Volleyball

Volleys brauchen Geduld: „Das kann uns Titel kosten“

Der deutsche Volleyball-Meister BR Volleys läuft den Erwartungen hinterher. Es fehlt im neuen Team eine Führungsfigur.

Öfter mal jubeln, das ist gut fürs Selbstvertrauen: Die BR Volleys finden keine Konstanz in ihren Leistungen

Öfter mal jubeln, das ist gut fürs Selbstvertrauen: Die BR Volleys finden keine Konstanz in ihren Leistungen

Foto: Peter Steffen / dpa

Berlin.  Zur Abwechslung ging es mal wieder aufwärts bei den BR Volleys. 3:0 (25:19, 25:18, 25:16) gewannen sie ihr Bundesligaspiel bei den Netzhoppers KW-Bestensee. Davor hatten sie im Pokal-Halbfinale in Lüneburg und in der Liga gegen Haching verloren. Davor zweimal gewonnen, davor einmal verloren. Ein ewiges Wechselspiel. Warum? Und wie lange noch?

„Wir können schon Volleyball spielen“, sagt Kaweh Niroomand, Geschäftsführer der BR Volleys, „individuell sind unsere Jungs wirklich gut.“ Das habe sich in Bestensee gezeigt, aber auch in Lüneburg – jedenfalls in den ersten beiden Sätzen. Die Partie ging dennoch 2:3 verloren, das Team brach regelrecht ein.

Touzinsky war als Anführer überragend

„Uns fehlen ein, zwei Leute, die das als Führungsperson verhindern und das Heft in die Hand nehmen“, sagt Niroomand. Die Fans des achtmaligen deutschen Meisters sind in der Hinsicht verwöhnt: Vergangene Saison bestand die Mannschaft quasi nur aus Führungsspielern, Robert Kromm, Paul Carroll, Pierre Pujol, Graham Vigrass und, und, und. Der überzeugendste Anführer war zwischen 2010 und 2015 der Amerikaner Scott Touzinsky. „Der hat sogar den Trainer geführt“, sagt Niroomand lachend, kurze Pause, „und mich auch.“

Eine solche Person zu entwickeln, braucht Zeit. Das Berliner Team ist jung, Rückschläge sind eingepreist. „Man muss Geduld haben“, fordert Niroomand, „und das kann uns auch Titel kosten.“ Wie jetzt bereits den Pokal. So souverän der Erfolg in Bestensee war, „ich bin immer noch traurig, was in Lüneburg passiert ist“, sagt Trainer Cédric Énard. Die Mannschaft habe sich nicht belohnt für ihre gute Trainingsarbeit, für ihre Fortschritte. Solche Spiele zu gewinnen, ist das beste Mittel, das Selbstbewusstsein zu steigern. „Wir müssen weiter versuchen, das Maximum herauszuholen, dann geschieht das“, ist der Franzose überzeugt. Vielleicht schon am Mittwoch bei Trefl Gdansk/Polen in der Champions League.