Volleyball

Ton wird schärfer bei den BR Volleys

Die BR Volleys setzen ihre Berg- und Talfahrt fort. In Danzig kassierten sie eine deftige Niederlage in der Champions League.

Cédric Énard (r.) hat es noch nicht geschafft, seine Spieler der BR Volleys zu konstanten Leistungen zu führen.

Cédric Énard (r.) hat es noch nicht geschafft, seine Spieler der BR Volleys zu konstanten Leistungen zu führen.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Berlin.  Die Stimmung auf der Rückfahrt aus Polen war diesmal alles andere als fröhlich. Zu Saisonbeginn im Oktober, nach einem Vorbereitungsturnier in der kleinen Stadt Wielun, war sie noch so ausgelassen gewesen. Da hatten die BR Volleys Polens Meister Skra Belchatow ebenso bezwungen wie ein weiteres renommiertes und international erfahrenes Team, Jastrzebski Wegiel. Doch nun kehrten sie demoralisiert von ihrem ersten Champions-League-Auswärtsspiel aus dem Nachbarland zurück. 0:3 (24:26, 19:25, 18:25) hatten sie bei Lotos Trefl Danzig verloren, ein weiteres Indiz dafür, wie schwierig diese Saison für den deutschen Volleyball-Meister werden würde.

Es will einfach nicht vorwärts gehen mit der Mannschaft von Trainer Cédric Énard. Und diesmal ließ der Franzose enttäuschenden Leistungen seiner Schützlinge heftige Kritik folgen. „Die Zahlen sprechen für sich. Unsere Angriffseffizienz war heute indiskutabel. Es hapert am Zusammenspiel zwischen Jan Zimmermann und seinen Angreifern. 50 Prozent Angriffsquote über die Mitte sind zum Beispiel einfach zu wenig. Wir müssen aus der Annahme heraus konstanter werden.“ Ein Vorwurf sowohl an den neuen Zuspieler Zimmermann als auch an die vermeintlichen Annahmespezialisten Samuel Tuia, Adam White und Nicolas Rossard.

Wechsel des Trainers bleiben ohne Wirkung

Énard und sein Team hatten sich sowohl von der Leistung als auch vom Ergebnis her viel mehr erhofft. Danzig ist Tabellenzehnter der polnischen Plusliga und alles andere als eine Übermannschaft. Insgesamt scheint es so, dass die Gruppe D der Berliner sehr ausgeglichen ist. Da am Dienstag schon Belgiens Meister Noliko Maaseik 3:0 gegen Belchatow gewonnen hatte, stehen nun alle vier Kontrahenten bei 1:1 Siegen. Den Ausschlag gab bisher stets der Heimvorteil. Nächster Gegner der BR Volleys ist am 16. Januar daheim Skra Belchatow. Dort dürfen sich die Gastgeber nun erst recht keine Niederlage leisten.

Der Franzose sparte allerdings auch nicht mit Selbstkritik. Denn auch seine Wechsel blieben ohne die erhoffte Wirkung, etwa, als er Moritz Reichert für seinen Landsmann Samuel Tuia brachte. „Der Block der Polen machte Samu das Leben schwer, darum habe ich Moritz gebracht. Doch er fand nicht ins Spiel, und man merkt ihm an, dass er nach seiner Verletzung noch nicht bei 100 Prozent ist. Es war eine verdiente Niederlage, die wir hier heute einstecken mussten.“

Chance zur Wiedergutmachung besteht am Sonntag (16 Uhr, Schmeling-Halle). Zu Gast ist dann im Bundesligaspiel die SVG Lüneburg. Mit den Niedersachsen haben die BR Volleys noch eine Rechnung offen. Vor einer Woche verbauten diese ihnen im Pokal den Einzug ins Finale und damit eines der Saisonziele. Lüneburg gewann nach 0:2-Rückstand 3:2.