Volleyball

BR Volleys zeigen Reaktion

Wie die BR Volleys ihre Verunsicherung abgelegt und in der Champions League einen gelungenen Start hingelegt haben.

Jubel in der Max-Schmeling-Halle.

Jubel in der Max-Schmeling-Halle.

Foto: Imago

Berlin. In den Gesichtern der Spieler der BR Volleys stand pure Erleichterung. „Es war super wichtig, im ersten Spiel der Champions League drei Punkte zu holen“, sagte Außenangreifer Moritz Reichert nach dem 3:1 (25:23, 25:22, 18:25, 25:18) gegen den belgischen Titelträger Greenyard Maaseik. Geschäftsführer Kaweh Niroomand fügte hinzu: „Das wird uns helfen, wir können jetzt positiv nach vorn schauen.“

Die Verunsicherung war groß, weil der deutsche Volleyball-Meister am vergangenen Sonntag die Generalprobe beim 0:3 gegen Frankfurt komplett verpatzt hatte, geradezu untergegangen war. „Es bringt nichts, immer zurückzusehen“, sagte Reichert, „aber uns war schon klar, dass wir eine Reaktion zeigen mussten.“ Auch dem treuen Publikum gegenüber: Gegen die Belgier waren erneut fast 4000 Zuschauer in der Schmeling-Halle, die ihr Team lautstark unterstützten.

Ènard muss mehr wechseln, als ihm lieb ist

Auch sie sahen, dass die Mannschaft einen riesigen Kampfgeist an den Tag legte, der sie mehrfach aus schwierigen Situationen führte. Drei-Punkte-Rückstände im ersten und zweiten Satz, eine 0:7-Serie im zweiten Durchgang schüttelten die Berliner ab. Doch es gab gegen die nicht unbedingt hochtalentierten, aber sehr gut eingespielten Gäste auch weniger Erfreuliches zu sehen.

Trainer Cédric Énard musste die Diagonalangreifer schon im zweiten Satz wechseln: Kyle Russell kam für den nur stark beginnenden Benjamin Patch, der noch nicht die erhofften Leistungen zeigt. „Das ist eine der spannenden Fragen, die zu klären sind“, sagte Niroomand, „ewig kann man im Volleyball auf dieser Position nicht so viel wechseln. Der Diagonalangreifer muss eine Punktemaschine sein und ist auch für den Zuspieler sehr wichtig.“ In den vergangenen Jahren war dies der Australier Paul Carroll. Vom routinierten Samuele Tuia und vom Australier Adam White gab es großartie Angriffsaktionen zu sehen, dann jedoch wieder kläglich vergebene Chancen. Auch Libero Dustin Watten wirkt manchmal stark in der Annahme und Feldabwehr, dann wieder recht unglücklich.

Schwankungen sind noch immer groß

„Wir kriegen noch keine konstante Linie rein, das ist das Problem, das wir gegenwärtig haben“, so der Geschäftsführer, „wir haben Phasen, wo wir zeigen, wozu wir in der Lage sind. Da spielen wir viel schneller und attraktiver, auch dynamischer als früher. Doch in den nächsten zwei, drei Aktionen fällt das plötzlich runter.“ Etwas positiver war da Reichert gestimmt: „Diesmal sind wir als Mannschaft kompakt zusammengeblieben, keiner hat den Kopf hängen lassen oder hat sein eigenes Ding gemacht. Über weite Strecken haben wir ein gutes Spiel gemacht.“ Sonst wären die drei Punkte auch nicht in Berlin geblieben. Und auch Niroomand unter dem Strich ganz zufrieden gewesen.

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