Volleyball

Benjamin Patch: Vom Flop zum neuen Hoffnungsträger

Diagonalangreifer Benjamin Patch führte die BR Volleys mit neuem Selbstvertrauen und dem Vertrauen des Trainers zum Sieg in Frankfurt.

Endlich wieder in Schmetterlaune: Benjamin Patch (l.)

Endlich wieder in Schmetterlaune: Benjamin Patch (l.)

Foto: pressehaus/kessler / picture alliance / pressehaus/kessler

Berlin.  Benjamin Patch redete nicht lange drumherum. „Es fühlte sich gut an, auf dem Feld zu stehen“, sagte der Amerikaner erleichtert am Tag nach dem 3:1 (25:15, 25:22, 22:25, 25:23) der BR Volleys bei den United Volleys Frankfurt. Weil sein Team in der Bundesliga nach dem 3:2 in Düren vier Tage zuvor einen weiteren wichtigen Auswärtssieg in der Bundesliga feierte. Weil dies gegen einen sehr starken Konkurrenten gelang, der das Hinspiel in Berlin noch 3:0 für sich entschieden hatte. Aber auch, weil Patch einen gehörigen Anteil am Erfolg hatte.

Kyle Russell hatte ihn verdrängt

Der 24-jährige Nationalspieler, mit dem Team USA im vergangenen Jahr WM-Dritter, wurde von manchen schon als der Flop der Saison angesehen. Auf der Diagonalposition sollte er nicht weniger als der Nachfolger von Paul Carroll werden, der die BR Volleys zu sechs deutschen Meisterschaften geschmettert hatte, ehe er nach Russland wechselte. Doch die positive Erscheinung Patch fiel auf dem Feld bald negativ auf, weil er sein Potenzial nicht zeigen konnte. Kyle Russell verdrängte ihn aus der Startformation, Patch schaute nur noch zu. „Kyle hat einen guten Job gemacht, und ich habe vielleicht zu viel gewollt“, gibt der Mann aus Layton/Utah offen zu, „ich hatte eine schwere Zeit.“

Für viele überraschend schickte ihn Trainer Cédric Enard nun in Frankfurt von Beginn an aufs Feld. Warum das? Wieso überraschend?, fragte der Franzose zurück: „Er hat mich im Training sehr überzeugt. Ben arbeitet hart für seine Chance. Und jetzt konnte er mal zeigen, was er drauf hat.“ Eine ganze Menge, wie sich herausstellte. Wie Mittelblocker Jeffrey Jendryk kam er auf 16 Punkte, Frankfurts Trainer Stelio DeRocco kürte ihn zum MVP, zum wertvollsten Spieler.

Trainer Enard fordert Wiederholung der Leistung

So viel neues Selbstvertrauen für den Amerikaner, so viel neues Selbstvertrauen für die gesamte Mannschaft – das gibt sehr viel neue Hoffnung für den weiteren Saisonverlauf. Er sei keineswegs überrascht gewesen von der starken Vorstellung seiner Spieler, sagte Enard: „Ich wusste, dass sie gut sind. Sie hatten nur nicht das Selbstvertrauen, es auch zu zeigen.“ Nun fordert er: „Wir müssen das jetzt wiederholen.“ Aber ein bisschen genießen wollte er den besonderen Auftritt in Frankfurt auch: „Ich war sehr glücklich, wie wir gekämpft haben.“ Ganz offenbar war nicht nur einer nach dem 3:1 sehr erleichtert.

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