Volleyball

BR Volleys setzen auf Emotion und Routine

Wie die BR Volleys versuchen, die Saison in eine bessere Richtung zu lenken und dabei Polens Meister Belchatow zu schlagen.

Georg Klein gehört bei den Fans wegen seiner emotionalen Spielweise zu den beliebtesten Profis der BR Volleys

Georg Klein gehört bei den Fans wegen seiner emotionalen Spielweise zu den beliebtesten Profis der BR Volleys

Foto: Bernd König / imago/Bernd König

Berlin.  Drei Siege in Folge und vor allem: Drei Siege mit einer ganz anderen Körpersprache haben Spuren hinterlassen. Bei den BR Volleys ist die große Verunsicherung einem vorsichtigen Optimismus gewichen. Der schnell wachsen könnte, wenn an diesem Mittwoch in der Schmeling-Halle auch PGE Skra Belchatow bezwungen würde. Der polnische Volleyball-Meister ist in der Gruppenphase der Champions League beim deutschen Meister zu Gast (20 Uhr/Eurosport).

Reifeprüfung für die umgebaute Mannschaft

„Belchatow ist ein europäisches Spitzenteam“, weiß der Berliner Mittelblocker Georg Klein, „aber zu Hause können wir die schlagen. Mit unserem Publikum im Rücken und mit dem, was wir uns erarbeitet haben.“ Das zarte Pflänzchen Zuversicht steht vor einer Reifeprüfung. Die Umstellungen, die Trainer Cédric Énard vorgenommen hat, müssen sich erstmals in einem bedeutsamen Spiel bewähren.

Der Franzose hat Klein, Zuspieler Sebastian Kühner und Diagonalangreifer Kyle Russell in seine Startaufstellung befördert; für sie schauen Jeffrey Jendryk, Jan Zimmermann und Benjamin Patch vorerst zu. Énard setzt auf Erfahrung. „Es gibt noch einen anderen wichtigen Grund, warum er das getan hat“, erklärt Klein, „das Emotionale hat ihm in unserem Spiel gefehlt. Dafür ist Kyle natürlich genau der Richtige.“ Aber auch er selbst und Kühner bringen viel frische Energie aufs Parkett.

Blockabwehr muss dringend verbessert werden

Was gegen Lüneburg, in Rottenburg und zuletzt gegen Bühl am vergangenen Freitag gut war, soll gegen Belchatow noch besser werden. „Unsere drei Siege waren gut und wichtig“, sagt Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand, „aber wir sind noch lange nicht dort, wo wir hinwollen.“ Kühner war beim ungefährdeten 3:0 gegen Bühl mit der Abwehrleistung unzufrieden. „Wir müssen besser blocken“, fordert der Kapitän, „müssen zumindest mehr Bälle abbremsen.“ Das schnelle Punkten sollte Belchatow schwer gemacht werden, sonst wird es nichts mit der Fortsetzung der kleinen Erfolgsserie.

Positiv findet Niroomand die jüngste Entwicklung bei den „gegner-unabhängigen Elementen“ wie Aufschlag und Spielintensität. So lobte er die aggressiv servierenden Kühner, Russell und Adam White. „Dazu die Flatteraufschläge von Klein, damit wird der Gegner so unter Druck gesetzt, dass er gar nicht erst in seinen Rhythmus findet.“

Bundesliga ist so spannend wie noch nie

Vielleicht bekommt die Saison ja doch noch den positiven Dreh aus Sicht der Berliner. Bisher war sie von außergewöhnlich vielen Verletzungen gekennzeichnet. „Ein anderes Problem war, dass viele neue Spieler erst spät zur Vorbereitung erschienen, weil sie so lange für ihre Nationalteams im Einsatz waren“, sagt Klein. Ruhe, ein klares System, kehrten nie ein. Und schließlich ist die Bundesliga, anders als in früheren Jahren, nicht mehr der Ort, wo man mit leichten Siegen schnell Selbstvertrauen aufbauen kann.

Vorbei die Zeiten des Titelkampfs ausschließlich zwischen Friedrichshafen und Berlin. Haching, Frankfurt, Lüneburg oder Düren haben keine Hemmungen mehr gegen die großen Zwei des deutschen Volleyballs. „Die Bundesliga war noch nie so stark“, beobachtet Georg Klein und empfindet das als „große Bereicherung“. Die Top Sechs trennen in der Tabelle vier Punkte, die BR Volleys sind nur Fünfter. „Trotzdem, da bin ich mir sicher, werden wir wieder um die Meisterschaft mitspielen“, sagt Klein. Dafür würde ein Signal in der Champions League Rückenwind geben.