Volleyball

Die Volleys sind bereit für mehr

Die Berliner ziehen dank eines 3:0-Erfolgs über Lüneburg ins Play-off-Halbfinale ein. Da soll noch nicht Schluss sein.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Berlin.  Die Statistik lügt nicht. Wenn die BR Volleys und die SVG Lüneburg aufeinandertreffen, gewinnt in der Regel die Heimmannschaft. Das ist bereits so, seit die Niedersachsen 2014 in die 1. Bundesliga aufgestiegen sind, und bestätigte sich am Sonntagnachmittag erneut: 3:0 (25:23, 25:20, 25:22) gewannen die Berliner vor 3.534 Zuschauern in eigener Halle und ziehen somit ins Play-off-Halbfinale ein.

„Mir war klar, dass wir das hier gewinnen“, sagte Volleys-Trainer Stelian Moculescu. Mit viel Energie und einem lautstarken Fanblock bestehend aus über 100 euphorischen Anhängern, zogen die Lüneburger am Sonntagnachmittag in die Schmeling-Halle ein. Der amtierende deutsche Meister aus Berlin war aber nicht minder entschlossen. Die Philosophie des aggressiven Volleyballs, die Moculescu seiner Mannschaft im viertägigen Trainingslager vergangenen Woche näher bringen wollte, hatten die Spieler offensichtlich verinnerlicht: Mit wuchtigen Angriffen von Adam White und Paul Carroll starteten die BR Volleys in den ersten Satz (3:0).

Moculescus Wechsel bringt kurze Unsicherheit

Beim Stand von 7:3 hatte Carroll, der vor Kurzem noch mit Knieproblemen zu kämpfen hatte, bereits vier Punkte für sein Team erzielt. Wenige Minuten später nahm Gäste-Trainer Stefan Hübner seine erste Auszeit (5:11). Damit konnte er allerdings weder Carroll, der am Ende mit 19 Punkten der beste Berliner war, noch dessen Mitspieler stoppen, die überaus energisch zu Werke gingen.

Den ersten Satz hätten die Gastgeber nach nur 22 Minuten beenden können (24:16). Moculescu nahm den bekannten Doppelwechsel vor, und brachte Sebastian Kühner und Kyle Russell für Carroll und Pierre Pujol. Damit verunsicherte er seine Spieler allerdings derart, dass sie erst nach sieben ungenutzten Satzbällen den ersten Durchgang für sich entscheiden konnten.

Die aus dem bisherigen Saisonverlauf bekannte Unsicherheit war wieder da, und sie bestimmte auch den Start in den zweiten Satz (1:4). Angeführt von Carroll und Kapitän Robert Kromm, die Lüneburg mit scharfen Aufschlägen unter Druck setzten, konnten sich die Berliner aber zunächst die Führung zurück erobern (14:12) und in der Konsequenz auch den zweiten Durchgang gewinnen.

Das Trainingslager zeigt Wirkung

Im dritten Satz mobilisierten die Gäste noch einmal all ihre Kräfte. Sie gingen mit einer 8:6-Führung in die erste technische Auszeit und bauten ihren Vorsprung auf 16:13 aus. Dann war es aber erneut Carroll, der mit einem Ass und weiteren druckvollen Aufschlägen den Ausgleich herbeiführte (16:16). Auch sollte der Australier mit seiner vor der Partie getroffenen Aussage Recht behalten, in den kommenden Wochen seien die besten Spiele von Robert Kromm zu erwarten. Neben Carroll überzeugte auch der Berliner Kapitän gegen die SVG in allen Elementen.

Beim Stand von 17:17 trat er an die Grundlinie und verließ sie erst wieder, als er sein Team nach vier Aufschlägen 21:18 in Führung gebracht hatte. „Die Aufschlagserien von Robert und Paul sind das, wofür Stelian steht“, sagte Kaweh Niroomand, Geschäftsführer der Volleys.

Im Trainingslager hat die Mannschaft verstärkt Aufschlag und Annahme trainiert. Das Ergebnis dieser Arbeit war am Sonntag deutlich zu sehen. „Ich habe heute ein sehr gutes Spiel auf hohem Niveau gesehen“, freute sich Niroomand. Noch mehr freut er sich nun auf die Halbfinal-Serie gegen die United Volleys RheinMain, die am 14. April um 18.30 Uhr in der Schmeling-Halle beginnt. „Unser Anspruch ist das Finale“, sagte Moculescu.