Volleyball

BR Volleys: „Wir sind noch nicht fertig“

Nach dem Einzug ins Halbfinale gegen Haching gaben sich die Spieler der BR Volleys selbstbewusst. Jetzt wollen sie auch ins Finale.

Jubel, Trubel, Heiterkeit: Die BR Volleys feiern ihren Einzug ins Halbfinale.

Jubel, Trubel, Heiterkeit: Die BR Volleys feiern ihren Einzug ins Halbfinale.

Foto: Sport Moments/Basting / picture alliance / Sport Moments/Basting

Seine Spieler klatschten Trainer Cedric Enard ab. Trainer Cedric Enard klatschte seine Spieler ab. Von allen fiel viel Druck ab. Am Ende einer anstrengenden Viertelfinalserie gegen die Powervolleys Düren herrschte große Erleichterung, diese Runde mit dem 3:0 (25:22, 27:25, 25:15) am Sonntag schadlos überstanden zu haben. „Ich freue mich sehr für die Jungs“, sagte der Coach aus Frankreich. „Wir sind noch nicht fertig“, verbreitete der Außenangreifer Adam White Zuversicht. In der Vorschlussrunde sollen nach dem Modus „Best of five“ auch die Alpenvolleys Haching (erstes Spiel Mittwoch) ausgeschaltet werden. „Ich sehe keinen Nachteil darin, dass wir das erste Spiel auswärts bestreiten müssen“, sagte Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand forsch, „da liegt der Druck auf den Gastgebern.“ Und, fügte er hinzu: „Der Clasico ist noch möglich.“

Niroomand lobt Schachzug seines Trainers

Der Clasico, das wäre eine Finalserie gegen Rekordmeister VfB Friedrichshafen mit seinem Trainer Vital Heynen, der zwar Polen zum WM-Titel führte, aber die Schwaben noch nie zu einer Meisterschaft. Von so einem Endspiel zu sprechen, wäre vor einigen Monaten noch verpönt gewesen beim neunmaligen deutschen Meister BR Volleys, so schlecht lief die Saison über weite Strecken. Inzwischen ist das fest vergessen. Erstmals seit 21 Jahren die internationalen Wettbewerbe verpassen? Kein Thema mehr. Der Titelverteidiger hat wieder auf Angriffsmodus umgeschaltet. Das liegt nicht allein an der Nachverpflichtung von Olympiasieger Sergej Grankin von Dynamo Moskau im Januar.

„Düren war der erwartet schwere Gegner“, sagte Niroomand, „ich glaube, den Ausschlag hat gegeben, dass wir von der Bank noch nachlegen konnten.“ In der Tat hatte die Einwechslung von Sebastian Kühner und Kyle Russell Mitte des zweiten Satzes den Dürenern den letzten Nerv gezogen. „Genial“ nannte Niroomand diesen Schachzug. Beide gaben den BR Volleys, was sie haben: „Viel Energie“, lobte Enard, „und ein paar klug herausgespielte Punkte.“ Nicht mit Erzwingenwollen und Übereifer, sondern abgeklärt und entschlossen. „Es war einer der Schlüssel zum Sieg, meinte Enard.

Jeder Spieler setzte wichtige Impulse

„Die Kaderbreite ist unsere Stärke. Das habe ich schon vor Beginn der Serie gesagt“, erklärte Kühner, „jeder, der heute reinkam, hat wichtige Impulse gesetzt.“ Bescheiden rückte er an der Seite Russells wieder ins zweite Glied, als der dritte Satz begann. Enard hat eine Stammformation mit Grankin und Benjamin Patch, der er im Play-off vertrauen will. Mit dem Rückwechsel brachte er Düren vollends aus dem Konzept. „Ich hoffe nur“, so der Franzose, „dass mir die beiden nicht zu böse sind. Aber das ist mein Job. Und was soll man sagen: Wir sind weiter.“ Der Russe Grankin beeilte sich zu sagen: „Ich bin dankbar, dass Basti und Kyle uns da rausgeholt haben.“

Cedric Enard war vermutlich der aufgeräumteste Mann in der Schmeling-Halle. Natürlich steht er im Fokus beim Betrachten einer Saison, in der sein Klub in der Champions League Gruppenletzter wurden und im deutschen Pokal im Halbfinale Endstation war. „Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass die Jungs Angst hatten zu scheitern.“ Er brauche für den Erfolg alle 14 Spieler des Kaders, „vielleicht nur für einen Block, eine Annahme, einen Aufschlag oder mal einen Satz.“

Der Optimismus einiger Spieler ging ihm allerdings zu weit. „Sind wir jetzt das beste Team?“, fragte er rhetorisch. „Es ist ganz einfach, wir müssen den Meistertitel holen, dann sind wir es.“