Volleyball

Bei den BR Volleys läuft noch nicht alles nach Plan

Die Berlin Volleys fahren zwar ihren zweiten Saisonsieg ein, suchen vor dem Supercup gegen Friedrichshafen aber noch ihre Automatismen.

Georg Klein (M.) und seine Volleys-Kollegen holten gegen Giesen den zweiten Saisonsieg im zweiten Spiel.

Georg Klein (M.) und seine Volleys-Kollegen holten gegen Giesen den zweiten Saisonsieg im zweiten Spiel.

Foto: nordphoto / picture alliance / nordphoto

Berlin. Nach zwei klar gewonnenen Sätzen wurden die Berlin Volleys offenbar etwas übermütig. „Da wollten unsere Spieler dann zaubern. Dadurch ging der Mannschaft die Linie verloren“, bemängelte Manager Kaweh Niroomand. Aber selbst diese kritische Phase im Bundesliga-Heimspiel gegen die Grizzlys Giesen überstand der deutsche Volleyball-Meister am Dienstagabend schadlos, gewann den dritten Durchgang 26:24 und das Spiel mit 3:0 nach Sätzen.

Aufgrund zahlreicher Nationalmannschafts-Abstellungen mussten die BR Volleys im Training vor der Spielzeit 2019/20 viel improvisieren. Von einer „Nicht-Vorbereitung“ sprach Niroomand. Im Verein machte sich die Sorge breit, dass dies zu einem Fehlstart führen könnte. Bisher läuft es jedoch optimal: zwei Spiele, sechs Punkte, 7:1 Sätze.

Neuer Bodenbelag als „großartige Chance“ für den Sport

Dennoch sieht Niroomand Verbesserungsbedarf. „Einige Automatismen funktionieren noch nicht richtig“, beobachtete der Manager gegen Giesen. Viel Zeit, Fehler abzustellen, bleibt den BR Volleys nicht. Für sie stehen in den ersten 15 Tagen der Saison gleich fünf Pflichtspiele an, das nächste am Sonntag (14 Uhr, Sport1), wenn es im Supercup in Hannover gegen den Dauerrivalen VfB Friedrichshafen geht.

Dabei dürften dann viele Augen nicht nur auf die beiden besten deutschen Teams gerichtet sein, sondern auch auf den Boden. Denn der ist aus Glas, unterlegt mit Millionen LEDs und funktioniert dabei wie ein gewaltiger Monitor, der auf dem Rücken liegt. „Dieser Boden kann für die Zukunft des Volleyballs, aber auch für andere Sportarten wie Basketball oder Handball, eine großartige Chance sein“, sagt Volleys-Nationalspieler Georg Klein.

Neuartiger Glasboden beim Volleyball-Supercup

Doch was macht diesen Boden so besonders? Es ist vor allem die erstmalige Symbiose von Sport und Technik, die neue Dimension eröffnet. Mithilfe eines Trackingsystems können die Aktionen der Sportler ähnlich wie bei einem Computerspiel grafisch animiert werden. Für die Zuschauer bietet das Einblenden vieler statistischer Daten einen zusätzlichen Mehrwert. Sportliche Aktionen wie ein Ass oder ein erfolgreicher Block werden mit spektakulären Animationen für das Publikum erlebbarer präsentiert. Zusätzlich ebnet er den Weg für völlig neue Werbeformate. Trailer oder Imagevideos ersetzen statische Boden-Aufkleber.

Kader im Supercup erstmals in dieser Saison komplett

Für die Volleys aber viel wichtiger als der spektakuläre Belag: Zu diesem Spiel wird auch der 13-köpfige Kader der Berliner endlich erstmals komplett sein. Am Donnerstag kehren die bisher noch fehlenden Sergej Grankin, Jeffrey Jendryk und Benjamin Patch in die Hauptstadt zurück. Sie kommen direkt vom Weltcup in Japan, wo sie für ihre Nationalteams elf Spiele in nur 14 Tagen absolviert haben.

„Uns ist es gelungen, auch ohne diese drei Topspieler eine recht ordentliche Qualität zu erreichen“, sagte Niroomand. Er gab aber auch zu bedenken: „Dass diese drei Spieler erst jetzt zu uns stoßen, beschleunigt den Prozess natürlich auch nicht gerade, die Automatismen möglichst schnell weiter zu verfeinern.“