Volleyball

Die Volleys wollen alle drei Titel in Deutschland

Die BR Volleys haben sich enorm verstärkt und wollen neben der Meisterschaft auch den DVV-Pokal sowie den Supercup gewinnen.

Im Mai feierten die BR Volleys die deutsche Meisterschaft.

Im Mai feierten die BR Volleys die deutsche Meisterschaft.

Foto: Felix Kästle / dpa

Berlin. Bei der Pressekonferenz hoch über den Dächern der Stadt wollte Kaweh Niroomand erst einmal ein paar lobende Worte für die anwesenden Journalisten loswerden. Wie schön, dass sie alle pünktlich erschienen seien, meinte der Manager der BR Volleys, und das trotz des leidigen Verkehrs in der Berliner Innenstadt. Dazu muss man wissen, dass Niroomand in dieser Hinsicht ein gebranntes Kind ist. Auch in diesem Jahr lief die Vorbereitung auf die neue Saison wieder alles andere als glatt.

Viele Spieler fehlten in der Vorbereitung

Niroomand sprach am Mittwoch sogar von einer „Nicht-Vorbereitung“, in der etliche Spieler aufgrund internationaler Verpflichtungen erst spät zur Mannschaft stießen. Zum Trainingsauftakt hatten sich gerade einmal vier Spieler eingefunden, und noch vor einigen Tagen mussten sich die Berliner im Testspiel gegen Lüneburg einen Zuspieler vom Gegner ausleihen, weil der eigene aufgrund eines Virus‘ ausgefallen war.

Erstes Spiel am Sonnabend in Königs Wusterhausen

Auch am Sonnabend beim Saisonauftakt in Königs Wusterhausen (18 Uhr, Landkostarena Bestensee) sowie beim ersten Heimspiel am Dienstag gegen die Helios Grizzlys Giesen (19.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) werden die BR Volleys noch nicht in Vollbesetzung antreten. Zudem fehlt ihnen Trainer Cédric Énard, der aus persönlichen Gründen kurzfristig nach Frankreich zurückmusste.

Manager Niroomand erwartet zwei Siege zum Auftakt

„Trotzdem sind das zwei Spiele, die wir gewinnen sollten“, betonte Niroomand. Für ihn ist die Situation nichts Neues. Bereits im vergangenen Jahr lief die Vorbereitung holprig, weshalb die Berliner nur schleppend in die Saison starteten. Im weiteren Verlauf kamen sie dann jedoch immer besser in Fahrt, sodass am Ende erneut der Titel heraussprang – der vierte hintereinander, der siebte in den vergangenen acht Jahren.

Außenangreifer Reichert ist neuer Kapitän des Teams

An den hohen Zielen bei Berlins Volleyballern hat sich auch dieses Mal nichts geändert. „National wollen wir alle drei Titel gewinnen“, so Niroomand, neben der Meisterschaft also auch den DVV-Pokal sowie den Supercup am 20. Oktober in Hannover gegen den ewigen Rivalen VfB Friedrichshafen. „Ein guter Start wird wichtig sein, um nicht wieder früh unter Druck zu geraten“, sagte Außenangreifer Moritz Reichert. „Uns erwarten große, wichtige und schwierige Aufgaben in Bundesliga und Pokal sowie international in der Champions League. Im letzten Jahr haben wir vor Weihnachten viele Federn lassen müssen. Das soll uns nicht wieder passieren.“

Volleys haben sich im Sommer deutlich verstärkt

Der 24-Jährige hat in dieser Spielzeit das Amt des Kapitäns übernommen. „Das hat er sich redlich verdient“, meinte Kaweh Niroomand. Es ist nicht die einzige personelle Veränderung bei den Berlinern, die sich im Sommer noch einmal deutlich verstärkt haben. Unter anderem kamen mit Diagonalspieler Kyle Ensing und den Außenangreifern Benjamin Hatch und Cody Kessel drei weitere Amerikaner und mit Adam Kowalski (Polen) und Nationalspieler Julian Zenger zwei frische Liberos. Ebenfalls neu ist der französische Zuspieler Pierre Pujol. „Sportlich und menschlich sind alle Neuen eine Verstärkung und senken unseren Altersschnitt. Wir haben eine gute Mischung und jetzt zwei annähernd gleich starke Sechser-Formationen“, sagte Niroomand.

Ziel ist der Anschluss an die europäische Spitze

Es ist ein vielversprechendes Aufgebot, das auch mit Blick auf die Champions League die Ambitionen steigen lässt. Nachdem die Volleys dort im Vorjahr bereits nach der Vorrunde ausschieden, soll es dieses Mal deutlich weiter gehen. „Es wäre sensationell, wenn wir die Top acht erreichen. Unser Anspruch muss sein, den Anschluss an die europäische Spitze zu schaffen“, sagte Niroomand. Derzeit bemüht sich der Klub, nach der gelungenen Premiere im Mai auch für die nächsten drei Jahre das Champions-League-Finale nach Berlin zu holen. Bereits im Januar findet in der Max-Schmeling-Halle zudem die Olympia-Qualifikation der Männer statt. Kaweh Niroomand äußerte sich selbstbewusst: „Volleyball ist vor allem auch wegen dem, was wir in Berlin gemacht haben, in den vergangenen Jahren so populär geworden.“