Volleyball

Volleys-Serie hält auch in Lüneburg

Spiele in Lüneburg bereiteten den BR Volleys bisher wenig Vergnügen, meistens verloren sie. Aber am Sonnabend feierten sie einen Sieg.

Endlich mal in Lüneburg gewonnen: Die BR Volleys sind auf einem Erfolgsweg.

Endlich mal in Lüneburg gewonnen: Die BR Volleys sind auf einem Erfolgsweg.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Die Gellersenhalle war mit 800 Zuschauern proppevoll wie immer. Die Fans des Volleyball-Bundesligisten SVG Lüneburg waren enthusiastisch wie immer. Nur das Ergebnis war nicht wie immer. Der deutsche Meister BR Volleys gewann das Spiel bei seinem Angstgegner nach einer erst in den letzten beiden Sätzen wirklich hochklassigen Begegnung mit 3:1 (25:19, 25:17, 22:25, 28:26).

Siebter Sieg in Folge für den Meister

Ein wichtiger Erfolg für die Berliner, die ihre Erfolgsserie in der Bundesliga auf sieben Siege in Folge ausbauten und damit ihren dritten Tabellenplatz quasi sicher haben zwei Spieltage vor Beginn des Play-offs. Sie schoben sich sogar auf Rang zwei vor, weil der VfB Friedrichshafen erst an diesem Sonntag beim VC Olympia antritt. und Spitzenreiter Alpenvolleys Haching 1:3 gegen die United Volleys Frankfurt verlor. Vor der Meisterschaftsrunde ist noch einmal kräftig Bewegung in die Tabelle gekommen.

Die Mannschaft von Trainer Cédric Enard nutzte in Person des Franzosen Samuel Tuia gleich den ersten Matchball zum Sieg, nachdem sein Team zuvor drei Satzbälle abgewehrt hatte. Es war im achten Auswärtsspiel bei den Lüneburgern erst der zweite Sieg für den Hauptstadtklub - egal, ob die Niedersachsen in ihrer traditionellen Heimstätte spielten oder nach Hamburg auswichen. „Die können gegen uns auch draußen spielen“, hatte Berlins Geschäftsführer Kaweh Niroomand vor der Partie ironisch gesagt.

Georg Klein verwandelt ersten Satzball

Die Gäste gerieten auch zu Beginn 3:7 in Rückstand. Doch dem stark auftrumpfenden Tuia, der später zum wertvollsten Spieler ernannt wurde, gelang beim 12:11 erstmals die Führung für die Volleys, die Moritz Reichert mit seinen Aufschlägen auf 14:11 ausbaute. Am Ende nutzte Georg Klein den zweiten Satzball zur 1:0-Satzführung. Auch danach hielten die BR Volleys den Angriffsdruck hoch, zwangen den Gegner immer wieder zu Fehlern.

Vorentscheidend im zweiten Abschnitt war, dass auf eine 15:13-Führung unter den Aufschlägen von Mittelblocker Jeffrey Jendryk eine 7:0-Punkte-Serie folgte. Bis dahin hatten die Lüneburger aber vor allem große Probleme mit sich selbst. Auch beim deutschen Meister klappte längst nicht alles nach Wunsch. Selbst der bisher so starke Zuspieler Sergej Grankin zeigte erstmals leichte Unsicherheiten und schlug auch nicht gut auf.

Grankin kassiert einen Strafpunkt

Und die Hausherren verstärkten ihren Widerstand. Zwei strittige Entscheidungen der insgesamt schwachen Schiedsrichterin Sabine Witte (Dormagen) beim Stande von 18:18 im dritten Durchgang zum Vorteil der Gastgeber brachten die Volleys vorübergehend aus dem Tritt, so dass sie ihn abgeben mussten.

Völlig offen war über weite Strecken der Schlussabschnitt. Das Spiel schien sich tatsächlich zugunsten Lüneburgs zu wenden, das 22:19 in Führung ging. Grankin reklamierte in dieser Phase nach einer Entscheidung der Schiedsrichterin so heftig, dass seine Mannschaft einen Strafpunkt kassierte.

Dann machte sich die Einwechslung von Adam White für Moritz Reichert bezahlt; der Australier brachte sein Team wieder heran. Trotzdem mussten die BR Volleys nun sogar drei Satzbälle abwehren, ehe sich ihre Klasse und Nervenstärke durchsetzten. Tuia verwandelte den Punkt zum 28:26 und trommelte danach ganz entgegen seiner Art mit der Hand auf den Boden - Zeichen der Erleichterung, dass dieses spannende Spiel gewonnen war.