Volleyball

Rückschläge bei den Volleys als Chance für Linus Weber

Das 19 Jahre junge Talent profitiert von der schwierigen Saison der BR Volleys und könnte schon gegen Bühl auflaufen.

Linus Weber (vorn) sollte beim VC Olympia Erfahrung sammeln, wird aber künftig sein Zweitspielrecht bei den BR Volleys nutzen.

Linus Weber (vorn) sollte beim VC Olympia Erfahrung sammeln, wird aber künftig sein Zweitspielrecht bei den BR Volleys nutzen.

Foto: imago sport / imago/Matthias Koch

Berlin.  Für Linus Weber immerhin ist die Volleyball-Welt gerade ziemlich in Ordnung. Der 19-Jährige, der als das größte deutsche Talent in seiner Sportart gilt und bisher vor allem beim VC Olympia in der Bundesliga Erfahrungen sammelte, wird künftig in erster Linie sein Zweitspielrecht für den deutschen Meister BR Volleys nutzen – vielleicht schon mit längeren Einsatzzeiten an diesem Freitag (19.30 Uhr, Schmeling-Halle) gegen den TV Bühl. Bei den VCO-Verantwortlichen herrscht darüber nicht gerade Begeisterung, aber Weber sieht das pragmatisch: „Der VCO ist für die Ausbildung der Talente da. Ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich den nächsten Schritt gehen kann. Es war immer mein Ziel, bei den BR Volleys dabei zu sein. Die Situation jetzt ist für mich eine Ehre und auch Bestätigung.“

Dem jungen Zwei-Meter-Mann, der schon mit 17 Jahren Nationalspieler wurde, könnte durchaus eine bedeutende Rolle in der Zukunft beim neunmaligen Champion zukommen. Weber kann nicht nur außergewöhnlich gut Bälle übers Netz schmettern. Er ist selbstbewusst und versteht es, sich klar auszudrücken. Aktuell profitiert er allerdings auch davon, dass es um die Gegenwart bei der Mannschaft von Trainer Cédric Énard nicht so positiv bestellt ist wie erwartet. Erschwerend kommt hinzu, dass es zudem immer wieder Verletzungen im Team gibt. Mitte Dezember fiel mit Egor Bogatchev (Knie) der erste Außenangreifer aus, im Training erwischte es nun Moritz Reichert, gerade erst halbwegs von einem Bänderriss genesen. Ihn zwingt ein Faserriss in der Bauchmuskulatur wochenlang zum Zuschauen.

Geschäftsführer Kaweh Niroomand ist die Situation nicht geheuer

Wegen solcher Rückschläge, weil die bisherigen Vorstellungen des vermeintlichen Titelfavoriten alles andere als konstant waren und weil einmal mehr das Pokalfinale verpasst wurde, werden bei den BR Volleys schon Befürchtungen laut, es könnte eine missratene Saison werden. Einiges hängt davon ab, wie Énards Maßnahmen fruchten, die er vor den vergangenen Spielen gegen Lüneburg (3:2) und in Rottenburg (3:0) ergriff: Das Zuspiel organisiert nun Sebastian Kühner anstelle von Jan Zimmermann, im Diagonalangriff übernimmt Kyle Russell für Benjamin Patch, und im Mittelblock ersetzt Georg Klein den in Europa noch völlig unerfahrenen Jeff Jendryk.

Geschäftsführer Kaweh Niroomand ist die Situation nicht geheuer. So viel Verletzungspech wie in dieser Saison gab es selten. Dazu bleiben einige der Zugänge, vor allem Patch und Zimmermann, weit hinter den Erwartungen zurück. Die Folge waren unter anderem drei Bundesliga-Niederlagen gegen Düren, Frankfurt und Haching. „Man muss sich nur mal vorstellen, wir werden Fünfter – dann kann es uns sogar passieren, dass wir nicht mal ins Halbfinale kommen“, unkt der Manager. Zu viel Schwarzmalerei? Wer das meint, muss nur auf die Tabelle schauen. Dort sind die Berliner Sechster.

Solche Gedanken quälen Linus Weber jetzt gerade nicht, das sollten sie auch nicht. „Ich will dem Team helfen. Weil Egor und Moritz verletzt sind, erst einmal auf Außen. Später“, sagt er keck, „sehe ich mich aber eher auf Diagonal.“ Das ist übrigens im Volleyball die Königsposition.