pflichtspielen – mehr geht nicht. Und doch haben Spieler, Trainer ebenso wie Geschäftsführer Kaweh Niroomand großen Respekt vor dem, was als nächstes kommt. „Niemand versteckt sich und sagt, wir schaffen das nicht“, so der Manager, „aber jeder weiß um die Schwere der Aufgabe.“ Denn ab jetzt geht es nicht mehr nur gegen Eltmann, Friedrichshafen oder Düren.

Berlin Recycling Volleys hatten Lospech

Sondern gegen den russischen Meister Kuzbass Kemerovo, den Meisterschaftsdritten Fakel Novy Urengoy sowie zum Auftakt an diesem Dienstag (19.30 Uhr, Schmeling-Halle) den slowenischen Serienmeister Ach Ljubljana. Willkommen in der Champions League. Noch nie hat es die Berliner derart schlimm bei der Auslosung erwischt, die Gruppe wird den BR Volleys alles abverlangen. „Das ist eine große Herausforderung, besonders wegen der beiden russischen Teams“, sagt Trainer Cédric Enard. Der Franzose macht seinem Team zugleich Mut: „Wir sind Außenseiter, aber das steht nur auf dem Papier. Auf dem Feld müssen wir kämpfen.“

Und das tunlichst schon gegen den noch krasseren Außenseiter aus Slowenien. „Ljubljana ist schwer einzuschätzen“, urteilt Kapitän Moritz Reichert, „doch wir müssen in jedem Fall gewinnen.“ Die Erinnerungen an die Slowenen sind nicht die schlechtesten. In der Champions-League-Saison 2014/15 wurden sie in der Gruppenphase mit 3:1 und 3:0 von den BR Volleys bezwungen. Vergleichbares muss wieder gelingen, dazu Heimsiege gegen die Klubs aus Russland, dann ist möglich, was sich die Mannschaft laut Libero Julian Zenger vorgenommen hat: „Alle freuen sich darauf, die Champions League ist für jeden Spieler etwas ganz Besonderes. Wir werden versuchen, eine Runde weiterzukommen.“

BR Volleys haben schon manches Team aus Russland besiegt

Dazu ist mindestens Rang zwei nötig. Die fünf Gruppenersten sowie die drei besten -zweiten dürfen im Viertelfinale weitermachen. Danach wird es auch finanziell richtig interessant. Der europäische Verband CEV lobt für den Einzug ins Halbfinale pro Team 125.000 Euro aus, der Sieger des Wettbewerbs erhält 400.000, der unterlegene Finalist 200.000 Euro. So weit allerdings denkt bei den BR Volleys niemand. Lieber Schritt für Schritt. Die Gruppe überstehen. Oder noch kürzer getreten: erst mal Ljubljana schlagen.

Bloß nicht gleich mit einem Dämpfer starten. „Das ist ein Spiel, das du gewinnen musst“, weiß Niroomand. Die Champions League sei aus mehreren Gründen sehr wichtig für den Verein. „Diese Spiele helfen, die Mannschaft vom Niveau her weiterzubringen. Für unsere Fans ist es gut zu erleben, dass wir in einem anderen Wettbewerb ganz anders gefordert werden als gegen manche Teams in der Bundesliga.“ Und es gibt durchaus Argumente, die für einen Erfolg der Berliner sprechen. Zum Beispiel, dass in der Vergangenheit in der Schmeling-Halle einige russische Teams besiegt wurden, etwa Lokomotive Nowosibirsk (2012/3:1), Gazprom Surgut (2016/3:2) oder Dynamo Moskau (2017/3:2). Nur Zenit Kasan entführte regelmäßig die Punkte. Aber der Klub aus Tatarstan bleibt den BR Volleys diesmal erspart.

Russen fliegen zu ihren eigenen Heimspielen

Nicht jedoch die strapaziösen Reisen nach Sibirien. Der Ex-Berliner Erik Shoji, der jetzt in Novy Urengoy unter Vertrag steht, hat berichtet, dass es dort im Winter so kalt ist, dass die Mannschaften möglichst viel Zeit in Moskau oder anderen Städten verbringen und nur zu den Heimspielen eingeflogen werden. Tipps haben die BR Volleys auch schon von ihrem russischen Zuspieler Sergej Grankin erhalten sowie von Außenangreifer Samuel Tuia, der 2011 bis 2013 das Kuzbass-Trikot trug.

„Das sind spannende Wochen“, freut sich auch Niroomand, „bis Weihnachten ist viel Musik für uns drin.“ Schließlich warten am Sonntag auch noch das Pokal-Halbfinale gegen Herrsching und eine Woche darauf der Bundesliga-Gipfel in Friedrichshafen. Und eventuell ist ja doch das Champions-League-Viertelfinale drin. Schließlich haben die Berliner in dieser Saison ein derart starkes Team beieinander, das erst einmal seinen Meister finden muss. Doch Respekt hat noch niemandem geschadet.

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