Volleyball

BR Volleys kämpfen sich ins Finale

Nach harter Arbeit vor 4455 Zuschauern gegen Haching wartet in der Endspiel-Serie Dauerrivale VfB Friedrichshafen.

Benjamin Patch (l.), in Aktion: Die BR Volleys setzen sich gegen die Alpenvolleys durch (Foto vom dritten Halbfinal-Spiel).

Benjamin Patch (l.), in Aktion: Die BR Volleys setzen sich gegen die Alpenvolleys durch (Foto vom dritten Halbfinal-Spiel).

Foto: Jürgen FeichterExpa / dpa

Berlin.  Zu Beginn des Play-offs um die deutsche Volleyball-Meisterschaft war Vital Heynen ziemlich sicher, dass diese für den Saisonausgang entscheidenden Spiele so spannend würden wie schon lange nicht mehr. Der Trainer des VfB Friedrichshafen orakelte sogar: „Ich glaube nicht, dass die Teams, die jetzt oben stehen, am Ende auch das Finale erreichen.“ Der Belgier behielt nur zum Teil recht. Spannend war es wohl. Doch zum siebten Mal in Folge treffen in der Endspielserie noch dem Modus „Best of five“ der Rekordmeister vom Bodensee und Titelverteidiger BR Volleys aufeinander.

Berliner bezwingen Alpenvolleys mit 3:0

Die Berliner bezwangen die Alpenvolleys Haching am Sonnabend vor 4455 Zuschauern in der Schmeling-Halle mit 3:0 (26:24, 25:19, 25:23) und beendeten die Halbfinalserie mit 3:1 Siegen. Friedrichshafen hatte sich zuvor bereits 3:0 gegen Lüneburg durchgesetzt. Das erste Endspiel findet am 27. April bei den Süddeutschen statt, das zweite in Berlin am 2. Mai. Warum also wieder die ewigen Rivalen, die seit 1998 stets den Meister stellten? Trotz der vielen Rückschläge unter der Saison? Trotz der vermeintlich so starken Konkurrenz aus Innsbruck, Frankfurt, Lüneburg und Düren?

„Als ich vor acht Wochen hier stand“, gab Berlins Geschäftsführer Kaweh Niroomand zu, „hätte ich nicht gedacht, dass wir so weit kommen.“ Auch die Häfler hatten so ihre Probleme. Etwa mit den Hachingern, denen sie in beiden Punktspielen 2:3 unterlegen waren. „Die anderen haben aufgeholt“, sagte Niroomand, „sie sind aber anscheinend noch nicht so weit, die Hierarchie umzustürzen. Doch ich finde, die Unterschiede sind kleiner geworden.“

Was nützt das den Rivalen – erneut haben ihnen die großen Zwei die begehrten Champions-League-Plätze weggeschnappt. Die Frage lautet: Wird Friedrichshafen zum 14. Mal Meister oder Berlin zum zehnten Mal?

Berliner können auf ihre Bank setzen

Noch reicht es nicht ganz für die Herausforderer. Die Hachinger waren allerdings näher dran, als es das 3:0 aussagt. Im ersten Satz führten sie 22:20, im zweiten brachten sie bei einem 11:8-Vorsprung einige umstrittene Entscheidungen der Schiedsrichter und ein Strafpunkt gegen ihren Zuspieler Danilo Gelinski aus dem Rhythmus. Im dritten lagen sie gar 20:15 vorn; erneut verstanden es die Gastgeber, ihnen den Zahn zu ziehen.

„Unser entscheidender Vorteil lautet: Wir haben eine Bank“, sagte Niroomand. So konnte es sich Trainer Cédric Enard leisten, seinen indisponierten Diagonalangreifer Benjamin Patch vom Feld zu nehmen, stattdessen Kyle Russell zu vertrauen, dann auch noch Zuspieler Sebastian Kühner und Außenangreifer Adam White. Ein neues, ein anderes Spiel, mit dem Haching überfordert war.

„Bei uns hat jetzt jeder seine Rolle gefunden“, sagte Kühner, „dieser Prozess hat die ganze Saison über gedauert.“ Berlin habe ja auch den breitesten Kader. Und die harten Duelle gegen Düren (2:1 im Viertelfinale) sowie jetzt das 3:1 gegen Haching – „das war die beste Vorbereitung für uns auf das, was jetzt noch kommt. Ich denke, dass die beiden stärksten Teams das Finale erreicht haben.“ Wie es ausgeht, sollen andere sagen. Vielleicht weiß es ja Vital Heynen.