Volleyball

BR Volleys droht sportliches Desaster

Erst das frühe Aus im Pokal und in der Champions League, nun droht den BR Volleys gegen Düren auch das Scheitern im Kampf um den Meistertitel.

Bauchlandung in Düren: Samuel Tuia und die BR Volleys rutschten im zweiten Play-off-Viertelfinale aus.

Bauchlandung in Düren: Samuel Tuia und die BR Volleys rutschten im zweiten Play-off-Viertelfinale aus.

Foto: Sport Moments/Basting / picture alliance / Sport Moments/Basting

Berlin. Und plötzlich droht alles doch noch ein schlimmes Ende zu nehmen: Die BR Volleys stehen am Sonntag (19 Uhr, Schmeling-Halle) im dritten Play-off-Viertelfinale gegen die Powervolleys Düren enorm unter Druck. Weil die Berliner die erste Partie 3:0 gewannen, das zweite Aufeinandertreffen jedoch in Düren 2:3 (22:25, 25:20, 25:20, 22:25, 13:15) verloren, entscheidet dieses Spiel nach dem Modus „Best of three“ darüber, wessen Saison anschließend beendet ist. Für die BR Volleys, den Titelverteidiger und neunmaligen Meister, wäre es im Falle einer Niederlage der Schlussstrich unter eine schwer enttäuschende Saison.

19 Aufschlagfehler sind zu viel

„Das wird kein Spaziergang“, ist sich Geschäftsführer Kaweh Niroomand bewusst, denn der Gegner hat in den vergangenen Monaten viele starke Leistungen abgeliefert. „Natürlich steigt jetzt der Druck. Da ist Spannung angesagt.“ Zu negativ will er die Ausgangslage allerdings nicht sehen. Immerhin bleibt seiner Mannschaft noch der Heimvorteil. Und am Mittwoch hat sie ihr ganzes Potenzial nicht gezeigt.

„Wir haben gar nicht schlecht gespielt“, analysierte er, „aber 19 Aufschlagfehler sind natürlich zu viel. Düren macht die zwar auch, aber wir können es besser. Dazu haben wir fünf oder sechs Fehler gemacht in Situationen, wo wir nur noch verwandeln mussten. Doch irgendetwas passte in dem Moment im Zusammenspiel immer nicht. Das waren verschenkte Punkte.“ Die am Ende fehlten.

Die schöne Siegesserie reißt zur Unzeit

Zehn Mal in Folge waren Trainer Cédric Enard und sein Team zuvor in der Bundesliga unbesiegt geblieben. Nach schwachem Start ging die Entwicklung in eine gute Richtung. Nun haben sie drei Tage Zeit, an den Schwächen zu arbeiten, die in Düren auftraten. Niroomand hat sich allerdings auch schon mit der Situation beschäftigt, was wäre, wenn?

„Wenn es schief geht, stehen wir mit leeren Händen da.“ Im Pokal im Halbfinale ausgeschieden, in der Champions League als Tabellenletzter in der Gruppenphase unter Wert geschlagen – da galten alle Hoffnungen dem zehnten Gewinn der deutschen Meisterschaft. Die Mannschaft kam seit der Nachverpflichtung des Olympiasiegers Sergej Grankin im Januar auch immer besser in Fahrt. „Ein Ausscheiden wäre ein schwerer Rückschlag“, so der Manager, „es wäre bitter für unser ganzes Investment, für unser Renommee. Wir sind eine Marke in Europa.“

Verpassen des Europapokals ist möglich

Selbst die Teilnahme an einem Europapokal-Wettbewerb in der nächste Saison könnte entfallen. „Das wäre nicht schön, nicht gewollt, nicht der Plan“, sagte Niroomand, „aber es kann passieren, gehört vielleicht zur Geschichte eines Vereins dazu. Der erste Platz ist im Sport nie garantiert.“ Zum Glück der BR Volleys haben die meisten ihrer Profis Zweijahresverträge unterschrieben. Ein Auseinanderfallen würde nur zustandekommen, wenn die Berliner das so wollen, denn sie haben Optionen, einige Kontrakte nach einem Jahr aufzulösen. Sie sind also vorbereitet auf etliche Eventualitäten. Am liebsten wäre es Kaweh Niroomand natürlich, wenn es sich bis zum Saisonende noch ein wenig hinziehen würde. Nur so viel steht so oder so fest: „Wir machen den Laden nicht zu.“