Neuverpflichtung

BR Volleys holen einen Olympiasieger und verlieren Top-Duell

Die Berliner verlieren in der Schmeling-Halle klar gegen Friedrichshafen, melden aber die Verpflichtung eines Hochkaräters.

Seine neue Heimat ist die Schmeling-Halle: Sergei Grankin.

Seine neue Heimat ist die Schmeling-Halle: Sergei Grankin.

Foto: BR Volleys

Berlin.  Die Zuversicht, dass diese Volleyball-Saison doch noch ein erfolgreiches Ende für den deutschen Meister BR Volleys nehmen könnte, bekam Stunden vor dem Spitzenspiel gegen den VfB Friedrichshafen einen Schub. Da meldete der Titelverteidiger die Verpflichtung von Sergei Grankin (34). Der Russe, der von Dynamo Moskau kommt, ist Olympiasieger von 2012, Europameister, Juniorenweltmeister. Einer der besten Zuspieler der Welt. Das erinnert an die vergangene Saison. Auch da liefen die Berliner den Erwartungen hinterher und verpflichteten Zuspieler Pierre Pujol. Der Franzose hatte großen Anteil daran, dass sie wieder Meister wurden.

Bis dahin ist es diesmal ein noch weiterer Weg, das wurde am Mittwoch wenige Stunden nach der frohen Kunde deutlich. Die Berliner boten vor 7276 in der Schmeling-Halle gegen Friedrichshafen eine enttäuschende Vorstellung und verloren 0:3 (23:25, 17:25, 21:25). Es haperte an allem, an guten Aufschlägen, einer sicheren Annahme, gelungenen Block- oder einfachen Angriffsaktionen. Nur die kämpferische Einstellung stimmte.

Das passt ins Bild einer Saison, in der das Pokalfinale verpasst wurde, die Aussichten in der Champions League trüb sind. „Wir wollten noch einmal nachbessern. Als sich die Gelegenheit bot, Sergei Grankin zu verpflichten, mussten wir diese ergreifen“, sagte Geschäftsführer Kaweh Niroomand und fügte hinzu: „Wir sind stolz, dass ein solcher Spieler sich für die BR Volleys entschieden hat.“ Grankin unterschrieb einen Vertrag bis Saisonende. Gegen Friedrichshafen übernahm er schon im zweiten Satz das Zuspiel, aber dass da noch längst nicht alles funktionierte nach nur einem gemeinsamen Training, war klar. In der Champions League kann er den BR Volleys nicht helfen, weil er schon für Moskau in der Königsklasse im Einsatz war. Von seinem Stammverein, mit dem er russischer Meister und Pokalsieger wurde, hat er sich im Unfrieden getrennt, als dort vor Kurzem ein Wechsel in der Klub-Führung vollzogen wurde. Zum ersten Mal überhaupt nimmt Grankin einen Job im Ausland an. „Für mich“, sagte er, „wird Berlin ein Abenteuer.“ Mal abwarten, mit welchem Ausgang.