Volleyball

Zuspieler Pujol kehrt zu den Berlin Volleys zurück

Der Franzose soll den Berlinern mehr Tiefe im Kader bringen und helfen, die hohen Ziele zu erreichen.

Der Franzose Pierre Pujol spielte bereits für die Volleys.

Der Franzose Pierre Pujol spielte bereits für die Volleys.

Foto: Lisa Ducret / picture alliance / Lisa Ducret/dpa

Berlin. Die ersten Trainingseinheiten des deutschen Volleyball-Meisters BR Volleys am Montag und Dienstag dieser Woche waren ein bisschen komisch anzusehen. Drei Trainer beschäftigten einen Zuspieler (Sergey Grankin), einen Libero (Adam Kowalski), einen Mittelblocker (Georg Klein) und einen Außenangreifer (Samuel Tuia). Der Rest der Profis ist mit den Nationalmannschaften der USA, Frankreichs und Deutschlands in der Weltgeschichte unterwegs; auch Chefcoach Cédric Enard wird schon an diesem Mittwoch zum Team der Franzosen abreisen, deren Co-Trainer er ist.

Dennoch erhält die kleine Berliner Trainingsgruppe wahrscheinlich noch in dieser Woche Verstärkung. Pierre Pujol (35) kehrt zurück. Der 1,85 Meter kleine Franzose mit den ewig wuscheligen Haaren wurde in der Saison 2017/18 mit den Volleys deutscher Meister. Er war bei den Fans sehr beliebt. Damit ist die Kaderplanung komplett. Geschäftsführer Kaweh Niroomand macht einen sehr zufriedenen Eindruck, wenn er sagt: „Wir haben gute Personalien getätigt. Die Mannschaft ist fast auf allen Positionen doppelt besetzt, es wird kaum auffallen, wenn mal einer ausfällt. So war das geplant.“

Eigentlich sollte Peacock kommen

Dabei war Pujol noch nicht einmal die erste Wahl für den zweiten Zuspieler hinter dem Russen Grankin. Ursprünglich wollte Niroomand den australischen Nationalspieler Harrison Peacock verpflichten. Der verletzte sich, musste operiert werden. Die BR Volleys warteten zunächst auf ihn. Aber es zeichnete sich bald ab, dass viel Zeit vergehen würde, ehe Peacock wieder voll einsatzfähig wäre. Zunächst eine unbefriedigende Situation, denn irgendwann im Sommer ist der Spielermarkt leergefegt. In diesem Fall jedoch gab es eine glückliche Fügung. Pujol erhielt gut dotierte Angebote, unter anderem aus Russland. Nur sagte ihm nichts hundertprozentig zu. Er wartete lange ab, konnte sich nicht entscheiden. Als Berlin anfragte, sagte er „Oui!“

„Pierre bringt alles mit, ist ehrgeizig, erfahren und ein echter Teamplayer“, lobt Cédric Enard, „seine Rolle hier ist ihm bewusst. Pierre bildet eine hervorragende Alternative zu Sergey.“ So viel ist klar auf der Position des Zuspielers: „Grankin“, sagt Niroomand, „ist unsere absolute Nummer eins.“ Es ist gut, wie Pujol Europameister zu sein. Aber es ist besser, wie Grankin Olympia-Gold zu haben. Allein an dieser Personalie wird sichtbar, wie ambitioniert die BR Volleys sind.

Im Pokal noch Nachholbedarf

Trotzdem zögerte Pujol nicht. „Aus vielen Gründen“, sagt der Franzose, „ich habe mit den BR Volleys eine fantastische Saison erlebt. Ich liebe es, regelmäßig vor 4000 bis 5000 begeisterten Fans zu spielen. Ich habe eine vertrauensvolle Beziehung zu Kaweh. Und auch zu Cédric, er ist ein großartiger Trainer. Ich kenne ihn zehn Jahre, habe aber noch nie unter ihm gespielt.“ Auf die Zusammenarbeit mit Grankin freue er sich auch, „mit solch einem Spieler zu trainieren, ist großartig“.

Das klingt nach dem, was Niroomand und Enard wollten: einen starken, erstklassigen Mann, der bezahlbar ist und trotzdem in der Lage, im Fall der Fälle einmal einen Sergey Grankin zu ersetzen. Es ist ja klar, was die BR Volleys vorhaben. „Wenn man Meister ist, kann nicht unser Saisonziel sein, Dritter zu werden“, sagt Niroomand. Und es gibt außerdem einen Wettbewerb, in dem die Berliner meistens keine gute Rolle spielten. Zehn Mal sind sie Meister, doch erst vier Mal Pokalsieger. Da passt was nicht. „Es gibt auch national Wettbewerbe, die uns reizen“, gibt der Geschäftsführer zu.

Bald wird auch beim Training der BR Volleys, die am 12. Oktober bei den Netzhoppers KW in der Landkostarena Bestensee ihr erstes Pflichtspiel bestreiten, die Gruppe wachsen. Zunächst mit Pujol, am nächsten Montag schon werden mit Cody Kessel und JT Hatch zwei Amerikaner aus der B-Nationalmannschaft in Berlin erwartet. Der Rest folgt sukzessive bis spätestens Mitte Oktober. Bald hat jeder Trainer wieder alle Hände voll zu tun.