Volleyball

Nach Eiszeit-Jahren: Volleys wollen Mosulescu-Deal vergolden

Die Meisterschaft mit Berlin wäre besonders für den Trainer-Guru. 40 Jahre war er Konkurrent - lange gab es eine große Antipathie.

Trainer Stelian Moculescu erklärt den nächsten Spielzug

Trainer Stelian Moculescu erklärt den nächsten Spielzug

Foto: pa

Berlin. Es ist angerichtet zur Volleyball-Fete des Jahres mit dem Hauptdarsteller Stelian Moculescu. Die Berlin Volleys wollen im letzten Heimspiel der Saison einen Deal vergolden, der schon jetzt als einer der spektakulärsten in die Geschichte des deutschen Volleyballs eingegangen ist. Der ehemalige Friedrichshafener Erfolgcoach Moculescu kann nur 83 Tage nach seiner überraschenden Verpflichtung mit den BR Volleys den Titel holen - und das an seinem 68. Geburtstag in Berlin gegen den Ex-Club. Mehr Dramatik geht kaum.

"Es ist ein Finale und es ist unsere Chance, zu Hause unseren Titel zu verteidigen", erklärte Berlins Kapitän Robert Kromm geradezu euphorisch. Doch nach der ersten Niederlage in der Endspiel-Serie Best of five gegen den Erzrivalen sind die Berliner gewarnt, obwohl sie noch mit 2:1-Siegen führen. Zumal Friedrichshafen in der laufenden Spielzeit auch schon in der Bundesliga-Hauptrunde und in der Champions League (2:3) in der Schmeling-Halle gewonnen hat. "Ein kühler Kopf ist gefragt", betonte deshalb der erfahrene Kromm (34).

Mit Friedrichshafen gewann Moculescu 27 Titel

Einen feiernden Berliner Trainer Moculescu - das hätte sich nach vielen Jahren Eiszeit kaum ein Volleyballfan vorstellen können. Zu groß waren die Konkurrenz und auch die Antipathie zu Moculescu, der in 19 Jahren als VfB-Trainer sensationelle 27 Titel gewonnen hatte. Berlins Manager Kaweh Niroomand (65) wollte zwar von Feindschaft nicht sprechen. "Ich finde, das ist ein zu großes Wort. Wir haben uns ja nicht beschimpft oder tätlich angegriffen", sagte der gebürtige Iraner im einem Interview des Volleyball-Magazins.

"Aber wir waren mehr als 40 Jahre Konkurrenten. Entsprechend war halt die Stimmung zwischen uns. Entsprechend haben wir es übertrieben, ohne dass es dafür einen bestimmten Grund gab", ergänzte der Berliner Manager, der 2001 schon einmal bei Moculescu angefragt hatte, ob er sich einen Wechsel nach Berlin vorstellen könne.

Manager Niroomand musste sich korrigieren

17 Jahre später wurde dieser Deal perfekt. Das Wagnis mit dem jungen Australier Luke Reynolds als Coach war "schiefgegangen", räumte Niroomand ein und korrigierte seinen Fehler. "Wir brauchten einen erfahrenen Mann, der in der Lage ist, Veränderungen herbeizuführen. Und zwar sofort. Homöopathische Mittel haben da nicht mehr ausgereicht. Das musste schon was Richtiges her."

Moculescus Abschied vor fast zwei Jahren hatte das Verhältnis zwischen den beiden Alphatieren entspannt. Nach seinem letzten Spiel mit dem VfB Friedrichshafen war der gebürtige Rumäne von den Fans gefeiert und ausgerechnet von Niroomand geehrt worden - und das in Berlin. Am Sonntag könnten beide nun zusammen einen ganz besonderen Tag erleben. Ein Sieg reicht. Wenn nicht, würde es am Mittwoch in Friedrichshafen das entscheidende fünfte Match geben.

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