Volleyball

Lüneburg als Wegweiser für BR Volleys

In Lüneburg haben die BR Volleys erst einmal gewonnen. Gerade deshalb ist die Partie am Sonnabend für sie so bedeutsam für den Rest der Saison.

So jubelte Lüneburg zuletzt am 13. Dezember, als im Pokal-Halbfinale BR Volleys in fünf Sätzen niedergerungen war.

So jubelte Lüneburg zuletzt am 13. Dezember, als im Pokal-Halbfinale BR Volleys in fünf Sätzen niedergerungen war.

Foto: Rainer Jensen / picture alliance/dpa

Berlin. Als die SVG Lüneburg 2014 in die Volleyball-Bundesliga aufstieg, hätten die wenigsten für möglich gehalten, welche positive Entwicklung der Neuling nehmen würde. Schon im Jahr darauf erreichten die Niedersachsen das Pokalfinale, in dieser Saison gelang es ihnen wieder. Im Endspiel war jeweils der VfB Friedrichshafen zu stark. Trotzdem: Auch ein sicherer Play-off-Kandidat ist das Team von Trainer Stefan Hübner.

Sieben Anläufe, doch erst ein Sieg

Und ein Kontrahent, den Lüneburg besonders gern in seiner kleinen Gellersenhalle begrüßt, ist der neunmalige Meister BR Volleys. Erst einmal in sieben Versuchen haben die Berliner ein Gastspiel bei der SVG gewonnen. „Es ist ein guter Moment, den zweiten Sieg folgen zu lassen“, sagt Trainer Cédric Enard.

An diesem Sonnabend (19 Uhr) geht es in der Gellersenhalle um Platz drei – eine Position, die Berlin gerade hält, die punktgleichen Gastgeber aber gern hätten. Reichlich Respekt hat der Hauptstadtklub jedenfalls. „Die könnten auch draußen gegen uns spielen“, sagt Geschäftsführer Kaweh Niroomand süffisant, „Lüneburg ist für uns immer ein schwieriges Pflaster.“

Wichtig für Moral und Konstanz

Aber nun geht es nicht allein um Rang drei. „Für die Psyche wäre es gut, unsere positive Serie fortführen zu können“, sagte Niroomand nach dem 3:0 gegen KönigsWusterhausen, dem sechsten Bundesligasieg nacheinander, „Es wäre für unsere Moral und Konstanz enorm wichtig.“

Die Volleys präsentierten sich zuletzt in einer Verfassung, die den Optimismus im Hinblick auf einen positiven Saisonabschluss wieder wachsen ließ. Nicht, dass sie damit zufrieden wären. „Wir haben am Ende ein bisschen abgebaut, das darf nicht passieren“, sagte Nationalspieler Moritz Reichert nach dem Derby, „aber schön, dass wir so nervenstark waren, ganz anders als am Anfang der Saison.“

Neun Punkte holen und sehen, was passiert

Gründe für den Aufschwung gebe es einige. „Wir haben jetzt eine stabilere Annahme und greifen sehr variabel an“, sagte er, „und das Duo Sergej und Ben macht natürlich einiges aus.“ Der im Januar nachverpflichtete Zuspieler Sergej Grankin harmoniert exzellent mit Diagonalangreifer Benjamin Patch. Doch um ehrlich zu sein: Der Russe harmoniert mit allen. Er gibt auch Spielern eine zweite und dritte Chance, wenn die ersten Anspiele nicht zum Erfolg führen. „Er versucht, alle Angreifer im Spiel zu halten und gibt Vertrauen“, lobt Reichert, „das zeigt seine große Erfahrung.“

Drei Spieltage vor Schluss der Punkterunde können die Berliner sogar insgeheim auf Rang zwei schielen. Während sie nach Lüneburg mit Rottenburg und Bühl nur noch Gegner aus der unteren Tabellenregion haben, werden sich die Topteams vor dem Play-off-Start Ende des Monats auch noch untereinander Punkte abnehmen. Aber darauf spekulieren wollen Reichert und seine Kollegen nicht, sie schauen auf sich selbst. „Unser Ziel ist es, vor Lüneburg zu bleiben“, sagte er, „wir wollen neun Punkte holen und sehen dann, was passiert.“