Volleyball

Volleyball-Finale wird immer mehr zum Spektakel

BR Volleys und Friedrichshafen liefern sich erbitterten Kampf. Die Berliner brauchen noch einen Sieg für den Titel.

Athanasios Protopsaltis versucht über den Doppelblock von Pierre Pujol und Aleksandar Okolic zu kommen

Athanasios Protopsaltis versucht über den Doppelblock von Pierre Pujol und Aleksandar Okolic zu kommen

Foto: pa

Friedrichshafen.  Kurz schlich sich der Gedanke in die Köpfe, ob es beim dritten Spiel der Finalserie zwischen den BR Volleys und dem VfB Friedrichshafen wohl eine Schlägerei geben könnte. Für eine Nicht-Kontaktsportart standen die Spieler beider Teams mehrfach verdächtig nah beieinander. Immer mal wieder gifteten sich die Rivalen, die seit inzwischen 21 Jahren den Meister untereinander ausmachen, durch das Netz an.

Im vierten Satz stürmte gar die gesamte Berliner Mannschaft erzürnt aufs Feld. Der VfB-Block hatte den Angriffsball von Kyle Russell berührt, bevor er ins Aus flog, was der erste Schiedsrichter zunächst übersehen hatte. Der Unparteiische korrigierte seine Entscheidung. Statt 23:17 stand es 22:18 für die Gastgeber. Diese Szene war Sinnbild für die Aufholjagden, die die Volleys im vierten Satz starteten, und nur eine Szene von vielen, die unterstrich, wie wichtig beiden Teams der nationale Titel ist.

Berlin fehlen die Punkte durch Sprungaufschläge

Am Ende gewann der VfB 3:1 (25:23, 25:16, 22:25, 25:23). Somit geht die Finalserie am Sonntag bei 2:1 Siegen für die Berliner weiter (15 Uhr, Schmeling-Halle). Ein klares 3:0 in der Best-of-five-Serie wäre dem aufreibenden Kampf beider Teams auch nicht gerecht geworden. Am Mittwoch boten die Langzeitrivalen ein Volleyball-Spektakel, das in dieser Intensität selbst zwischen Berlin und Friedrichshafen selten gab.

Schnell hatte sich die mit nur 1991 Zuschauern gefüllte ZF-Arena in einen Hexenkessel verwandelt. Am Ende wurde Berlins Zuspieler Pierre Pujol sogar ausgepfiffen, weil er zweimal provokativ langsam seine Schuhe zugebunden hatte. Insgesamt blieben alle Berliner spielerisch zwar unter ihren Möglichkeiten. Dass die Partie abgesehen vom zweiten Satz dennoch so knapp ausging, lag an dem eindrucksvollen Kampfgeist, den die Volleys zeigten. Sie merkten schnell, dass sie nicht ihren besten Tag erwischt hatten, dass die Partie lange nicht so leichtgängig war wie in den zwei Begegnungen zuvor. Auch das Glück hatte sich an jenem Tag eher auf die Seite des Gegners geschlagen, doch der Wille der Berliner blieb ungebrochen.

„Wir wussten eigentlich, was wir zu tun haben, aber wir haben es nicht konsequent zum Ende geführt“, sagte Volleys-Trainer Stelian Moculescu. An diesem Sonntag will er sein Team wieder mit starken Sprungaufschlägen aufs Feld schicken, die am Mittwoch ausblieben. Doch der VfB wird weiterhin dagegenhalten: „Wir müssen deutscher Meister werden, wir verdienen das“, sagte VfB-Trainer Vital Heynen. Es klang wie ein Mantra.

Mehr zum Thema:

BR Volleys wollen Trainer-Oldie beschenken

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.