Volleyball

Ein Saisonstart zum Träumen für die BR Volleys

Die BR Volleys haben einen furiosen Saisonstart hingelegt und erstmals den Supercup gewonnen. In Innsbruck wartet der nächste Härtetest

Feierbiester: Die BR Volleys nach dem ersten Gewinn des Supercups in ihrer Vereinsgeschichte.

Feierbiester: Die BR Volleys nach dem ersten Gewinn des Supercups in ihrer Vereinsgeschichte.

Foto: Sina Schuldt / dpa

Berlin. Sergej Grankin hat in dieser jungen Volleyball-Saison noch gar keinen Ball geschlagen. Der russische Star der BR Volleys kam erst am vergangenen Freitag vom Weltcup in Japan zurück nach Berlin. Beim souveränen 3:0-Erfolg über den VfB Friedrichshafen im Duell um den Supercup am Sonntag in Hannover schaute er nur zu. Bei den vorausgegangenen Bundesliga-Siegen gegen die Netzhoppers KW (3:1) und die Grizzlies Giesen (3:0) war er mit seiner Nationalmannschaft in Fernost unterwegs, genau wie Benjamin Patch und Jeffrey Jendryk mit den US-Amerikanern. Trotzdem hat der deutsche Meister einen sehr starken Saisonstart hingelegt. Dafür gibt es gute Gründe.

Alpenvolleys als echter Härtetest

Kaweh Niroomand hat Freude daran, sie aufzuzählen. „Wir haben viele Stammkräfte gehalten wie Moritz Reichert, Samuel Tuia oder Nicolas Le Goff“, sagt der Geschäftsführer der BR Volleys, „wir haben gute Leute geholt mit hoher Qualität wie Kyle Ensing, Julian Zenger oder Cody Kessel. Und“, vergisst Niroomand nicht zu erwähnen, „ohne überheblich klingen zu wollen, bisher haben sich uns nicht die ganz großen Hindernisse in den Weg gestellt. Schon morgen wird das sicher anders.“ An diesem Mittwoch gastiert sein Team bei den Hypo Tirol Alpenvolleys Haching in Innsbruck.

Die deutsch-österreichische Kombination zählt er ebenso zu den härtesten Bundesliga-Konkurrenten wie Düren, Frankfurt, Lüneburg, natürlich auch Friedrichshafen. „Der VfB hat eine neu zusammengestellte Mannschaft mit acht Zugängen. Dass es da nicht von heute auf morgen funktioniert, ist klar.“ Dennoch war es bisher fast immer so, dass die Schwaben, Dauerrivale der Berliner im Kampf um Titel, besser aus den Startlöchern kamen. Diesmal waren sie im Supercup nicht nur unterlegen, sondern chancenlos.

Nationalspieler stehen unter Dauerbelastung

Das könnte dafür sprechen, dass die Berliner tatsächlich ein ganz besonderes Team beieinander haben. Ein Blick auf den Kader, aber erst recht auf die bisher gezeigten Leistungen bestätigt das. Der von Niroomand als Zugang gar nicht so bezeichnete Pierre Pujol, der schon 2017/18 das Berliner Trikot trug, scheint nie weg gewesen zu sein und ersetzte Grankin im Zuspiel erstklassig. Als Diagonalangreifer ließ Ensing Benjamin Patch beinahe vergessen. Der Mittelblock ist mit Jendryk, Georg Klein und Le Goff unverändert zum Vorjahr und bärenstark. Im Außenangriff hat Trainer Cédric Enard mit Reichert, Kessel und Tuia verschiedene Optionen. Libero Zenger, der deutsche Nationalspieler, erwies sich vom ersten Spiel an als die erhoffte Verstärkung.

Das bringt auch Niroomand ins Schwärmen. „Wir haben viele Wechselmöglichkeiten“, sagt er, „ohne dass das Niveau sinkt. Da lässt sich was draus machen.“ Immer vorausgesetzt, die drei Rückkehrer von den Nationalmannschaften werden möglichst schnell wieder integriert. Und die Mannschaft wird anders als im Vorjahr von Verletzungen verschont. Die BR Volleys machen sich da durchaus Sorgen, schließlich standen gerade die Nationalspieler quasi unter Dauerbelastung. Mit solchen Problemen müssen aber auch andere leben. Wie etwa die Alpenvolleys, die sich laut Niroomand „gut verstärkt“ haben. „Sie sind auf jeder Position richtig gut und tief besetzt. Damit zählt die Mannschaft zum Favoritenkreis. Am Mittwoch erwartet uns die bisher größte Herausforderung“, glaubt Volleys-Kapitän Reichert.

Freitag Auslosung der Champions-League-Gruppen

Sollte es trotzdem für die Berliner im vierten Spiel den vierten Sieg geben, werden sie umso mehr dem Freitag entgegenfiebern. Da findet in Sofia die Auslosung der Gegner für die Champions League statt. Auch wenn die BR Volleys sich fest vorgenommen haben, mit ihrer erheblich stabiler wirkenden Mannschaft die Gruppenphase zu überstehen: Spätestens dort warten mit Sicherheit Kontrahenten, die offenbaren werden, wie stark die Mannschaft von Enard wirklich ist.