Volleyball

Zweite Reihe der BR Volleys zu stark für den Aufsteiger

Die BR Volleys feierten gegen Aufsteiger Eltmann ihren siebten Saisonsieg – obwohl sie auf fast alle ihre Stars verzichteten.

Georg Klein hatte mit seinen Kollegen aus der zweiten Reihe allen Grund zum Jubeln. 

Georg Klein hatte mit seinen Kollegen aus der zweiten Reihe allen Grund zum Jubeln. 

Foto: Fabian Sommer / picture alliance/dpa

Berlin. Der deutsche Volleyball-Meister BR Volleys hat im siebten Spiel seinen siebten Pflichtspielsieg in dieser Saison gefeiert und seine Tabellenführung in der Bundesliga ausgebaut.

Aufsteiger Volleys Eltmann wurde mit 3:0 (25:23, 25:18, 25:19) vor 2816 Zuschauern in der Schmeling-Halle klar bezwungen. Am Sonntag (16 Uhr) im Pokal-Viertelfinale bei Lokalrivale KW Bestensee haben die Berliner sicher mehr Gegenwehr zu brechen.

Lucio Oro, der erneut Cheftrainer Cédric Enard vertrat, eröffnete die Partie mit einer überraschenden Startformation. Mit Pierre Pujol im Zuspiel, Libero Adam Kowalski, Nicholas Le Goff im Block, den Außenangreifern Cody Kessel und JT Hatch. Wäre nicht Kyle Ensing leicht verletzt, hätte Oro wohl auch ihn anstelle des etatmäßigen Diagonalangreifers Benjamin Patch gebracht.

Stars wie Grankin, Reichert und Zenger fehlen

Stars wie Sergej Grankin und Jeffrey Jendryk, auch die deutschen Nationalspieler Moritz Reichert und Julian Zenger, schauten nur zu. Der Italiener wollte seiner zweiten Reihe, die von ihrer Qualität viel mehr als das ist, gegen den Aufsteiger Spielpraxis gegeben. „Heute“, begründete er, „ist die beste Gelegenheit dazu.“

Er wurde nicht enttäuscht. Im ersten Satz leisteten die Gäste noch einigen Widerstand. Aber die Volleys, sonst eher nicht in dieser Formation zu sehen, wuchsen mit jeder gelungenen Aktion mehr zusammen. „Das war ein schönes Gefühl für uns heute, gerade weil wir sonst nicht so viel Zeit bekommen“, sagte Hatch (13 Punkte), der mit seinem Landsmann Kessel zusammen Topscorer der Partie war.

Eltmann führte nur einmal im Match

„Ich finde es richtig, dass Lucio Oro sie hat spielen lassen“, lobte Geschäftsführer Kaweh Niroomand seinen Trainer, „sie haben das gut gemacht, wollen sich zeigen. Es wäre ja frustrierend, wenn sie gegen eine solchen Gegner nicht mal zum Einsatz kämen.“ Auch die B-Version der BR Volleys geriet nie in Gefahr. Eltmann führte nur einmal in dem Match, beim 1:0 im dritten Satz.

Viel Freude an seinem Einsatz hatte auch Zuspieler Pierre Pujol, der vielleicht zum ersten Mal in seiner langen Profikarriere drei Punkte nacheinander gemacht hat: eine Finte, einen sauberen Schmetterschlag und einen Block zum 18:9 im zweiten Durchgang. Wobei gerade auf den Franzosen die Bezeichnung „zweite Wahl“ nicht passt.

In jedem anderen Bundesligateam wäre er die Nummer eins. Nur in Berlin hat er Grankin vor sich. Genau wegen solcher Doppelbesetzungen sind die BR Volleys der große Titelfavorit. Zeigen werden sie das noch gegen andere Teams als die tapferen Franken. Dann vermutlich in etwas anderer Aufstellung.