Volleyball

BR Volleys zwischen Genie und Wahnsinn

Die BR Volleys bezwingen im Spitzenspiel der Bundesliga Düren mit 3:1, machen sich aber durch viele Fehler das Leben selbst schwer.

Luke Perry (vorn) nimmt den Ball an, Robert Kromm setzt schon zum Angriff an: die BR Volleys auf dem Weg zum nächsten Punkt

Luke Perry (vorn) nimmt den Ball an, Robert Kromm setzt schon zum Angriff an: die BR Volleys auf dem Weg zum nächsten Punkt

Foto: Bernd König / imago/Bernd König

Berlin.  Eine lehrbuchmäßige Annahme von Robert Kromm, ein schnelles Zuspiel von Pierre Pujol und ein donnernder Abschluss von Graham Vigrass: So wünscht sich BR-Volleys-Trainer Luke Reynolds den Spielaufbau seines Teams. Die letzte Szene der Partie gegen die Powervolleys Düren dürfte dem Trainer daher gefallen haben, auch weil sie dazu führte, dass die Berliner 3:1 (25:22, 25:23, 23:25, 25:19) gewannen und vor 4356 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle den zweiten Platz in der Bundesliga verteidigten.

Annahmeschwächen bleiben Teil des Spiels

„Ein perfekter Spielaufbau ist immer schön, ich bin jetzt aber vor allem froh über die drei Punkte“, sagte der Australier. Nachwuchshoffnung Egor Bogachev (20) hatte er erwartungsgemäß auf der Bank platziert, gegen die starken Dürener vertraute Reynolds der inzwischen etablierten Stammformation um Zuspieler Pierre Pujol, Paul Carroll, Kapitän Robert Kromm und Steven Marshall. Diese Entscheidung erwies sich zunächst als richtig, der deutsche Meister legte gegen den Tabellenvierten einen beeindruckenden Start hin (8:3).

Die Taktik der Gastgeber war schnell klar: Mit ihren Aufschlägen suchten sie Karli Allik, den erst 21 Jahre alten Außenangreifer der Gäste. Der Plan ging auf, bis die BR Volleys nach einer 23:15-Führung selbst wieder die von Geschäftsführer Kaweh Niroomand schon viel kritisierte Annahmeschwäche offenbarten. Düren gelangen sieben Punkte in Serie (23:22).

Manchmal Weltklasse, dann wieder Bezirksklasse

„Heute lagen Genie und Wahnsinn wieder nah beieinander. Auf Weltklasse folgte immer mal wieder Bezirksklasse“, fasste Niroomand zusammen. Die Berliner zitterten sich zum Satzgewinn, genau wie im zweiten Durchgang. Im dritten Satz war es dann ausgerechnet der Estländer Allik, der sein Team nach einem ausgeglichenen Schlagabtausch mit einem Ass und einem Servicewinner 21:18 in Front brachte und dafür verantwortlich war, dass sein Team auf 1:2 nach Sätzen verkürzte. Dabei profitierten die Gäste auch von insgesamt 20 Aufschlagfehlern der Berliner. „Eine Aufschlag-Taktik geht natürlich nur auf, wenn man auch das Feld trifft“, resümierte Reynolds.

Am Ende setzte sich dann aber doch die Erfahrung der Berliner durch, in Person von Kapitän Kromm (33), der mit 17 Punkten und einer Effizienz von 74 Prozent der beste Angreifer der Partie war. Die BR Volleys sind nun der einzige ernsthafte Verfolger von Tabellenführer VfB Friedrichshafen. „Das war heute wieder ein halber Schritt nach vorn“, sagte Niroomand. In der Champions-League-Partie gegen Toulouse am Mittwoch (19.30 Uhr, Schmeling-Halle) soll der nächste Halbschritt folgen.