Volleyball

Volleys zwischen Hoffen und Wechseln

Sonntag soll der zehnte Meistertitel geholt werden. Doch schon jetzt melden die BR Volleys in Nationalspieler Julian Zenger den ersten Zugang.

Julian Zenger soll in der nächsten Saison die Liberoposition bei den BR Volleys einnehmen.

Julian Zenger soll in der nächsten Saison die Liberoposition bei den BR Volleys einnehmen.

Foto: ANNA KLEPACZKO / imago/Newspix

Berlin.  Die aktuelle Mannschaft der BR Volleys hat gerade im vierten Finale um die deutsche Meisterschaft mit ihrem 3:1-Sieg über den VfB Friedrichshafen bewiesen, dass sie reif ist für den Titel. Mit einer begeisternden Volleyball-Vorstellung vor ausverkaufter Kulisse zwang sie den Rekordchampion in die Knie.

Libero Rossard wird Berlin definitiv verlassen

Doch hinter den Kulissen wird offenbar schon intensiv am Team für die Zukunft gebaut. Der neunmalige deutsche Meister bestätigte am Donnerstag sein Interesse an der Verpflichtung von Julian Zenger als neuer Libero bei den Berlinern, von dem „Bild“ zuerst berichtet hatte. Der 21-Jährige soll Nicolas Rossard ersetzen.

Der Franzose war im Dezember von den Volleys nachverpflichtet worden und ist Leistungsträger der Mannschaft, verlässt den Verein aber am Saisonende auf eigenen Wunsch.

Geschäftsführer Kaweh Niroomand erklärte: „Es ist in der Tat so, dass Nicolas Rossard uns in Richtung seines Heimatlandes verlassen wird. Natürlich wäre Julian Zenger als deutscher Nationalspieler eine passende Alternative.“ Noch könne er diesbezüglich aber nichts endgültig bestätigen. Eine Interpretation sei erlaubt: Man darf wohl davon ausgehen, dass Zenger kommt. Dass allerdings alle drei Diagonalangreifer Kyle Russell, Benjamin Patch und sogar Toptalent Linus Weber den Verein laut „Bild“ verlassen werden, dazu äußerte er sich nicht.

Zunächst zählt nur der Gewinn des zehnten Titels

Doch solche Personalthemen lenken etwas vom aktuell wichtigsten Thema ab: dem Gewinn der Meisterschaft, der nie in dieser Saison so greifbar schien wie am Mittwoch. Am Sonntag (14.30 Uhr, Sport1) wird der Titel definitiv vergeben, im letzten Spiel der „Best of five“-Serie.

Und die Berliner reisen alles andere als chancenlos an den Bodensee. Niroomand schwärmte vom Auftritt seiner Mannschaft im vierten Endspiel. „Sie haben eine super Moral und eine tolle Einstellung gezeigt“, lobte der Manager seine Spieler. Besonders von den Darbietungen des russischen Stellers Sergej Grankin und des deutschen Außenangreifers Moritz Reichert zeigte er sich begeistert. Von Augenweide über sensationell bis überragend reichten seine Formulierungen.

Am Bodensee fehlt Hilfe von 8000 Fans

Die Schwaben werden sich ein wenig gewundert haben, welche Steigerung ihr Gegner besonders in der Konstanz im Vergleich zu den bisherigen Partien bot. Wie er sich nicht verunsichern ließ. Wie er den VfB in den entscheidenden Phasen nicht wegziehen ließ. „Es ist superwichtig, immer an ihnen dranzubleiben“, sagte Reichert, „wenn sie mal mit drei, vier Punkten führen, machen sie das sehr gut, dass sie ihren Vorsprung halten. Das muss man verhindern.“

Natürlich wird diese Aufgabe nicht leichter fallen in der ZF-Arena, wo eben nicht mehr als 8000 Zuschauer die Berliner frenetisch unterstützen, sondern rund 3000 VfB-Fans unbedingt verhindern wollen, dass die BR Volleys tatsächlich zum vierten Mal in Folge deutscher Meister werden. Schlimmer noch: Es wäre sogar das dritte Mal in Folge vor den Augen des Friedrichshafener Publikums.