Standpauke

Volleys-Macher sauer nach Debakel gegen Frankfurt

Die 0:3-Pleite gegen Frankfurt war bereits die dritte Niederlage im achten Pflichtspiel. Volleys-Manager Niroomand schlägt Alarm.

Volleys-Trainer Cedric Enard (l.) gibt seinem Spieler Adam White Anweisungen

Volleys-Trainer Cedric Enard (l.) gibt seinem Spieler Adam White Anweisungen

Foto: Bernd König / imago/Bernd König

Berlin.  Auf eine Ansprache an seine Mannschaft direkt nach dem Spiel verzichtete Cédric Énard lieber. „Sonst sage ich noch etwas, was ich später bereue“, meinte der Trainer der BR Volleys nach der 0:3-Heimpleite gegen die United Volleys Frankfurt. Seine Missstimmung war auch aus diesen Worten aber schon deutlich herauszuhören.

Man darf deshalb davon ausgehen, dass auch die Kabinenpredigt am nächsten Morgen nicht gerade freundlich ausgefallen ist. Es war nicht nur die Höhe der Niederlage, sondern auch die Art und Weise, wie diese zustande kam, die Énard derart verärgerte. Der Coach bemängelte bei seinen Spielern in erster Linie fehlenden Kampfgeist. Nur selten stimmte der Einsatz so wie in einer Szene gegen Ende des ersten Satzes, als Samuel Tuia bereits über dem Anschreibetisch hing, um den Ball noch zu retten. Letztlich gingen die Punkte allerdings auch in dieser Situation an die Gäste.

Für den deutschen Meister war es in dieser Saison wettbewerbsübergreifend bereits die dritte Pleite im achten Spiel. „Wir sind momentan weit von unserem Anspruch entfernt“, konstatierte Berlins Manager Kaweh Niroomand. Tatsächlich ließen sich 0:3-Heimniederlagen in der Bundesliga in den vergangenen Jahren an einer Hand abzählen – und wenn, dann gab es sie vielleicht mal gegen Friedrichshafen.

„Man muss auch seinen Kopf einsetzen“

Dass eine andere Mannschaft derart leicht die Punkte aus der Max-Schmeling-Halle entführen konnte, hatte es dagegen seit Dezember 2011 nicht mehr gegeben, als Haching ebenfalls so deutlich in Berlin gewonnen hatte. „Wir müssen intelligenter spielen“, forderte Niroomand. Es reiche im Volleyball nicht, sich nur auf seine Athletik zu verlassen: „Man muss auch seinen Kopf einsetzen.“ Insbesondere die Aufschläge passten ihm gar nicht. „Die hätten die Frankfurter ja mit einer Hand annehmen können“, sagte er.

„Wir müssen unsere Fehler schleunigst analysieren und eine klare Reaktion zeigen“, sagte auch Moritz Reichert, der bei seinem Heimdebüt für die BR Volleys noch einer der besten im Team war. Bereits am Donnerstag wartet mit dem Auftakt in der Champions League gegen Greenyard Maaseik (Belgien) die nächste schwere Prüfung für die momentan verunsicherten Berliner.

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